Super League

Vollgas von Anfang an: Der FC Basel muss gegen YB sein Startproblem korrigieren

Treffen statt herumhampeln: Arthur Cabral und sein FCB sind gegen YB unter Druck.

Treffen statt herumhampeln: Arthur Cabral und sein FCB sind gegen YB unter Druck.

Aktuell bekundet der FC Basel in der Anfangsphase oft Probleme. Gegen YB muss sich das ändern, sonst ist die Stimmung ähnlich wie vor einem Jahr. Damals verlor der FCB Anfang Dezember zu Hause gegen YB mit 1:3 und die Spieler beklagten sich anschliessend bei Präsident Bernhard Burgener.

Der FC Basel hat ein Startproblem. Was schon vor der Länderspielpause in den Spielen gegen Xamax oder im Cup gegen Lausanne-Ouchy zu beobachten war, hat sich in den letzten beiden Partien in Genf und Krasnodar manifestiert. Während der FCB vor der Nati-Pause noch auf die Rückstände reagieren konnte, gab es jetzt zwei diskussionslose Pleiten. Gegen Servette hätte die Niederlage auch höher ausfallen können, gegen Krasnodar musste der russische Goalie in den gesamten 90 Minuten nur einen einzigen Schuss parieren. «Wer kein Tor schiesst, kann auch kein Spiel gewinnen», sagte Fabian Frei nach dem Spiel in Russland.

Auch Präsident Bernhard Burgener ist aufgefallen, dass sich der FCB in regelmässigen Abständen unerwartet schwer tut. «Wir analysieren die Sache. Wir haben uns die Frage schon mehrmals gestellt, wie das passieren kann, dass die Mannschaft in einem Spiel voll da ist, und im nächsten Spiel wieder nicht. Ich habe die Antwort noch nicht gefunden», sagte Burgener diese Woche bei «Telebasel». Der Präsident liess durchblicken, dass Trainer Marcel Koller da in der Verantwortung steht, seine Mannschaft in Zukunft besser einzustellen. Am Sonntag im Spitzenspiel gegen YB muss das unbedingt besser funktionieren als zuletzt.

Burgener weist gerne darauf hin, dass der FCB die Meisterschaft im vergangenen Jahr in den Direktduellen gegen die Berner verloren hat. «Hätten wir viermal gewonnen, wären wir Meister geworden», sagte er an der GV im Sommer. Dem Präsidenten ist es ein grosses Anliegen, dass sein Team in den Duellen mit YB in Sachen Kampfgeist und Leidenschaft alles in die Waagschale wirft. Wahrscheinlich hat er sich auch deshalb in dieser Woche öffentlich geäussert, um die Mannschaft von aussen zusätzlich zu motivieren. Denn Koller gilt zwar als akribischer Arbeiter, aber nicht gerade als grosser Motivator.

In dieser Hinsicht nimmt Fabian Frei seinen Trainer aber in Schutz. «An der Ansprache vor dem Spiel liegt es nicht. Die ist gleich wie immer.» In Krasnodar waren es die Russen, die das Publikum von Beginn an hinter sich brachten. Gleiches will auch der FCB gegen YB schaffen. «Wenn du von Anfang an zu Chancen kommst, ist das Publikum gleich hinter dir. Dann läufts», sagt Frei. Die Muttenzerkurve gibt ihren Lieblingen sogar einen kleinen Vorschuss. Am Sonntag ist bereits vor dem Anpfiff eine Choreo geplant.

Mit einer Niederlage in das vorentscheidende Spiel

Natürlich dauert die Meisterschaft noch lang. Trotzdem hat das Spiel gegen YB vorentscheidenden Charakter. Bei einer Niederlage wüchse der Vorsprung auf sieben Punkte an, bei einem Sieg spürt YB wieder den Atem des FCB im Nacken.

Auch YB hat am Donnerstag in der Europa League verloren. YB-Flügel Christian Fassnacht vermisste beim 1:2 zu Hause gegen Porto grundlegende Dinge: «Wir waren zu wenig aggressiv und haben dem Gegner zu viel Platz gelassen.» Gegen Basel soll sich das wieder ändern. Beide Teams wollen eine Reaktion zeigen. Die Berner haben allerdings einen grossen Ausfall zu beklagen: Fabian Lustenberger fehlt verletzungsbedingt.

Der FCB seinerseits muss auf die gesperrten Valentin Stocker und Kemal Ademi verzichten. Zwar hat Basel bei der SFL Rekurs für die vier Spielsperren von Stocker eingelegt, doch am Sonntag wird er so oder so nicht spielen können. Koller kritisiert die emotionalen Ausbrüche seiner Spieler. In Russland stand auch Omar Alderete nach seiner Privatfehde mit Ari kurz vor einem Platzverweis. «Wir brauchen Emotionen, aber positive. Keine Hahnenkämpfe, wo man Gelb oder Rot bekommt. Das bringt nix», so der Trainer.

Immerhin stehen Taulant Xhaka, Raoul Petretta und Edon Zhegrova wieder zur Verfügung. Vielleicht können sie den Unterschied ausmachen, damit der FCB diesmal von Anfang an Vollgas gibt und die Meisterschaft mit einem Heimsieg gegen YB wieder spannender gestaltet.

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