Am vergangenen Wochenende ist der Abstiegskampf in der 2. Liga regional ziemlich übersichtlich geworden. Der FC Oberwil und Amicitia Riehen müssen den unangenehmen Weg in die 3. Liga gehen, während der FC Gelterkinden und der FC Oberdorf heute noch der Relegation ein Schnippchen schlagen können.

In der klar besseren Ausgangslage sind die Gelterkinder, denen in Oberwil (18 Uhr, Eisweiher) bereits ein Punkt genügt, um die Klasse zu halten. Als grosser Gewinner des vergangenen Wochenendes fühlt man sich beim FCG aber nicht, wie Trainer Mario Ritter festhält: «Wir haben gegen Amicitia verdient gewonnen, aber unsere Position ist eigentlich die gleiche wie in den Wochen davor.»

Für Oberdorf kommt das Saisonende zu früh

Auf der anderen Seite ist in Oberdorf nach dem unglücklichen 1:2 in Aesch nichts von hängenden Köpfen zu spüren. «Wir hatten nach 18 Runden neun Punkte auf dem Konto. Dass wir noch immer nicht abgestiegen sind, ist eine kleine Sensation», sagt Mario De Meo und blickt auf eine turbulente Saison zurück. Viele Spielerwechsel im Sommer und Winter, kein Sportchef, kein Assistenztrainer, ein neuer Vorstand – beim FC Oberdorf war es alles andere als ruhig. Dass die Mannschaft in den letzten sieben Runden viermal gewonnen hat, erklärt Trainer De Meo damit, dass man wegen der zahlreichen Mutationen erst spät zusammengewachsen sei. «Das Saisonende kommt für uns leider ein paar Wochen zu früh!»

Damit aus der kleinen eine grössere Sensation wird, muss der FC Oberdorf nicht nur zu Hause gegen die Old Boys gewinnen (18 Uhr, z’Hof), sondern gleichzeitig auf eine Gelterkinder Niederlage im Leimental hoffen. Obwohl die Oberwiler abgestiegen sind, setzt man einige Hoffungen in sie. «Der FC Oberwil ist eine charakterstarke Truppe mit einem Trainer (Franz Glaser, die Red.), der es hasst, wenn er verliert. Ich könnte mir keinen besseren Gegner für den FC Gelterkinden wünschen», so Mario De Meo.

Vollgas trotz Neuausrichtung

Bei beiden Oberbaselbieter Vereinen herrscht Zuversicht vor der Schlussrunde. Gelterkinden kann personell aus dem Vollen schöpfen. Schlüsselspieler wie Lars Dalhäuser, Siro Altorfer und Pascal Tschopp haben in den letzten Runden erfolgreich eine achte respektive vierte gelbe Karte vermieden und stehen ihrem Trainer in Oberwil zur Verfügung. «Ich habe die drei diesbezüglich sensibilisiert, und sie haben sich in den Spielen sehr intelligent verhalten», freut sich Ritter.

Auch sein Antipode hat nur positive Worte für seine Equipe übrig. Seit der neue Vorstand vor ein paar Wochen eine sportliche Neuausrichtung ¬– man will verstärkt auf Junioren aus dem eigenen Verein setzen – beschlossen hat, ist klar, dass mehrere Spieler den Club verlassen müssen. «Trotzdem geben alle im Training Vollgas, was für den guten Charakter des Teams spricht.»

Entscheidende Strafpunkte

Bei einem Oberdörfer Sieg und einer Gelterkinder Niederlage könnte die Anzahl Strafpunkte über den Abstieg entscheiden. «In dieser Phase der Saison sind alle Details wichtig», weiss Mario Ritter, dessen Team in dieser Kategorie leicht schlechter dasteht. Er sagt aber auch: «Wir wollen drei Punkte holen und können nicht mit angezogener Handbremse spielen!» Mario De Meo ist deshalb überzeugt, «dass wir am Schluss weniger Strafpunkte als der FCG haben werden. Obwohl wir eine Multikulti-Truppe sind, spielen wir sehr fair.»