NUC-Trainer Silvan Zindel hatte es bereits vor dem Spiel klar definiert: «Heute wollen wir Sm’Aesch Pfeffingen fordern und wenn immer möglich Punkte holen.» Und genauso wie es der Trainer gefordert hatte gingen die Gäste in diese Partie der beiden Volero-Verfolger. Die Neuenburgerinnen spielten praktisch jeden Angriff über ihre Topskorerin Elizabeth Campbell und die US-Amerikanerin punktete jeweils sicher.

Nach dem zwischenzeitlichen 16:16 gingen die Gäste mit drei Punkten in Führung. Dies auch deshalb, weil die Angriffe des Heimteams zu durchsichtig waren und die sonst sicheren Punktesammlerinnen Laura Künzler und Maja Storck zu viele Bälle nicht im Feld unterbringen konnten. Doch wie schon so oft in den letzten Spielen konnte das Team von Head-Coach Timo Lippuner mit einem Steigerungslauf und Punkten von Capitaine Barbara Duarte den Satzverlust noch abwenden.

Den Gegner aufgebaut

Dass eine solche Aufholjagd irgendwann nicht mehr funktioniert, mussten die Sm’Aesch-Spielerinnen im zweiten Satz knallhart erfahren. Nachdem Monika Smitalova ihr erster Punkt(!) zum 2:3 gelungen war, setzten sich die Gäste sukzessive ab. Dass dabei auch die schwache Defensivarbeit der Baselbieterinnen eine grosse Rolle spielte, sah auch der Trainer so und ersetzte seine Stammlibera Thays Deprati durch die erst 17-jährige Alexandra Lorenz. Doch beim Spielstand von 11:18 war die Sache eigentlich schon gelaufen und der Satzausgleich perfekt. Es war dies nach vier zu Null-Siegen der erste Satzverlust für Sm’Aesch Pfeffingen.

Auch im dritten Durchgang, jetzt wieder mit Nationalmannschafts-Libera Deprati, war bei den ihr bislang schwächstes Saisonspiel zeigenden Gastgeberinnen keine Steigerung auszumachen und der «Chef» an der Linie war der Verzweiflung nahe. Die Annahme bei den meisten Akteurinnen mangelhaft, die Aufschläge zu wenig zwingend und die Blockarbeit meistens so gut wie nicht vorhanden. Heisst in Zahlen ausgedrückt: 19:25 und 1:2- Satzführung für Viteos Neuchâtel.

Sm’Aesch nimmt die Herausforderung an

Ziemlich angesäuert kamen die Sm’Aesch-Spielerinnen für den vierten Satz aufs Feld und zeigten endlich, warum sie in den letzten Partien ihre Gegnerinnen dominiert hatten. Topskorerin Laura Künzler fand endlich die Lücken in der NUC-Defensive und auch die Estin Anu Ennok wurde in dieser wichtigen Phase zum sicheren Wert. Dank dem 25:19-Satzgewinn musste das Tie-Break entscheiden. In diesem lag Sm’Aesch wegen zu vielen Eigenfehlern schnell mit 1:5 und 4:8 in Rücklage.

Doch jetzt schien das in den letzten Wochen offenbar gereifte Sieger-Gen zu wirken und der Rückstand wurde in einen 12:10-Vorsprung gedreht. Und das jetzt endlich erwachte Publikum trug sein Team zum ersten Matchball, welchen Ennok mittels Block-Out verwertete. «Wir müssen aus allen Situationen unsere Lehren ziehen. Es kann nicht immer gut gehen, wenn wir in Rückstand liegen und uns erst dann auf unsere Stärken besinnen. In den Playoffs werden nur solche Partien anstehen und plötzlich reicht es dann nicht mehr zum Sieg», sagte ein ziemlich geschaffter Lippuner nach dem nervenaufreibenden und noch gewonnenen Spiel.