Basler Cupfinaltage

Vor den Basler Cupfinaltagen: Fünf Pokale innert 22 Tagen für Reinach-Trainer Marco Cecere?

Marco Cecere ist ein impulsiver Mensch – auch an der Seitenlinie beim FC Reinach.

Marco Cecere ist ein impulsiver Mensch – auch an der Seitenlinie beim FC Reinach.

Marco Cecere braucht derzeit kräftige Oberarme. Der 39-Jährige stemmt einen Pokal nach dem anderen in die Höhe. Drei sind es in dieser Saison schon. Und geht es nach seinen Vorstellungen, wird er an diesem Wochenende innert 22 Tagen gar den vierten und fünften Pokal gewinnen.

Der Reinacher Trainer verkörpert ein gängiges Klischee. Wurzeln in Sizilien, Familienmensch mit vier Kindern, fussballbesessen und impulsiv. Er gibt auch zu, dass er früher als Spieler nicht einfach war. «Ich habe viele Verwarnungen bekommen für Reklamieren. Mein Mund war immer offen. Ich war aber nie bösartig. Und einen Gegner zu verletzen kam für mich nicht infrage. Aber ich finde, es braucht Emotionen im Fussball, ob auf dem Platz oder an der Linie.»

Diese auszuleben ist als Trainer nicht mehr so einfach. Er ist deshalb froh, dass er mit Ivano Biancavilla einen ähnlichen Typen als Assistenten zur Seite hat. «Ivano ist ein Alphatier wie ich. Da ist klar, dass wir nicht immer gleicher Meinung sind. Aber das ist ja gerade auch das Gute daran.»

Bei Gross durchgefallen

Für Cecere ist wichtig, dass er alles, was er macht, mit ganzer Energie macht. Halbe Sachen gibt es bei ihm nicht und er erträgt es auch nicht, wenn nicht alle den Einsatz bringen, den zu leisten sie im Stande sind. Angefangen hat alles mit 6 Jahren beim FC Kleinhüningen. Damals hatten seine Eltern in der Nähe des Fussballplatzes einen Schrebergarten und der kleine Marco verbrachte seine Freizeit auf dem Fussballplatz. Beim FC Basel durchlief er alle Stufen bis in die U21, schaffte den Sprung in die erste Mannschaft jedoch nicht. «Bei Christian Gross fiel ich wegen der Körpergrösse durch das Raster.»

Marco Cecere (links) als Spieler beim SC Dornach im Jahr 2007.

Marco Cecere (links) als Spieler beim SC Dornach im Jahr 2007.

Die Enttäuschung darüber hätte sich in Grenzen gehalten, sagt er heute. Mit 19 Jahren wechselte Cecere erstmals zum SC Dornach. Nach einem Abstecher zum SV Muttenz und danach in die Nachwuchsequipe des FCB kehrte er wieder nach Dornach zurück. 2007 riet ihm der Arzt nach einem seiner zahlreichen Bänderrisse, dass es besser wäre, die Aktivlaufbahn zu beenden. 30 Jahre alt war Cecere damals und weit davon entfernt, ohne Fussball leben zu können. Also startete er die Laufbahn als Trainer. Diese neue Aufgabe hatte schnell seinen Ehrgeiz geweckt, sodass er die Ausbildungsleiter hochging. Heute ist er im Besitz eines A-Diploms – und stolz darauf.

Drei Pokale bisher in dieser Saison

Vor drei Jahren übernahm er die erste Mannschaft von Reinach mit dem Ziel, etwas aufzubauen und eine erfolgreiche Zeit zu erleben. Rang drei war es im ersten Jahr. Letzte Saison hinter Timau reichte es zu Platz zwei und am letzten Samstag stemmte er den Meisterpokal der 2. Liga in die Höhe. Mit den Dornacher Senioren wurde er zudem Schweizer Cupsieger und holte letzten Freitag den Pokal für den Regionalmeister. Drei Pokale sind es jetzt bislang in dieser Saison also. An Freitag bestreitet er im Final des Basler Cups mit den Dornacher Senioren den Ü-30-Final gegen Reinach und am Samstag dann mit seinem 2.-Liga-Team den Cupfinal gegen Concordia. «Fünf Pokale innert 22 Tagen, das wäre doch etwas!»

Familie beinahe immer dabei

Cecere ist ein Familienmensch, wen wundert es mit seinen Wurzeln? Seine Frau Corinne, mit der er drei Kinder hat, ist «wenn immer möglich» an den Spielen dabei. Auch die Kinder Ilaria (6) und Dario (3) interessiert es, was Papi macht, Alessio (5 Monate) ist zwar noch zu klein, ist aber dennoch immer dabei. Dimitri (15), Sohn aus erster Ehe, komme von sich aus an die Spiele, auch, weil er Fussballfan sei. Die Familie ist immer um ihn, egal, wo er ist. «Als nach dem Spiel gegen Rheinfelden der Aufstieg feststand, rief ich zuerst meine Frau an.» Die Familie wird am Samstag sicher in Aesch am Cupfinal mit dabei sein und alle Daumen drücken, dass es nochmals reicht für eine Trophäe. Wenn nicht, breche auch keine Welt zusammen. Gegen Concordia werden zwei gute, offensiv eingestellte Teams aufeinandertreffen. Die Tagesform und auch Wettkampfglück können entscheiden.

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