Drei Viertel lang war von der Bank der Bienna Jets nicht viel zu hören. Dann plötzlich brachen die Spieler in Jubel aus: Gerade gelang es dem Team aus dem Seeland zum ersten Mal, bei eigenem Angriff in die gegnerische Hälfte vorzudringen.

20:0 beim ersten Seitenwechsel

Es waren die kleinen Dinge, an denen sich die Bieler an diesem Samstagabend erfreuen mussten. Zu dominant, zu überlegen traten die heimischen Gladiators auf. Bereits nach dem ersten Seitenwechsel lagen die «Purples», wie die violetten Lokalmatadore auch genannt werden, mit 20:0 in Führung. «Entweder ihr konzentriert euch jetzt oder wir können gleich wieder nach Hause gehen», blaffte der Biel-Coach seine Mannen an. Er sollte ungehört bleiben.

Jeder Angriff ein Touchdown

Während ausnahmslos jeder Gladiators-Angriff in einem Touchdown endete, verebbten Biels Angriffsversuche meist schon an der eigenen 10-Yard-Linie. Für Coach Dwaine Wood war die zweite Spielhälfte dann nur noch Training: «Wir hofften, dass der Gegner seine Taktik ändern würde, sodass auch wir lernen können, auf neue Situationen zu reagieren.»

Starke Eigengewächse und Imports

Der klare Erfolg kommt für die Basler aber keinesfalls überraschend. Bereits die ersten drei Saisonspiele konnte man ähnlich dominant für sich entscheiden, und das, obwohl man auf diese Saison hin die Anzahl ausländischer Imports bewusst reduziert hatte. «Mittlerweile sind unsere eigenen Jungs fast so gut wie die Imports, das macht mich stolz», begründete Wood diesen Entscheid. Die drei, die dann aber doch ans Rheinknie wechselten, seien regelrechte Glücksgriffe: «Diese Jungs kommen aus Kalifornien, deshalb ist es umso erstaunlicher, dass sie sich bei diesem Sauwetter schon so gut eingelebt haben.»

Broncos nach wie vor zu stark

Trotz verheissungsvollem Saisonstart werden die Gladiators die Meisterschaft wohl aber wiederum nur auf dem undankbaren zweiten Platz beenden. Zu stark sind die weiterhin Mäzen-gesponserten Broncos aus Graubünden. Man habe vor der Saison das Gespräch gesucht, denn keiner hätte mehr sonderlich viel Spass daran gehabt, gegen die Broncos anzutreten: «Sie haben uns allen versprochen, in diesem Jahr nur mit zehn Ausländern anzutreten.»

15 Imports im Calanda-Land

Nachdem sich diese aber schnell über die mangelnde Qualität im Kader beschwert hätten, seien es halt plötzlich doch wieder 15 Ausländer gewesen, resignierte Wood. Gegen diese «Armee», wie er sie nennt, sei man trotz starkem Kader halt eben doch machtlos.

So trösten sich die Gladiators also auch in dieser Saison damit, dass man ja nicht immer Erster werden muss, um ein Gewinner zu sein.