Schwimmen
Vier «Französinnen» starten für den Schwimmverein beider Basel

Am 6. Basler Cup im Sportbad St. Jakob nahmen 46 Vereine teil. Einige davon aus der Welschschweiz, wobei der Schwimmverein Basel einige der stärksten «Französinnen» gleich selbst stellte.

Patrick Pensa
Drucken
Teilen
Die Basler Französinnen: France Rousset, Cécile Wiederkehr, Maëlle Jacot-Descombes und Tamara Boillat (von links).

Die Basler Französinnen: France Rousset, Cécile Wiederkehr, Maëlle Jacot-Descombes und Tamara Boillat (von links).

Pensa

«Soyez les bienvenus», verkündete der Speaker am Basler Cup und meinte eigentlich die Schwimmer von La Chaux-de-Fonds, Neuchâtel oder Fribourg. Genauso angesprochen fühlten sich aber vier Baslerinnen. Drei Schwimmerinnen aus der Romandie und eine Französin trainieren zurzeit beim Schwimmverein beider Basel. «Die vier sind eine eingeschworene Truppe», sagt Cheftrainer Tobias Gross, dabei hätten sich die Athletinnen vor ihrer Basler Zeit nicht gekannt und alle seien unabhängig voneinander am Rheinknie gelandet.

Die erste war Maëlle Jacot-Descombes. Sie lernte ihren späteren Trainer in einem Summer Camp in Tenero kennen. Als sie etwas später beschloss ein Schuljahr in der Deutschschweiz zu absolvieren, fiel ihre Wahl auf Emmen, weil Gross dort Trainer war. Ein Jahr später teilte ihr der Coach mit, dass er in Basel eine neue Stelle antreten würde. Nach einigen Abklärungen folgte ihm die die Schwimmerin nach Basel: Dort hatte sie die Möglichkeit, dass Sportgymnasium zu besuchen; ein Angebot, dass es damals in der Romandie in dieser Form noch nicht gab. Vor zwei Wochen hat sie die schriftlichen Maturitätsprüfungen abgelegt. «Der Deutschaufsatz war für mich die grösste Hürde. Zum Glück fehlen jetzt nur noch die mündlichen Prüfungen», sagt die bald 19-Jährige. Gross überzeuge durch seine Menschenkenntnis. Er behandle jeden seiner Sportler anders und eben nicht nur als Sportler. «Mittlerweile ist er so etwas wie ein grosser Bruder für mich.» Am Basler Cup hatte Maëlle Jacot-Descombes nicht nur ihr letztes Rennen für die Basler sondern ihr letztes Rennen allgemein. Nach drei Jahren am Rheinknie kehrt die mehrfache Finalistin an Schweizer Meisterschaften fürs Studium zurück in die Romandie und wird nicht mehr ins Wettkampfbecken springen.

Rückkehr nicht ausgeschlossen

Im Sommer ebenfalls zurück in die Welschschweiz geht Cécile Wiederkehr. Sie absolviert eine zweisprachige Matur und besucht dafür das vorletzte Schuljahr am Gymnasium Oberwil. Die Prüfungen wird sie in einem Jahr zurück in Vevey ablegen. «Die Maturarbeit muss ich aber auf Deutsch schreiben», sagt sie. Die 16-Jährige wohnt bei ihrem Götti in Binningen. Deswegen sei die Wahl auf Basel gefallen. Der ganze Schulstoff auf Deutsch, mit neuen Wörtern in jedem Fach sei sehr anspruchsvoll. «Das Vokabular fürs Schwimmtraining ist dagegen überschaubar und ich kann mich etwas erholen.» Auch wegen der drei französischsprechenden Kolleginnen.

Für Cécile Wiederkehr bleibt Basel eine Option für die Zukunft. «Ich kann mir gut vorstellen, hier zu studieren», sagt die SM-Fünfte über 50m Delfin. «Hier oder dann weit weg, in Kanada zum Beispiel.»

Während Maëlle und Cécile den SVB bald verlassen, haben sich Tamara Boillat aus La Chaux-de-Fonds und France Rousset aus Mulhouse entschieden, hier zu bleiben. Beide kamen eigentlich nur temporär begrenzt nach Basel, absolvieren jetzt aber hier ihre Ausbildung. Tamara beginnt im Sommer die Fachmittelschule und France hat bereits ein Jahr Studium hinter sich.

Sich in Basel wohl zu fühlen, sei nicht schwer. Die Mentalität am Dreiländereck erinnere mehr an die Romandie als ihre letzte Station in der Zentralschweiz, sagt Maëlle Jacot-Descombes. Der Trainer schätzt seine «Französinnen», weil sie sich an Wettkämpfen mehr zutrauen und auch einmal etwas riskieren. Gleichzeitig sei es manchmal etwas laut, wenn die vier zusammen seien und es lustig hätten. Und ein Klischee müsse er leider bestätigen: «Sie kommen einfach immer zu spät ins Training.»

Künzler und Kempter gewinnen

Bei den Frauen konnte die Basler Schwimmerin Marina Künzler die sechste Ausgabe des Basler Cups (Punkte aus 50, 100 und 200m-Rennen addiert) für sich entscheiden. Bei den Männern gingen die ersten drei Ränge in die Region. Felix Kempter (Fricktal) gewann vor Ricardo Lucato (Basel) und Roman Scherrer (Liestal).