26 Schüsse, acht hochkarätige Torchancen,aber nur zwei Tore. Das Spiel gegen Luzern hätte der FC Basel eigentlich viel eher entscheiden und viel höher gewinnen müssen. Stattdessen bekommt Rot-Blau erneut die Bestätigung, wo es momentan hakt: an der Chancenverwertung.

Bereits vor drei Wochen zeigten wir an gleicher Stelle auf, dass sich beim FC Basel im Vergleich zur vergangenen Saison vor allem die Chancenausbeute verschlechtert hat. Weil immer noch keine Besserung in Sicht ist und sich das Problem sogar noch zu verschlimmern droht, zeigen wir jetzt mit dem Finger direkt auf die Hauptschuldigen.

Albian Ajeti, der Torschützenkönig der vergangenen Saison, kommt in der neuen Spielzeit wettbewerbsübergreifend zu 24 Grosschancen. Darunter sind Aktionen vor dem gegnerischen Tor zu verstehen, bei denen sich der Betrachter denkt: «Den hätte er aber machen können.» Nur aus jeder vierten Grosschance macht Ajeti ein Tor. Das war vergangene Saison noch ganz anders. Damals verwertete er 14 von 39 Chancen.

Verglichen mit der Einsatzzeit spielen sich Basels Stürmer immer noch in etwa gleich viele Chancen pro Minute heraus. Warum aber führt das jetzt zu weniger Toren? Ein Grund ist sicherlich das fehlende Selbstvertrauen. Ein anderer der fehlende Konkurrenzkampf?

Vergangene Saison kam Ajeti oft von der Bank oder wechselte sich mit Ricky van Wolfswinkel im Sturm ab. Jetzt, da beide gesetzt sind, mangelt es sowohl Ajeti als auch dem Niederländer an Kaltschnäuzigkeit. Van Wolfwinkels Chancenausbeute sank von 41 auf 30 Prozent und damit analog zu Ajeti ebenfalls um 11 Prozentpunkte.

Die anderen Offensivakteure Kevin Bua, Afimico Pululu und Noah Okafor stehen ihren beiden Kollegen in Sachen Chancenwucherin Nichts nach (siehe Tabelle). Dass es auch anders geht, beweist Fabian Frei.

Der Rückkehrer kommt aus seiner angestammten Position im defensiven Mittelfeld wieder öfter vors gegnerische Tor und zeigt seinen schludrigen Kollegen, wie sie mit Chancen umzugehen haben. Schon am Sonntag können Ajeti, van Wolfswinkel und Co. mit Toren gegen Lugano an ihren ungenügenden Quoten arbeiten. Vielleicht hilft es, wenn Marcel Koller ihnen droht, dass sonst bald Captain Frei in die Basler Sturmspitze rotiert wird.