Das Titelbild der jüngsten Ausgabe des Fachmagazins Handball zeigt einen strahlenden Pascal Stauber. «Uffstyg» steht in Grossbuchstaben und rot auf seinem schwarzen Pullover, darüber das Logo des RTV 1879 Basel. Das Foto widerspiegelt nicht nur Staubers Freude über den Erfolg, es steht auch für die jahrelange Identifikation mit den Basler Klubs und ebenso für das Karriereende eines grossen Sportlers und Meinungsträgers. Doch noch ist es nicht ganz zu Ende. Stauber sagt selber: «In Olten am Final 4-Turnier folgt das Dessert, jetzt kann ich nochmals voll geniessen.»

Die Aussage des 35-Jährigen mit den 116 Länderspielen wird der Bedeutung gerecht. Neben den beiden Schweizer Topteams Pfadi Winterthur und Kadetten Schaffhausen sowie dem BSV Bern hat sich der RTV Basel als klarer Aussenseiter für diesen Event zur Ermittlung des Schweizer Cupsiegers qualifiziert. Doch Stauber, dessen Abschiedsspiel vor zwei Wochen stattfand, präsentiert sich nochmals voller Spannung: «Die Realisierung des Aufstiegs war für uns erst der Hauptgang.»

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Und dabei blendet der Mathematiker aus, was die Wahrscheinlichkeitsrechnung sagt: «Im Halbfinal treffen wir auf den BSV Bern und da gewinnen wir eines von zehn Spielen.» Gelingt dies, heisst der Finalgegner je nach Ausgang des zweiten Halbfinals entweder Kadetten Schaffhausen oder Pfadi Winterthur. «Und gegen diese Gegner sinkt unsere Siegchance auf 1:20», sagt Stauber. Nichtsdestotrotz aber glaubt er daran, dass die Cup-Trophäe nach Basel kommt, «auch mit einer Wahrscheinlichkeit von 0,5 Prozent». Das sei das Schöne am Sport, auch Aussenseiter gewinnen ab und an, lacht Stauber.

Erhärtet sieht er sein Bauchgefühl beim Erfassen des Teamgeistes: «Wir sind absolut hungrig», sagt Stauber. Ausser Florian Göpfer (2x mit Kadetten Schaffhausen), Marco Vukelic (1x mit Amicitia Zürich) und ihm (1x mit Pfadi Winterthur) hat noch kein RTV-Spieler ein Cup-Final erreicht, schon gar nicht einen Cupsieg feiern können. Und Geschichte schreiben liesse sich bereits mit einem Sieg über den BSV Bern am Samstag im Halbfinal, denn: Noch nie schaffte es ein B-Vertreter in den Final. Stauber sieht trotz der beängstigenden Statistik gute Perspektiven: «Im Gegensatz zu den Bernern kommen wir aus einer Saison mit zahlreichen Erfolgserlebnissen.»

Halbfinal als vorgezogener Final

Denn die Absicht oder zumindest die Hoffnung, am Sonntagabend mit dem Pokal im Gepäck heimzukehren, hegen auch die drei (höherklassigen) Widersacher. «Können wir unser Level abrufen und die Überlegenheit in der Breite zur Geltung bringen, werden wir das Final erreichen», spricht BSV-Trainer Lukas Magnaguagno Klartext . Auch er hört wie Stauber nach diesem Wochenende (vorerst) auf.

Und da sind natürlich noch Pfadi Winterthur und die Kadetten aus Schaffhausen: die Favoriten. Auf drei Cupsiege blickt Pfadi Winterthur zurück, gar auf sieben Kadetten Schaffhausen. Sowohl für das Team von Markus Baur (Schaffhausen) wie auch jenes von Adrian Brüngger (Winterthur) aber handelt es sich mit den Final 4 lediglich um eine Zwischenstation. Beide Equipen sind in den Playoffs involviert und beide wollen auch den Meistertitel.