1. Was Raphael Wicky nervt

Erste Pleite nach elf Spielen der Ungeschlagenheit und dann gleich ein 1:4 gegen den FC Zürich. FCB-Trainer Raphael Wicky findet danach deutliche Worte: "Bei den ersten beiden Gegentoren hat das Team klar taktische Vorgaben nicht umgesetzt. Das hat zum Teil auch mit der Einstellung zu tun. Das stört mich extrem und das werden wir ansprechen." Er erklärt am ersten Gegentreffer, was genau nicht stimmte. Das Tor entsteht aus einem Einwurf für den FC Zürich in der eigenen Platzhälfte. Wickys Vorgabe: Keiner ist vor dem Einwerfenden. FCZ-Verteidiger Rasmus Thelander lässt mit seinem Einwurf gleich die ersten vier Basler hinter sich: Ajeti, Campo, Elyounoussi und Bua. Danach machen auch Frei und Balanta keine gute Figur, gewähren Raphael Dwamena Begleitschutz auf dem Weg zu seinem neunten Saisontreffer, und Goalie Tomas Vaclik rennt völlig übermotiviert aus seinem Kasten. Beim zweiten Treffer der Zürcher schaut Blas Riveros erst einmal Assistgeber Kevin Rüegg beim Flanken zu, dann vergessen die Basler auf der anderen Seite Pa Modou. 

2. Ajeti hat die Nase vorn

Albian Ajeti hätte gestern auch vier Treffer schiessen können. Aber in der 66. Minute steht er wenige Zentimeter im Abseits, in der 75. und in der 80. Minute kommt er zwar aus bester Position zum Abschluss mit dem Kopf, findet aber zweimal seinen Meister in FCZ-Keeper Yanick Brecher. Am Schluss reicht es für ein Tor in der Nachspielzeit. Sein 16. Treffer diese Saison bringt ihm eine weitere Woche an der Spitze der Torschützenliste. Denn Konkurrent Guillaume Hoarau trifft zwar wieder, aber eben auch nur einmal und bleibt deshalb mit 15 Toren knapp hinter Ajeti. Der Basler Stürmer gibt sich nach der Partie selbstkritisch: "Ich müsste zwei Tore mehr schiessen, dann wäre das Spiel auch noch einmal spannender." Und zugleich hätte er so wohl die Torjägerkrone schon auf sicher. Jetzt entscheidet sich das Rennen um diesen letzten Titel, den der FCB in dieser Saison noch holen könnte, in der letzten Runde. Basel empfängt Luzern, YB ist in Zürich bei GC zu Gast. 

3. Schwächste FCB-Saison seit Super-League-Start droht

68 Punkte hat der FCB nach 35 Runden auf dem Konto. Sollte er im letzten Spiel gegen Luzern nicht gewinnen, wäre dies die bezüglich Punkten schwächste FCB-Saison seit Einführung der Super League 2003. Die bisherige Tiefstmarke setzte Christian Gross in der Saison 2004/05: Der FCB holte damals 70 Punkte. Allerdings reichten diese damals zum Meistertitel. Zweiter wurde übrigens der FC Thun, der im Folgejahr zum Höhenflug in der Champions League ansetzte. Zurück in die Gegenwart: Am Sonntag ist der FC Luzern zu Gast und es braucht eine Topleistung, um gegen die Innerschweizer zu gewinnen. Seit Gerardo Seoane in der Winterpause übernahm, hat der FCL nur dreimal verloren in 14 Spielen. Nie haben sie mehr als zwei Gegentore zugelassen in einem Spiel.