Volleyball
Traktor-Präsident über die geplante Fusion: «Es geht darum, Synergien zu nutzen»

Roland John erklärt, warum sein Verein mit den Frauen von Volley Glaibasel fusionieren wird und warum er die Hoffnung hat, dass die NLA-Mannschaft von Traktor sich dadurch sportlich verbessert.

Simon Leser
Merken
Drucken
Teilen
Für die NLA-Mannschaft von Traktor Basel soll es durch die Fusion mit Volley Glaibasel sportlich vorwärts gehen.

Für die NLA-Mannschaft von Traktor Basel soll es durch die Fusion mit Volley Glaibasel sportlich vorwärts gehen.

Bild: zVG/Jeannot Broch

Was hat der NLA-Verein Traktor Basel davon, wenn es sich mit einem Amateur-Frauenverein zusammenschliesst?

Roland John: Zum einen ist es ein gesellschaftlicher Faktor. Mit der Fusion sind wir kein reiner Männerverein mehr. Zum anderen ist es für den Vorstand interessant, weil neue Meinungen reinkommen. Wir haben gemeinsam schon Projekte durchgeführt, betrieben zum Beispiel eine Buvette. Das machte Spass.

Was sind die Vorteile einer Fusion?

Da spielen praktische Überlegungen eine Rolle. Einen grösseren Verein kann man effizienter managen. Die Verwaltung ist zentralisierter und es braucht beispielsweise nur noch einen Finanzchef. Ein grösserer Verein hat auch mehr Gewicht bei den Behörden, wenn es um neue Hallen oder die Hallenbelegung geht. Zudem ergibt sich die Möglichkeit, Events wie Turniere zu organisieren. Da sind automatisch mehr Helfer vorhanden.

Was passiert mit den Leuten, die nun ein doppeltes Amt ausüben?

Einige Posten, die bei beiden Vereinen besetzt sind, entstanden bisher ein bisschen aus der Not. Diese Leute sind froh, dass sie die Ämter abgeben und etwas anderes übernehmen können. Wir werden den Vorstand zudem vergrössern.

Sie wollen durch die Fusion auch die Nachwuchsarbeit verbessern. Wie kann das gelingen?

Es geht darum, Synergien zu nutzen. Dazu gehört das erleichterte Organisieren von Trainerinnen und Trainern. Diese können vor allem bei den jüngeren Mitgliedern sowohl Buben als auch Mädchen trainieren. Dafür braucht es keine spezialisierte Person. Hier sehen wir noch Potenzial.

Zur Person

Roland John

Roland John

Präsident Traktor Basel

Hat so eine Fusion auch finanzielle Vorteile?

Wir erhoffen uns, dass wir durch mehr Leute im Verein ein grösseres Netzwerk aufbauen können. Dies soll bei der Sponsorensuche helfen.

Werden die Zuschauer bei der NLA-Mannschaft von Traktor einen Unterschied bemerken?

Sie wird sicherlich weiterhin Traktor heissen. Deswegen wird sich hier nicht viel verändern.

Gibt es für den Verein aber einen neuen Namen?

Wahrscheinlich schon, da sind wir aber noch in Diskussionen. Letztendlich wird der definitive Name an der ausserordentlichen Generalversammlung im April entschieden.

Wird Traktor durch die Fusion sportlich einen Schritt nach vorne machen können, weil mehr Geld vorhanden ist?

Das ist die Hoffnung.

Die Mitglieder werden im April über die Fusion entscheiden. Was stimmt Sie zuversichtlich?

Die Fusion war in beiden Vereinen schon bei der letzten regulären Generalversammlung ein Traktandum. Die Mitglieder von Traktor haben einstimmig dafür gestimmt. Das gleiche gilt für Volley Glaibasel.

Eine Dreierfusion scheiterte am Veto von SC Uni Basel. Weshalb strebte Traktor diese Dreierfusion überhaupt an?

Wir wollen einen grösseren Verein, der regional eine wichtige Rolle spielt und national eine gute Ausstrahlung hat. Bei der Namenssuche kamen wir auf Uni Basel, bis in die 1990er Jahre das Schweizer Label für Spitzenvolleyball. Die Frauen des Vereins haben den Volleyballsport geprägt. Uni Basel ist ein attraktiver Name, deswegen gingen wir auf sie zu. Unsere Pläne waren aber vielleicht zu schnell, die Zeit für eine Dreierfusion ist noch nicht da.

Zuerst stehen ab Samstag die Playoffs an. Welche Ziele verfolgt Traktor?

Die erste Runde gegen Genf ist ein schwieriges Los. Es wäre vermessen, die nächste Runde als Ziel auszurufen, denn dafür braucht es drei Siege. Das Ziel ist aber, dass wir in den Rängen fünf bis acht, die ausgespielt werden, uns gut verkaufen. Als Minimalziel wollen wir den letzten Platz verhindern.