Vier Akteure (Benjamin Huggel, Kay Voser, Taulant Xhaka und Gilles Yapi) sind verletzt. Ein Quartett (David Ángel Abraham, Cabral, Alex Frei und Genséric Kusunga) gesperrt. Und Valentin Stocker wird ebenfalls in Basel bleiben, denn «wir wollen auf Kunstrasen nichts riskieren, da Vali aus einer langwierigen Verletzung kommt», so Basel-Trainer Heiko Vogel gestern Mittag. Dass Fwayo Tembo beim FCB kein Thema mehr ist, sei auch noch erwähnt. Dennoch kann Vogel eine Elf nominieren, welche substanziell den nationalen Rivalen überlegen ist. Und mit grösster Wahrscheinlichkeit werden mit Scott Chipperfield und Philipp Degen Akteure auf der Ersatzbank Platz nehmen, die vom Boulevard in Bern, Luzern und Zürich als «Superstars» verkauft würden.

Kurzer Genuss

Nur 16 Stunden nach dem Triumph über Manchester United richtete Alex Frei seinen Fokus bereits wieder nach vorne, auch wenn der Leimentaler morgen nicht mit von der Partie sein wird. «Am Mittwoch haben wir in einem Hexenkessel, vor euphorisierten 36000 Zuschauern, gespielt. Am Sonntag treten wir auf Kunstrasen in einem Stadion an, wo kaum mehr als 4000 Zuschauer anwesend sein werden. In einer Atmosphäre, die wohl eher einer Tiefkühltruhe entsprechen wird. Aber genau in solch einem Spiel muss man noch mehr geben. Und hier werden Meisterschaften entschieden. Und die Scouts nehmen bei solchen Partien die Talente, welche in eine grosse europäische Liga wollen, unter die Lupe», erklärte Frei. Damit wollte der Ex-Nationalspieler sagen, dass im Alltag die Spreu vom Weizen getrennt wird – und nicht in Matches der Königsklasse.

Bestandene Klassespieler

Xamax begann die Saison 2011/12 mit drei Niederlagen, holte den ersten Punkt in Runde 4 (0:0 in Thun) und erzielte die ersten Saisontreffer in der 6. Runde beim 2:0-Erfolg in Zürich gegen den FCZ. Würde man nur eine Rangliste aus den letzten zwölf Meisterschaftspartien machen, so hiesse der erste Verfolger des FCB… Xamax! «Die Neuenburger verfügen über viel Substanz. Das war mir schon zu Beginn der Saison bewusst. Wer vier Spieler aus der spanischen Primera División verpflichtet, spielt nicht um den Abstieg», so Vogel. Dass aussersportliche Gründe «es schwer machen, sich nur auf den Fussball zu konzentrieren, ist normal», erklärt Victor Sanchez (24), der beim FC Barcelona das Fussball-Abc erlernt hat. Aber auch Verteidiger-Haudegen David Navarro (31) und das Sturm-Duo Angel Ariel Ariz-mendi (27) und Kalu Uche (29) waren im Lande des Weltmeisters bestandene Klassespieler bei renommierten Klubs. Der Nigerianer Uche schoss in vier Saisons in der höchsten Spielklasse für Almeria 27 Tore, Arizmendi spielte für Atlético Madrid, Deportivo La Coruña, Real Zaragoza und Valencia.

Doch weder Absenzen noch renommierte Gegenspieler können den FCB von seinem Erfolgsweg abhalten. Heiko Vogel erklärte klipp und klar, dass «ich mit einer Punkteteilung nicht zufrieden wäre. Denn unser Credo lautet: Erfolg verpflichtet».