FC Basel
Warum die Rückkehr von Geoffroy Serey Die trotz Dichtestress im Mittelfeld Sinn macht

Noch müssen sie sich gedulden bis zum erlösenden Moment. Noch ist er verletzt und wird erst im August ins Mannschaftstraining einsteigen. Doch schon alleine die Garantie, dass ihr Liebling in ein paar Wochen wieder das Trikot ihres FC Basel trägt, stillt die Sehnsucht vieler FCB-Fans.

Sebastian Wendel
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Geoffroy Serey Die fühlt sich wohl in Basel.

Geoffroy Serey Die fühlt sich wohl in Basel.

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Die Sehnsucht nach Figuren. Nach Figuren, mit denen sie sich identifizieren können. Auf Anhieb. Gegen die sie keine Animositäten hegen wie bei Renato Steffen oder Shkelzen Gashi.
Die Komponente «Identifikation» war sicher nicht die ausschlaggebende für die Rückkehr von Geoffroy Serey Die zum FC Basel. Aber sie ist wichtig. Wie wichtig in den Augen der Klubführung? Sportdirektor Georg Heitz: «Er kennt die Liga, den Verein, die Fans. Das ist ein Vorteil und ein schöner Nebeneffekt zu seinen Qualitäten als Fussballer.»

Der Streit mit Sousa

Folklore hin oder her – Serey Die wird dem FCB in erster Linie sportlich weiterhelfen. Vorausgesetzt, er knüpft an die Auftritte während seiner ersten Zeit in Basel an. Zum Beispiel an das gewonnene Heimspiel gegen Liverpool im Herbst 2015 (1:0), die wohl eindrücklichste Darbietung Serey Dies im rot-blauen Dress: dieser Wille, diese Rastlosigkeit, dieser Punch – wow!

Basel kann sich mit prominenten Namen verstärken.
22 Bilder
Zugang: Geoffroy Serey Die (31, Elfenbeinküste). Kommt von: VfB Stuttgart
Zugang: Charles Pickel (19, Schweiz). Kommt von: FC Basel U21
Zugang: Dereck Kutesa (18, Schweiz). Kommt von: Servette (Leihende)
Zugang: Nicolas Hunziker (20, Schweiz). Kommt von: FC Basel U21
Zugang: Eray Cümart (18, Schweiz). Kommt von: FC Basel U21
Zugang: Éder Balanta (23, Kolumbien). Kommt von: River Plate/ARG
Zugang: Seydou Doumbia (28, Elfenbeinküste). Kommt von: AS Rom (Leihe)
Zugang: Djordje Nikolic (19, Serbien). Kommt von: FK Jagodina
Zugang: Mohamed Elyounoussi (21, Norwegen). Kommt von: Molde FK
Zugang: Kevin Bua (22, Schweiz/Spanien). Kommt von: FC Zürich
Zugang: Omar Gaber (24, Ägypten). Kommt von: Zamalek SC
Zugang: Blas Riveros (18, Paraguay). Kommt von: Olimpia Asuncion
Abgang: Cedric Itten (19, Schweiz). Wechselt zu: Luzern (Leihe)
Abgang: Musa Araz (22, Schweiz, Türkei) Wechselt zu: Lausanne
Abgang: Behrang Safari (31, Schweden) Wechselt zu: Malmöö FF
Abgang: Breel Embolo (19, Schweiz, Kamerun) Wechselt zu: Schalke 04
Abgang: Wálter Samuel (38, Argentinien) Wechselt zu: Karriereende
Abgang: Naser Aliji (22, Schweiz, Albanien) Wechselt zu: 1. FC Kaiserslauten
Abgang: Ahmed Hamoudi (25, Ägypten) Wechselt zu: Vereinslos
Abgang: Philipp Degen (33, Schweiz) Wechselt zu: Karriereende
Abgang: Zravko Kuzmanovic (28, Schweiz/Serbien). Wechselt zu: FC Malaga (Leihe)

Basel kann sich mit prominenten Namen verstärken.

Keystone

Selten zuvor hat ein Spieler die Leistung seiner Mannschaft derart geprägt wie Serey Die damals gegen die Engländer. Nach dem Schlusspfiff setzte er sich vorsichtig auf den Boden, zitternd vor Erschöpfung, liess sich auf den Rücken fallen und lag da. Lange Sekunden, bis die Mitspieler ihn erspähten und über ihn herfielen.
So haben sie Serey Die in Basel in Erinnerung. Und wegen solcher Abende mit dem Mann von der Elfenbeinküste war das Bedauern gross, als er den Verein im folgenden Winter verliess. Verlassen musste, weil er sich mit dem damaligen Trainer Paulo Sousa überwarf.
Damals gerieten zwei exzentrische Charaktere aneinander, Frieden war unmöglich. Es brauchte sogar das Eingreifen von Sportdirektor Georg Heitz, um den Spieler zum Verlassen der Garderobe zu bewegen. Eine Gruppe Fans versuchte, mit einer Petition den FCB vom Verbleib Serey Dies zu überzeugen. Vergeblich. Serey Die zog ab nach Stuttgart.

Der Abstieg machte es möglich

Aber es war auch für die Basler Klubverantwortlichen eine Trennung, die ihnen schwerfiel. Ein einzelner Spieler ist immer schwächer als der Trainer, darum musste Serey Die gehen, und nicht Sousa.

Was will man mehr?

Auch der FC Sion, der Gegner zum Auftakt in die neue Super-League-Saison, peilte eine Verpflichtung an, auch das wäre eine Rückkehr gewesen an eine Station seiner Karriere, wo er grosse Spuren hinterlassen hat. Doch Serey Die sagt, für ihn sei nur Basel infrage gekommen. «Ich habe hier eine Aufgabe angefangen und dann unterbrechen müssen, nun möchte ich sie zu Ende bringen.» Dass er dies sagt, hat auch damit zu tun, wie ihn der FCB geködert hat: Mit warmen Worten, mit dem Versprechen, wichtig zu sein, und dem Hinweis darauf, wie ihn die Fans lieben. Hätten nur die Finanzen entschieden, wäre Serey Die jetzt nicht in Basel. Doch der 31-Jährige ist nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz emotional. Mit Emotionen ist er leicht zu gewinnen.
Und wo er spielt? Die Frage ist berechtigt, zumal der FCB im Mittelfeld-Zentrum qualitativ und quantitativ schon vor Serey Die sehr gut bestückt war. Doch ein Serey Die in Form hilft dem FCB. Vor allem in den umkämpften Spielen auf internationaler Bühne, in denen Basel auf dem Papier meistens das unterlegene Team ist und in puncto Kampf und Geschlossenheit besser sein muss als der Gegner.
FCB-Trainer Urs Fischer sagt: «Neben seinen fussballerischen Qualitäten ist Serey Die vor allem ein AggressivLeader. Sein Positionsspiel ist einmalig. Er hat Qualitäten, die im modernen Fussball sehr wichtig sind.» Qualitäten, die dem FCB zuletzt in engen Spielen gefehlt haben. Man könnte auch sagen: Serey Die dient nicht nur, gleichzeitig prägt er auch. Was will ein Trainer mehr?