Wenn die eigene Mannschaft nach einer 2:0-Führung noch unentschieden spielt, ist ein Trainer in der Regel nicht glücklich. Arjan Peço bildete nach dem 2:2 in Brühl die Ausnahme. «Wichtig war, dass wir die Negativserie beenden konnten», sagte der Trainer des FC Basel U21, der in den vorherigen drei Partien jeweils als Verlierer vom Feld gegangen war.

Den Gästen war eine etwaige Verunsicherung nicht anzumerken, im Gegenteil. «Die erste Halbzeit in Brühl waren unsere besten 45 Minuten in dieser Saison», fand Peço. Zwei schöne Tore durch Julian Von Moos (21.) und Tician Tushi (24.) nach weiten Bällen aus der eigenen Platzhälfte waren ein eher geringer Lohn dafür. Die Ostschweizer hätten sich nicht beschweren können, wenn sie hoffnungslos zurückgelegen wären.

Weil den Gastgebern mit der ersten Aktion nach dem Seitenwechsel im Anschluss an einen Basler Ballverlust der Anschlusstreffer gelang, kamen die Brühler zurück ins Spiel. Die Gäste gerieten mächtig unter Druck und konnten sich erst im Verlaufe der zweiten Halbzeit davon befreien. Dennoch war es das Heimteam, das dank einem Kopfballtreffer des Super-League-erfahrenen Samel Sabanovic in der 74. Minute zum Ausgleich kam. «Trotzdem ist es ein guter Punkt für uns», lautete Peços Fazit.

Black Stars bodigen auch Old Boys im Derby

Während der Negativtrend des Basler Nachwuchses in der Promotion League ein Ende fand, konnte der FC Black Stars eine Liga tiefer seine positive Serie verlängern. Der ungeschlagene Leader der Gruppe 2 bezwang den BSC Old Boys zu Hause mit 2:1 und feierte den fünften Sieg im sechsten Spiel.

Die Gäste waren in einem weitgehend ereignisarmen Derby gleichwertig gewesen und haderten mit dem Schicksal. «Es ist nicht das erste Mal in dieser Saison, dass wir einen Match verlieren, in dem wir nicht schlechter sind», meinte Trainer Aziz Sayilir mit einem gequälten Lächeln. «Aber wenn du oben stehst, dann hast du in den entscheidenden Situationen das nötige Glück, die nötige Cleverness oder das nötige Selbstvertrauen.»

Kein überzeugender, aber ein siegreicher Auftritt

Sayilirs Antipode Samir Tabakovic wusste, dass der Auftritt seiner Equipe spielerisch nicht wirklich toll gewesen war, hob aber hervor, dass man dennoch den Sieg gesucht hatte. Den entscheidenden Treffer zum 2:1 hatte drei Minuten vor Schluss Donat Rrudhani markiert. «Ich habe ihn im Verlauf der Partie immer wieder die Seite wechseln lassen – zum Glück war er in dieser Szene auf links», lachte der Black-Stars-Trainer. Denn so hatte der junge Kosovare den Ball auf seinem starken linken Fuss und konnte ihn aus zehn Metern per Dropkick unter die Latte hämmern, nachdem Teamkollege Artan Shillova und OB-Goalie Christian Baldinger in einem Luftduell das Spielgerät bei einer Flanke verpasst hatten.

Der Favorit war in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs in Führung gegangen. Valon Muslija sah zwar seinen Penalty von Baldinger pariert, traf aber im Nachschuss. Neun Minuten nach dem Seitenwechsel konnte der Aussenseiter das Skore egalisieren: Nach einem seitlichen Freistoss von Seydou Ouedraogo verlängerte Dario Harambasic den Ball mit dem Hinterkopf ins Netz.

In der 60. Minute vergab Luftëtar Mushkolaj die goldene Möglichkeit zum 1:2, als ihm nach toller Vorarbeit von Kaltrim Osaj freistehend im Sechzehner die Ballannahme misslang. Den Black Stars hingegen sind solche Szenen vor dem gegnerischen Tor momentan fremd. «Wir haben wie bereits in der Vorwoche gegen Langenthal aus drei Chancen zwei Tore gemacht. Das ist top», stellte Samir Tabakovic zufrieden fest.