Eigentlich hätte seine Geschichte ähnlich enden sollen wie jene von Alex Frei oder Marco Streller: Ausbildung beim FCB, internationale Karriere, zurück zum FCB und dort zur Teamstütze werden – das wäre der Plan gewesen mit Zdravko Kuzmanovic. Und so holten die Basler den Serben im Sommer 2015 von Inter Mailand zurück ans Rheinknie. Ausgestattet mit einem Fünfjahresvertrag, der ihm laut „Blick“ jährlich bis zu 1,5 Millionen Franken einbringt.

Es kam anders. Urs Fischer fand keinen Umgang mit Kuzmanovic und so wurde er nach nur einer halben Saison an Udinese ausgeliehen, dann im Sommer gings für ein Jahr in die Primera Division nach Malaga, wo er sich nach wenigen Wochen die Achillessehne riss und für den Rest der Saison ausfiel. Und so wollte Kuzmanovic letzten Sommer noch einmal nach Spanien. Oder wie Sportchef Marco Streller sagt: „Er hatte dort noch etwas offen.“ Nun, Malaga ist abgestiegen und Kuzmanovic seit Mitte März nicht mehr im Einsatz. Aufgrund einer Wadenverletzung.

Streller: "Er ist ein hoch interessanter Spieler"

Noch zwei Jahre steht der in der Schweiz geborene Serbe beim FCB unter Vertrag. Und so wird er am 14. Juni zum Trainingsauftakt in Basel erwartet. Mehr noch: Man plant mit ihm. Wenigstens tönt es so nach aussen, wenn Sportchef Marco Streller sagt: „Er ist ein hoch interessanter Spieler mit unglaublichen Qualitäten. Er hat sehr viel Vertikalität in seinem Spiel und ist menschlich top.“ Oder in den Worten von Trainer Raphael Wicky: „Ich bin überzeugt, dass er uns helfen kann, wenn er fit ist.“

Wie sind diese Aussagen zu werten? Es ist logisch, dass weder Streller noch Wicky ein schlechtes Wort über einen Spieler verlieren, der beim FCB unter Vertrag steht. Egal, ob man nun wirklich mit ihm plant oder ihn loswerden will. Man würde den ohnehin geschrumpften Marktwert noch weiter nach unten treiben, wenn man auch nur ein schlechtes Wort über ihn verliert.

Präsident Burgener will Lohnkosten sparen

Man darf jedoch daran zweifeln, dass der FCB Kuzmanovic wirklich braucht. Zwar plant Raphael Wicky mit Fabian Frei in der Innenverteidigung („Er spielt eine grosse Rolle in meinem Planungen bezüglich der Innenverteidigung.“), womit ein Platz im defensiven Mittelfeld frei würde. Gleichzeitig aber hat der FCB dort mit Luca Zuffi, Serey Die, dem noch verletzten Taulant Xhaka sowie dem polyvalenten Raoul Petretta mindestens vier Spieler, die für diese zwei Plätze in der Startelf infrage kommen.

Weil Präsident Bernhard Burgener bei der Präsentation der Geschäftszahlen Mitte April auch darauf hinwies, dass man die Personalkosten von rund 50 Millionen Franken (im Jahr 2017) um sechs bis sieben Millionen Franken senken will, kann man davon ausgehen, dass der FCB einer Leihe oder einem Transfer wenigstens nicht abgeneigt wäre.