Super League
Warum der Paraguayer Blas Riveros den Doppeladler macht und andere Erkenntnisse aus dem Klassiker

Der 20-jährige Linksverteidiger Blas Riveros schiesst sein erstes Super-League-Tor und macht dann den Doppeladler-Jubel, den wir sonst von albanischen Fussballern kennen. Wie es dazu kommt und was das 3:0 im Klassiker sonst noch für Erkenntnisse brachte.

Sébastian Lavoyer
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Blas Riveros

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1. Blas Riveros ist kein Albaner

Schnell war auf Twitter vom "paraguayanischen Doppeladler" die Rede, als Blas Riveros mit ineinandergefalteten Händen seinen ersten Super-League-Treffer feierte. Der Linksverteidiger offenbart nach der Partie: "Ich machte diesen Jubel für einen Freund." Bashkim heisst er und arbeitet an der Coop-Kasse. Dort haben sie sich auch kennen gelernt. Irgendwann nämlich fragte Bashkim, ob er beim FCB kicke, Blas nickte. Bashkim spricht ein bisschen spanisch und so freundeten sie sich an. "Er hat mir schon oft geholfen. Und ich habe ihm versprochen, dass ich so jubeln werde, wenn ich ein Tor erzielen sollte", sagt Riveros und lacht. Dann meint er in den Katakomben des Joggeli zwinkernd: "Ich bin überzeugt, dass er jetzt über uns irgendwo steht und sich freut."

2. Ricky van Wolfswinkel hat es noch nicht verlernt

Am 9. September hat Ricky van Wolfswinkel vor dem Klassiker gegen den FC Zürich zum letzten Mal in einem Meisterschaftsspiel getroffen. Am 27. September beim 5:0 gegen Benfica dann zum letzten Mal überhaupt, denn an diesem Galaabend brach er sich den Mittelfuss und musste bis Ende Dezember aussetzen. Als er langsam wieder fit wurde, rutschte die Mannschaft in die Krise und Van Wolfswinkel verlor irgendwann seinen Stammplatz an Albian Ajeti. Immer öfter war im Zusammenhang mit ihm der Begriff "Fehleinkauf" zu hören. Jetzt hat der Holländer gezeigt, dass er es immer noch kann. Gegen Zürich macht er mit einem herrlichen Kopfballtor den Deckel drauf. Ob sein achtes Tor in der Meisterschaft befreienden Charakter haben wird?

3. So wäre der Meisterzug noch längst nicht abgefahren

Man hört es überall raus. "Die Automatismen greifen wieder", sagt Valentin Stocker. Und seit einigen Spielen spielt Raphael Wicky mit der gleichen Mannschaft. Zwar stellt er gegen den FCZ taktisch von 3-4-3 auf 4-2-3-1 um, weil Marek Suchy gesperrt ist und er bringt überraschend Samuele Campo, weil Mohamed Elyonoussi zehn Minuten vor Spielbeginn der Rücken zwickt, aber er hat sein Team gefunden. Das zeigen auch die Resultate. Seit dem 1:0-Sieg gegen Sion ist der FCB unbezwungen. Gegen YB müsste der Serienmeister gewinnen, muss sich aber aufgrund mangelnder Chancenauswertung mit einem 2:2 zufrieden geben. Der FCB ist wiedererstarkt. Das stimmt optimistisch im Hinblick auf die nächste Saison, wenn den Baslern dann nicht zu viele Teamstützen weggekauft werden. Und es macht wehmütig. Denn wäre der FCB seit Jahresbeginn in dieser Form, dann wäre YB mit Sicherheit keine 13 Punkte vorneweg und die Meisterschaft damit noch prickelnd. Es zeigt auch, dass man sich in der Klubführung verschätzt hat. Man rechnete damit, dass dieser Integrationprozess, dieser Findungsprozess schneller ginge, weil die drei von vier Neuzugängen Basler Vergangenheit hatten. Dem war nicht so. Und das muss eine Lehre sein.

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