Auf diesen Moment hatte Emre Sahin gewartet. Es läuft die 14. Minute, als der Torhüter von Concordia zu seiner ersten Heldentat ansetzt. Lugano-Mittelfeldspieler Marco Aratore gibt einen seiner gefürchteten Weitschüsse ab. Blitzartig hebt Sahin ab und lenkt mit seiner linken Hand den Kracher von Aratore über das Tor. Es ist eine Phase, in der Sahin beinahe im Minutentakt unter Beschuss gerät. Vor allem bei Eckbällen verfügen die Tessiner über Lufthoheit.

In der 20. Minute kann dann auch der junge Schlussmann von Concordia nichts mehr ausrichten. Dafür muss aber ein Penalty für die Luganesi her, den Filip Holender problemlos versenkt. Concordia-Verteidiger Marco Mandal hatte den Ball zuvor an die Hand bekommen. «Es ist bitter, dass wir das erste Tor durch einen Penalty kassiert haben, aber so ist Fussball«, sagt Sahin. Nach dem Büchsenöffner für Lugano nimmt das Spiel seinen erwarteten Lauf. Die Concordia-Spieler werfen sich in jeden Schuss der Gäste. Diese wiederum machen nur das Nötigste. Der Einsatz der Gäste reicht aber, um in der 30. Minute durch Alexander Gerndt nach einem Konter den zweiten Treffer zu erzielen.

Ein Sturmlauf der Tessiner ist es nicht in der ersten Halbzeit. Vor allem ganz zu Beginn agiert der Basler Zweitligist keck und setzt vereinzelt mit Weitschüssen Nadelstiche. Dafür gibt es auch Lob von Trainer Nikola Marunic: «Wir konnten 19 Minuten lang unseren Plan halten, damit bin ich sehr zufrieden».

Der Klassenunterschied zeigt sich nach der Pause

In der zweiten Hälfte demonstrieren die Spieler des FC Lugano, warum sie in der vergangenen Saison in der Super League auf dem dritten Platz landeten. Ein ums andere Mal spielen die Profis die Basler Amateure schwindlig. Marco Aratore erzielt in der 49. Minute nach der schönsten Kombination des Abends das dritte Tessiner Tor.

Concordia kommt nach Wiederanpfiff kaum mehr in die Platzhälfte des Gegners. Ein Ehrentreffer liegt in weiter Ferne. Jubel bricht auf den Rängen dafür aus, als ein Lugano-Spieler einen Beinschuss kassiert. Es sind die kleinen Freuden des Aussenseiters. Über Tore können jedoch nur die Tessiner Gäste jubeln. Ihre Lufthoheit bei Eckbällen nutzen sie zu zwei weiteren Treffern aus. Symptomatisch ist dabei das vierte Tor. Zwei Mal wehrt Sahin aus kurzer Distanz reflexartig ab, beim dritten Versuch der Luganesi ist aber auch er machtlos.