Auf dem Papier war das Heimspiel gegen die SG Wahlen/Laufen nur Formsache für Leader HSG Leimental. «Die Mannschaften aus den hintersten Tabellenregionen können auch Handball spielen», bemerkte Gästetrainer Ueli Schmidlin, dessen Team bis wenige Minuten vor Schluss an der Überraschung schnupperte. «Mit mehr Glück hätten wir hier sogar etwas geholt», so Schmidlin.

Mühe fast schon Tradition

Dass das Heimteam zu Beginn Mühe hatte, war für den Grossteil der 100 Zuschauer in der Therwiler 99er-Halle kein Novum, ist es doch in dieser 1.-Liga-Saison fast schon Tradition, einem frühen Rückstand nachzulaufen. Der Aufsteiger Wahlen/Laufen arbeitete hartnäckig und erfolgreich daran, seinen Vorsprung aufrecht zu erhalten. Auffällig dabei war Goalie Matthias Graf, der zahlreiche Leimentaler Chancen zunichte machte und auch einen Penalty Tom Ryhiners hielt (24.). 25 Sekunden vor der Pause war Graf erneut im Mittelpunkt: Nachdem er einen Abschlussversuch Robin Bruggers pariert hatte, renkte ihm der Leimentaler im Kampf um den Abpraller unabsichtlich den rechten Ringfinger aus. Vom Schmerz betäubt, versuchte der Goalie nachzuschlagen und sah vom Unparteiischen korrekterweise die rote Karte.

«Hundertprozentige nicht versorgt»

Nach dem Seitenwechsel knüpfte Ersatzgoalie Marco Studer zunächst nahtlos an Grafs Leistung an. Erst im Verlauf der zweiten Halbzeit verbesserte der Favorit seine Treffsicherheit. Als Cédric Kroos nach 54 Minuten erstmals die Führung erzielte (19:18), nutzten die Hausherren den Schub und entschieden mit drei weiteren Treffern bis zur 58. Minute das Spiel. Für Leimentals Trainer Marco Lüthi war es eine Frage der Zeit gewesen, bis seine Spieler mit dem Toreschiessen «beginnen» würden: «Wir hatten viele Hundertprozentige, die wir lange Zeit einfach nicht ‹versorgten›.»

Trotz Niederlage zufrieden

Trotz der Niederlage durfte Ueli Schmidlin am Ende zufrieden sein: «Wir werden mit jedem Spiel besser. Wir sind auf dem richtigen Weg.» Gleiches wollte Antipode Lüthi von seinem Team noch nicht behaupten: «Die Partien gegen die Spitzenteams Lyss und West werden zeigen, wo unser Weg hinführt.»