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Vom Auftritt auf der europäischen Bühne zurück zur Kernaufgabe

Murat Yakin hofft im Spiel gegen Aarau auf Marco Streller.

Murat Yakin hofft im Spiel gegen Aarau auf Marco Streller.

FCB-Trainer Murat Yakin hofft gegen Aarau auf den Einsatz seines Captains Marco Streller. Im Gegenzug muss er wohl noch länger auf den verletzungsgeplagten Fabian Schär verzichten, der sich im Training erneut verletzt hat.

Ein bisschen durch die österreichische Brille haben die rot-weiss-roten Medien schon geschaut, als sie am Freitag damit begannen, das 0:0 in der Europa League gegen den FC Basel aufzuarbeiten. Beim Studium der Schweizer Presse sind sie nämlich zum Schluss gekommen, hierzulande sei man fast ein bisschen stolz darauf, dem Giganten aus dem Nachbarland Paroli geboten zu haben. Nach dem Motto: Salzburg sei zwar schon besser gewesen, aber der FC Basel habe ein starkes Lebenszeichen von sich gegeben.

«Der Standard» beurteilte das Unentschieden indes als leistungsgerecht. «Salzburg hatte die Partie meist im Griff. Zu Glanz, Genialität, Fantasie und Präzision wie in den beiden Spielen gegen Ajax Amsterdam reichte es diesmal aber nicht. Der berühmte letzte Pass kam selten bis nie an», schrieb die Zeitung.

Unzufriedene Salzburger

Mit «Rumpelfussball» umschrieb der «Kurier» das Geschehen auf dem St. Jakob-Rasen. Von einer «Partie auf Augenhöhe», die aber «kein Augenschmaus» gewesen sei. Der Blick des Berichterstatters in die Spieleraugen machte ihm deutlich: Da war «Enttäuschung» und eine «etwas gedrückte Stimmung». Zumindest einen Torerfolg hatten die Salzburger ja schon erwartet. Was auch verständlich war nach einer grandiosen Serie von 61 Spielen, in denen ihnen immer zumindest ein Treffer gelungen war. «Wir wollten unbedingt treffen. Aber der letzte Pass hat diesmal nicht geklappt, solche Situationen haben wir schon besser ausgespielt. Vielleicht haben uns da die Konzentration und die Konsequenz gefehlt», sagte Mittelfeldspieler Christoph Leitgeb.

«Wenn die Spieler enttäuscht sind nach einem 0:0 in Basel, dann spricht das für die Jungs. Wir haben heute nicht ganz so gespielt wie schon in der Vergangenheit, nur phasenweise hat es gepasst», sagte Sportdirektor Ralph Rangnick. Der Schweizer Verteidiger Christian Schwegler, wegen muskulärer Probleme in der Pause prophylaktisch ausgewechselt, sagte: «Das Risiko, dass der Muskel reisst, wäre zu gross gewesen. Das Resultat ist ärgerlich, denn die Chancen waren für uns da. Basel hat sehr gut und hart gespielt. Wir sind zu Hause jedoch eine Macht, das wollen wir zeigen. Wir werden das Hinspiel analysieren und einen Plan finden, wie wir sie knacken können.»

In der heimischen Liga eine Macht

Dafür zuständig ist Trainer Roger Schmidt. Dieser gibt sich überzeugt: «Wir werden das Ding zu Ende bringen.» Der Deutsche meinte zwar damit den Aufstieg in die Viertelfinals in der Europa League, hätte sich aber genauso gut auf die heimische Bundesliga beziehen können. In dieser kann sich Red Bull nämlich schon morgen feiern lassen, wenn es daheim gegen den WAC gewinnt und Grödig zu Hause gegen Schlusslicht Wacker Innsbruck verliert sowie Austria (bei Sturm Graz) und Rapid (daheim gegen Ried) nicht gewinnen.

Wenn immer wieder der Vorsprung von 25 Punkten bewundernd thematisiert wird, so sollte nicht übersehen werden, dass der Tabellenzweite Grödig, wie der FC Aarau in der Super League, ein Aufsteiger ist. Einer, der zwar ebenfalls positiv überrascht, im Quervergleich aber kaum stärker als die Mannschaft vom Brügglifeld ist. Und erst ein paar Monate sind es her, seit der FC Thun in der Europa League den österreichischen Spitzenklub Rapid Wien zu Hause diskussionslos abblitzen liess und auswärts nur unglücklich unterlag.

Aarau nicht unterschätzen

Apropos Aarau. Just mit dieser Mannschaft bekommt es der FC Basel morgen im St. Jakob-Park zu tun. «Die Aarauer haben den Ligaerhalt so gut wie geschafft», denkt Murat Yakin. «Sie werden mit viel Selbstvertrauen antreten und mit dem Gefühl, nichts zu verlieren zu haben.» Die Basler aber wissen, dass die Super League ihre Kernaufgabe ist und ein Unterschätzen des Gegners fatale Folgen hätte.

Sorgenkind Fabian Schär

Der Basler Trainer ist erleichtert, dass sich in der intensiv geführten Partie gegen Salzburg kein weiterer Spieler verletzt hat. Ganz im Gegensatz zum Training tags zuvor, als sich der von einer Patellasehnenverletzung genesene Fabian Schär eine Sprunggelenksblessur zuzog. «Die Schwellung machte eine Untersuchung bisher nicht möglich», sagte Yakin. «Am Montag werden wir Klarheit erhalten, wie gravierend die Verletzung ist.» Und heute nach dem Abschlusstraining wissen, ob Marco Streller gegen den FC Aarau auflaufen kann. Während Marcelo Diaz möglicherweise ins Kader zurückkehrt, stehen Behrang Safari, Kay Voser, Taulant Xhaka und Ivan Ivanov weiterhin nicht zur Verfügung.

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