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Was machen eigentlich Doumbia, Bjarnason und Co.? – So geht es den ehemaligen FCB-Stars heute

Sie alle haben den FCB seit 2017 verlassen – während einige durchstarteten, sorgten andere nur neben dem Platz für Schlagzeilen. Klicken Sie sich durch die Bildergalerie, um herauszufinden, wie es den ehemaligen FCB-Aushängeschildern heute geht.

Jakob Weber
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Seydou Doumbia nach dem Cupfinal 2017. Was macht er heute?

Seydou Doumbia nach dem Cupfinal 2017. Was macht er heute?

Keystone
Tomas Vaclik Für knapp sieben Millionen Franken verliess der Tscheche den FC Basel im Sommer in Richtung Spanien. Mit dem FC Sevilla grüsste Vaclik, der in der Primera Division kein Spiel verpasste, kurzfristig sogar von der Tabellenspitze. Momentan liegen Vaclik und Co fünf Punkte hinter dem Leader Barcelona auf Rang 3. In 25 Spielen wurde der Tscheche nur 25-mal bezwungen. Eine ausgezeichnete Quote. Auch in der Europa League läuft alles nach Plan. Im Februar wartet im Sechzehntelfinal mit Lazio Rom ein machbarer Gegner auf die Andalusier. Doch der sportliche Erfolg wird in Vacliks persönlichem Jahresrückblick von einem noch grösseren Wunder überstrahlt. Seine Tochter Nicole fiel im September aus dem zweiten Stock seines Hauses, überstand das Drama aber ohne gravierende Schäden. Vaclik parierte im folgenden Spiel gegen Real Madrid mehrfach mirakulös, Sevilla gewann mit 3:0 und das Team applaudierte anschliessend in der Garderobe seinem Goalie. Vaclik hat mit seinem Wechsel also alles richtig gemacht. Nach nur einem halben Jahr in Spanien hat sich der Marktwert des tschechischen Nationalgoalies auf 20 Millionen Franken in die Höhe geschraubt.
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Omar Gaber Der Wechsel nach Basel hat ihm nicht gutgetan. Weil er sich auch beim FC Los Angeles nicht durchsetzen konnte, wechselte er nach der WM – auch hier drückte Omar Gaber nur die Bank – zurück in die Heimat. Bei Pyramids FC startete er als Captain in die Saison. Doch schon bald sass der Ägypter auch beim Tabellenzweiten auf der Bank.
Alexander Fransson Nachdem er mit Lausanne in die Challenge League abstieg, beendete der Schwede das Kapitel Schweiz und wechselte zurück in die Heimat zu IFK Norrköping. Dort läuft er mit der Nummer 7 im zentralen Mittelfeld auf und verpasste in der Rückrunde – in Schweden läuft die Saison von Januar bis Dezember – nur ein Spiel und wurde Vizemeister.
Michael Lang Der 27-Jährige startete seine Karriere im Ausland in Gladbach mit einer Verletzung. Als er wieder fit war, durfte er sofort von Beginn an spielen. Die Borussia schlug die Bayern mit Lang im eigenen Stadion mit 3:0 und beendet die Hinrunde auf einem hervorragenden zweiten Platz. Allerdings verzichtete Gladbach-Trainer Dieter Hecking in den letzten beiden Spielen auf den Schweizer.
Mohamed Elyounoussi Der 20-Millionen-Mann pendelt beim FC Southampton zwischen Tribüne, Bank und Startelf. Daran hat auch der Trainerwechsel von Mark Hughes zu Ralph Hasenhüttl nichts geändert. Auch nach 642 Premier-League-Minuten wartet der norwegische Offensivspieler noch auf seinen ersten Skorerpunkt. Kein Wunder, dass die beste Schlagzeile von Elyounoussi im letzten halben Jahr nichts mit Sport zu tun hatte. «Southampton-Star Elyounoussi hat eine Pizza, die nach ihm benannt ist», titelte das Boulevardblatt «Sun». Papa Elyounoussi besass früher eine Pizzeria, in der auch Mohamed nach dem Training noch einige Stunden servierte. Wegen der Trikotnummer seines Sohnes nannte der Vater die 24. Pizza auf dem Menü «Moi Special». Der Sohn hat seine eigene Pizza nie probiert, weil er auf Schinken und Peperoni lieber verzichtet. Aber bei den Kunden kam die Pizza No 24 sehr gut an.
Leo Lacroix Nachdem es in Basel keine Zukunft mehr gab, liess sich der 26-jährige Schweizer, der immer noch der AS St-Étienne gehört, zum Hamburger SV ausleihen. Fünfmal kam er beim Tabellenführer der zweiten Bundesliga über 90 Minuten zum Einsatz, woraufhin Lacroix gleich in ein Fettnäpfchen trampelte. «Im Falle eines Aufstiegs wird die Kaufoption verpflichtend», liess er in einem Interview verlauten. Die Vereinsführung des HSV dementierte diese Aussage postwendend und zitierte Lacroix zu einem internen Gespräch. Das Resultat: Ein Übersetzungsfehler soll zu dieser Panne geführt haben. Wenn die Langzeitverletzten Gideon Jung und Kyriakos Papadopoulos zurückkehren, ist es gut möglich, dass sich Lacroix wegen der grossen Konkurrenz auf seiner Position im Sommer nach einem neuen Verein umschauen muss.
Manuel Akanji Was für ein Jahr. Erst wechselte er in die Bundesliga, dann überzeugte er als Stammspieler in der Nati an der WM. Im Achtelfinal gegen Schweden war Akanji der Pechvogel, doch scheinbar unbeirrt davon mutierte er unter Lucien Favre zu Dortmunds Abwehrchef und feierte mit dem BVB souverän die Herbstmeisterschaft. Doch kaum ist dieses Super-Jahr 2018 vorbei, folgt eine Hiobsbotschaft. Akanji kann wegen anhaltender Leistenprobleme nicht mit ins Trainingslager und wird stattdessen zu Hause von Spezialisten untersucht. Die Beschwerden sind offenbar so gross, dass eine Operation droht. In diesem Fall wäre das Saisonende von Akanji wohl besiegelt.
Renato Steffen Bis Ende Oktober verlief die Vorrunde für den Wolfsburger ganz nach Plan. Erst kam Sohn Lian zur Welt, dann steuerte er als Stammspieler beim guten Saisonstart zwei Tore bei. Doch sechs Spiele in Serie ohne Sieg sorgten dafür, dass Wölfe-Coach Bruno Labbadia Steffen aus der ersten Elf nahm und ihn für den Rest der Hinrunde nur noch jeweils in den letzten Minuten einwechselte. Und was macht Steffen in solchen Momenten? Im April lautete sein Motto für schwierige Zeiten: «Einmal facetimen mit Taulant Xhaka und alles ist wieder gut.» Jetzt kann Steffen auch als Familienvater vom sportlichen Alltag abschalten.
Andraz Sporar In Basel war der Slowene nur ein Chancentod mit dem frechen Mundwerk. Mit 16 Toren in 17 Spielen für Olimpija Ljubljana wechselte Sporar mit ordentlich Vorschusslorbeeren nach Basel. Doch dort stolperte er in 26 Spielen nur einen einzigen Ball ins Tor. Weil es anschliessend auch in Bielefeld nicht besser lief, wechselte er vor genau einem Jahr in die Slowakei. Nachdem Sporar schon im Frühjahr in der Rückrunde sechs Treffer für Slovan Bratislava schoss, startete er in der laufenden Saison so richtig durch. 20 Tore bei 22 Einsätzen hat der Slowene bislang erzielt. Bratislava steht dank Top-Torschütze Sporar mit acht Punkten Vorsprung ganz oben in der Tabelle der slowakischen Liga.
Seydou Doumbia Der 31-jährige Wandervogel ist mittlerweile in Girona in Spanien angekommen. Nach einer durchwachsenen Saison bei Sporting Lissabon mit immerhin acht Toren in 29 Spielen für die Portugiesen wechselte er im Sommer ablösefrei in den Nordosten Spaniens. Für Girona spielte Doumbia bislang nur dreimal von Beginn an. Als Joker schoss er gegen Espanyol Barcelona sein einziges Tor in der Hinrunde.
Jean-Paul Boëtius Wer die Zusammenfassungen der Bundesliga schaut, dürfte sich gelegentlich verwundert die Augen gerieben haben. Jean-Paul Boëtius spielt seit dieser Saison für Mainz, und das auch noch regelmässig. Sein Stammverein Feyenoord hat nach Basel mit Mainz einen zweiten Verein gefunden, der für Boëtius mehrere Millionen hinblätterte. Anders als für Basel scheint sich der Transfer für Mainz zu lohnen. Der Holländer spielt konstanter und kam mit Ausnahme von zwei Partien an jedem Bundesliga-Spieltag zum Einsatz. Ein Tor und zwei Vorlagen hat der offensive Mittelfeldspieler bislang auf seinem Konto.
Birkir Bjarnason Der Isländer ist genau seit zwei Jahren für Aston Villa aktiv. Mit dem Aufstieg in die Premier League wurde es zweimal nichts. Diesen Sommer scheiterte sein Verein erst im Aufstiegs-Playoff-Final an Fulham. Bjarnason erlebte die Enttäuschung von der Bank aus. Stammspieler wurde er in England nie. Immer wieder gibt es Phasen, in denen Bjarnason von Beginn an spielt. Doch dann folgen Monate, in denen der nie verletzte Isländer sogar auf der Tribüne Platz nehmen muss. In dieser Woche durfte er zum ersten Mal seit Oktober wieder von Beginn an ran. Gegen Tabellennachbar Queens Park Rangers gabs für Aston Villa und Bjarnason ein 2:2.
Daniel Höegh Der Däne ist in Holland so richtig glücklich geworden. Schon in der Debüt-Saison verpasste der Innenverteidiger für den SV Heerenveen keine einzige Minute. Seit einem halben Jahr ist Höegh sogar Captain.
Adama Traoré Der Ivorer verliess den FCB vor anderthalb Jahren und wechselte in die Türkei zu Göztepe. Wenn er fit war, spielte Traoré beim Tabellensechsten der Süper Lig immer hinten links. Auch in dieser Saison war der Verteidiger Stammspieler, ehe er sich im Oktober das Kreuzband riss. Göztepe rutschte in der Folge von Platz 5 auf 10 ab.

Tomas Vaclik Für knapp sieben Millionen Franken verliess der Tscheche den FC Basel im Sommer in Richtung Spanien. Mit dem FC Sevilla grüsste Vaclik, der in der Primera Division kein Spiel verpasste, kurzfristig sogar von der Tabellenspitze. Momentan liegen Vaclik und Co fünf Punkte hinter dem Leader Barcelona auf Rang 3. In 25 Spielen wurde der Tscheche nur 25-mal bezwungen. Eine ausgezeichnete Quote. Auch in der Europa League läuft alles nach Plan. Im Februar wartet im Sechzehntelfinal mit Lazio Rom ein machbarer Gegner auf die Andalusier. Doch der sportliche Erfolg wird in Vacliks persönlichem Jahresrückblick von einem noch grösseren Wunder überstrahlt. Seine Tochter Nicole fiel im September aus dem zweiten Stock seines Hauses, überstand das Drama aber ohne gravierende Schäden. Vaclik parierte im folgenden Spiel gegen Real Madrid mehrfach mirakulös, Sevilla gewann mit 3:0 und das Team applaudierte anschliessend in der Garderobe seinem Goalie. Vaclik hat mit seinem Wechsel also alles richtig gemacht. Nach nur einem halben Jahr in Spanien hat sich der Marktwert des tschechischen Nationalgoalies auf 20 Millionen Franken in die Höhe geschraubt.

KEYSTONE/ENNIO LEANZA