FCB-Zahl der Woche
Vom Pech verfolgt? Nein, der FC Basel hat mehr Glück als seine Gegner

Die Saison ist für den FC Basel gelaufen. Den Berner Young Boys die Meisterschaft noch abzuknüpfen ist praktisch unmöglich. Trotzdem kann man noch Positives sehen: In Sachen Chancenverwertung schlägt sich der FCB sehr gut.

Jakob Weber
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Mohamed Elyounoussi: Chancentod des FC Basel

Mohamed Elyounoussi: Chancentod des FC Basel

Keystone

Das deutsche Fussballmagazin «11 Freunde» hat sich dem Phänomen Lucien Favre gewidmet. Sei es beim FCZ, Hertha Berlin, Gladbach oder Nizza. Unter dem Schweizer Trainer spielen die Mannschaften besser als vorher. Man könnte sogar sagen, die von Favre trainierten Teams spielen über ihren Möglichkeiten. Rechnet man die Trefferwahrscheinlichkeit aus allen Grosschancen zusammen, ergibt sich ein zu erwartender Trefferwert. Gleiches lässt sich für die gegnerischen Grosschancen machen. Diese Zahlen lassen sich dann mit den tatsächlichen Toren und Gegentoren vergleichen.

Chancen, Tore und Auswertung

Chancen, Tore und Auswertung

bz

Favres Nizza hatte im vergangenen Jahr ein um 37 Tore besseres Torverhältnis, als zu erwarten gewesen wäre. Ähnliche Werte verzeichnet Favre bei seinen vorherigen Trainerstationen. Die Erkenntnis der statistischen Analyse von «11 Freunde»: Favres Mannschaften haben mehr Glück als ihre Gegner. Und zwar so viel mehr, dass Favres Spielstil das Glück erzwingen muss. Stichwort Chancenverwertung.

Der FCB ist vom Pech verfolgt

Das bringt uns zum FC Basel. Für die Schweizer Liga liegen die zu erwartenden Tor- und Gegentorwerte zwar nicht vor, der Faktor Glück lässt sich anhand der Chancenverwertung und der Aluminiumtreffer dennoch erörtern. Anhand der ernüchternden Situation in der Liga, ist nicht nur klar: Wicky ist nicht Favre. Es liegt auch der Verdacht nahe: Der FCB ist vom Pech verfolgt. Diese These wurde jüngst befeuert, als Albian Ajeti den Ball gegen YB an die Latte zimmerte und anschliessend auch noch der FCB-Unglücksrabe Nummer 1 das Spielgerät an den Pfosten stockerte.

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Grosschancen hatte Mohamed Elyounoussi in dieser Saison bislang. Interner FCB-Rekord. Zu verbessern bleibt die Ausbeute: Nur sieben Tore gelangen dem Norweger.

Doch der Schein trügt. Vergleicht man die FCB-Grosschancen mit der Torausbeute, kommt Basel wettbewerbsübergreifend auf eine Trefferquote von 30 Prozent. Die Gegner verwerten nur 27 Prozent ihrer gefährlichen Torchancen. Basel agiert also vor dem Tor effektiver, beziehungsweise glücklicher als die Gegner. Auffällig ist, dass sowohl FCB (36 Prozent) als auch Gegner (40 Prozent) in der Champions League effektiver sind.

Auch die Aluminiumstatistik zeigt, dass der FCB nicht sonderlich bevorteilt ist. Bei Latten- und Pfostentreffern hat der FCB 15-mal Pech und 13-mal Glück. Nizza scheiterte in dieser Saison nur 8-mal am Gebälk. Zufall? Oder Favre.