«Wir wollen die Gruppenphase überstehen und in die Zwischenrunde einziehen», erklärt Stéphanie Bannwart. Die 22-Jährige, welche die letzten zwei Saisons für Sm’Aesch Pfeffingen gespielt hat, steht mit der Schweizer Volleyball-Nationalmannschaft vor dem grössten Event in ihrer Karriere – der Heim-Europa-Meisterschaft im Zürcher Hallenstadion.

Einen Gegner schlagen

Um dieses Ziel zu erreichen, muss das Team um Trainerin Svetlana Ilic mindestens einen Gegner in der Gruppenphase schlagen. Ein Unterfangen, das durchaus realistisch ist. «Wir rechnen uns schon etwas aus und wir geben alles, um unser Ziel zu erreichen», sagt Bannwart zuversichtlich. Zudem kann man auch auf zahlreiche Unterstützung des Heimpublikums zählen.

Harter Brocken zum Auftakt

Den Start ins Turnier wird den Schweizerinnen aber alles andere als leicht gemacht. Mit Italien wartet gleich im Eröffnungsspiel am Freitag ein harter Brocken. Die zweifachen Europameisterinnen von 2007 und 2009 belegen zurzeit Platz vier in der Weltrangliste. Im Vergleich: Die Schweiz liegt auf dem 109. Rang und war letztmals vor 42 Jahren an einer EM-Endrunde. Dennoch bleibt Bannwart auch vor diesem Gegner optimistisch: «Wir haben nichts zu verlieren. Gegen so einen starken Gegner zu spielen spornt uns zusätzlich an.» Angst vor einem herben Rückschlag, der dann auch die Moral drücken wird, hat die 22-Jährige keine. «Der Einstieg ins Turnier ist dann gleich auf dem höchsten Level, das ist ein Vorteil. So sind wir gleich vorbereitet für die beiden weiteren Partien. Wir werden auf jeden Fall alles geben und vielleicht ja auch für eine Überraschung sorgen», fährt sie schmunzelnd fort.

Selber Druck ausüben

Die weiteren beiden Partien gegen Belgien und Frankreich seien dann doch fast die wichtigeren – mindestens ein Sieg muss her. «Wir müssen uns auf uns konzentrieren, unser Spiel aufziehen und einfach unsere Leistung abrufen. Wir dürfen uns nicht beirren lassen, was auf der anderen Seite des Netzes passiert», erläutert Bannwart. Konkret heisst das, dass die eher kleinen Schweizerinnen beim Service Druck ausüben, um die Abnahme der Gegnerinnen zu erschweren. «Wir können die Gegnerinnen mit unserer Defensive in Verlegenheit bringen, wenn wir einfach jeden Ball wieder zurückbringen», sagt sie weiter.

Viel Selbstvertrauen getankt

Nach einer langen und intensiven Vorbereitung ist die 1.84-Meter grosse Spielerin bereit. «Wir konnten viel Selbstvertrauen tanken und haben gegen gute Gegner viele gute Spielzüge gezeigt», weiss Bannwart. «Wir haben gemerkt, wie wir uns langsam an das hohe europäische Level angetastet haben. Das hat uns sicherlich noch viel Motivation gegeben. Hinter der Teilnahme steckt auch eine gewisse Genugtuung», fährt sie weiter.

Gute Vorbereitung

Persönlich ist Bannwart ziemlich zufrieden mit ihrer Vorbereitung. «Als Ergänzungsspielerin ist es mir gut gelungen, meine Chancen zu nutzen. Ich gehe also guten Mutes ins Spiel», entgegnet sie. Denn es könnte durchaus ihr letzter Grossevent sein. Nach der EM wechselt die 22-Jährige, die nach abgeschlossenem Gymnasium zwei Zwischenjahre eingelegt hat, um sich voll auf den Sport zu konzentrieren, an die Fachhochschule in Chur. «Dann werde ich ein wenig kürzertreten müssen», erklärt Bannwart.