Es wäre vermessen, ja absolut unrealistisch, von den «Sternenflügeln» den gleichen Höhenflug wie in der letzten Saison zu verlangen. Dieser endete bekanntlich am 10. April mit einem historischen Erfolg, gewannen die Unterbaselbieter doch den Cupfinal gegen Titelverteidiger SAV Vacallo (91:83 nach Verlängerung) und holten so für die Deutschschweiz den ersten Pokal nach 41 (!) Jahren.

Die letztjährige Spielzeit bezahlten die Starwings teuer, sehr teuer, wohl zu teuer. Sind im Spitzenfussball Defizite im fünfstelligen Bereich «peanuts», so können diese im Schweizer Basketball schon mal die Existenz eines Vereines bedrohen. So sahen sich die Starwings gezwungen, das Budget massiv runterzufahren und Einsparungen vorzunehmen.

Dennoch ist es den engagierten Klubverantwortlichen gelungen, mit den zur Verfügung stehenden Mitteln eine Equipe zu bilden, welche «nicht weniger talentiert als die letztjährige ist», wie Assistenztrainer Roland Pavloski (Birsfelden) erklärt. In der Tat konnten mit Captain Tony Brown und Spielmacher Vernard Hollins die beiden Eckpfeiler gehalten werden, die beide jeweils mit knapp 20 Punkten auch Liga-Topskorer waren.

Auch die Rückkehr von Anthony McCrory, der seit Januar 2010 wegen einer schweren Schulterverletzung ausgefallen war, sollte der Mannschaft auf der Flügelposition mehr Substanz verleihen, während Alex Thompson in der Vorbereitungsphase zu überzeugen wusste und mehr als ein valabler Ersatz für den Kroaten Nenad Delic ist.

Nicht zufrieden ist man hingegen mit Sheray Thomas. Der Kanadier, welcher in den Saisons 2007/08 und 2008/09 (in der Ära von Cheftrainer Pascal Donati und der legendären Mike Coffin und Ray Henderson) bei den Starwings gespielt hatte, kam in einer völlig ungenügenden Verfassung aus Übersee nach Birsfelden und beklagte sich Woche für Woche über Blessuren. Als (negativer) Höhepunkt verletzte er sich vor einer Woche am Fuss, sodass sein Mitmachen übermorgen Samstag in Monthey unsicher ist. Mit Hollins wird in den beiden ersten Matches im Wallis und zu Hause gegen Rekordmeister Fribourg Olympic ohnehin der Teamleader noch gesperrt sein.

Weil heuer nur noch sechs ausländische Profispieler erlaubt sind, wollen die Starwings ihr Augenmerk auf die Förderung der Schweizer Spieler legen. Und mit Roman Albrecht, Joel Fuchs, Niels Matter (der Rückkehrer gefiel in den Vorbereitungen mit seiner Kampfkraft unter den Brettern) und Neuzuzug Miroslav Petkovic besitzt der Cupsieger ein Quartett, das Erfahrungen in der Nationalmannschaft oder Auswahlteams hatte. Sie und der Bieler Marcus Hett, der in seine insgesamt achte Nationalliga-A-Spielzeit (davon fünf mit den Starwings) geht, sind auch das Kapital und die Zukunft der Starwings.