Jahresvorschau
Wayne Gretzky übernimmt bei den Basel Sharks

So wird 2013 – die Regionalsportredaktion macht eine gewagte Prognose

Jonas Burch
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Die Jahresvorschau 2013 ist mit allen Wassern gewaschen. Quelle: Keystone

Die Jahresvorschau 2013 ist mit allen Wassern gewaschen. Quelle: Keystone

KEYSTONE

Ein Comeback, einen Monat nach dem Rücktritt: Der Riehener Speerwerfer Nicola Müller verblüfft Anfang Januar bei der Weihnachtbaum-Challenge auf dem Dorfplatz seiner Gemeinde. Trotz seiner 35 Jahren wirft er mit seinem Bäumchen auf Anhieb zum Schweizer Rekord. Mit neuem Ehrgeiz verbringt er die nächsten Monate in Norwegen - dem Land der Tannenbäume. Jetzt muss nur noch das Tannenbaum-Werfen olympisch werden.

Wer ist schon Usain Bolt? Nach dem erfolgreichen Abschluss der Sportler-RS in Magglingen ist Sprint-Rakete Alex Wilson an der WM in Moskau nicht zu stoppen. Im August setzt sich der Basler über 200 Meter um Haaresbreite gegen den Superstar aus Jamaika durch. Im Foto-Finish wird deutlich, dass der Umfang des Oberschenkels den Ausschlag zu Gunsten des OB-Leichtathleten gab. Flugs meldet sich Bundespräsident Ueli Maurer zu Wort: «Die Armee braucht’s eben doch, und macht junge Männer fit fürs Leben», weiss der VBS-Chef. Das unermüdliche Robben durch den Wald hat sich also doch ausgezahlt.

Viele schmunzelten, als Dany Gélinas im Sommer 2012 sein Saisonziel bekanntgab. Der Coach der EHC Basel Sharks verlangte von sich und seinen Spielern nicht weniger als die Qualifikation der NLB-Playoff-Halbfinals. Doch siehe da. Ein nicht genannt werden wollender Münchensteiner Investor mit den Initialen «RF» verkaufte seine Ferienresidenz in Valbella und pumpte den Erlös von neuen Millionen Franken in den Verein. Weil der NHL-Lockout noch immer andauert, werden die Stars der Szene mit einem Lindor-Säckli und einem gut dotierten Gehaltsscheck ans Rheinknie gelockt. Das Saisonziel ist nicht mehr der Rede wert, sogar der Aufstieg wird zum Selbstläufer. Einem aber, ist das Lachen vergangen. Dany Gélinas wurde bekanntlich bereits im vergangenen November auf den April hin entlassen. Auch für Neo-Trainer Dino Stecher war das Engagement von kurzer Dauer. Auf dem NHL-Schnäppchenmarkt wurde Wayne Gretzky als starker Mann an der Bande verpflichtet.

Nach drei Swiss-Bowl-Niederlagen in Folge setzen sich die American Footballer der Basel Gladiators endlich gegen die Felsen der Calanda Broncos durch. «Hell yeah», schreit Coach Dwaine Wood nach dem überraschend deutlichen 30:10. Das Wunder möglich, machte eine Änderung im Zuwanderungsgesetz . Wood insistierte derart konsequent gegen das Verbot vom Einsatz zu vieler Ausländer, dass Bundesbern umgehend reagierte. Die Gladiators gingen im Final mit gutem Beispiel voraus und setzten keinen einzigen Ausländer ein - mit 21 Punkten war Eigengewächs und Ur-Basler Sebastian Hermoso der Mann der Stunde.

Erstmals seit Urzeiten kommt es in der Handball-NLA wieder zu einem regionalen Derby. Der RTV Basel sichert sich nach einer völlig verknorzten Qualifikationsrunde doch noch den Klassenerhalt. Als Heilsbringer erweisen sich Torhüter Pascal Stauber und dessen WG-Partner Marko Vukelic, welche den Realturnern im Alleingang den Liga-Verbleib sichern. Für eine NLB-Sensation sorgt der TV Möhlin, der als Aufsteiger so ganz nebenbei nochmals aufsteigt. Marcus Hock wird nun definitiv zum vereinsinternen Messias. Mehr noch: Der deutsche Torgarant erhält die Schweizer Staatsbürgerschaft und wird von Nationaltrainer Goran Perkovacs umgehend für die C-Weltmeisterschaft in Burkina Faso aufgeboten.

Kommt er, kommt er nicht? An diesjährigen Swiss Indoors dreht sich alles um Roger Federer. Nach langem hin und her entschliesst sich unsere Tennis-Ikone dafür, wieder mit dabei zu sein. Allerdings nicht als Spieler, sondern als Promoter. Neben dem Hauptevent mit den Weltstars soll ein Mini-Turnier lanciert und in ein paar Jahren offiziell eingeführt werden: Unter den Augen des Vaters wollen die Zwillinge Charlene Riva und Myla Rose dann bei ihrem Doppel-Debüt gleich den ersten Titel einfahren.

Es gibt sie eben doch nur im Doppelpack. FCB-Trainer Murat Yakin bemängelt trotz Meister- und Europa-League-Titel (4:2 nach Penaltyschiessen gegen Chelsea) die fehlende Kreativität im Mittelfeld. Trotz des fussballerischen Steinzeitalters von 36 Jahren wird Hakan Yakin von der Sonnenstube der Schweiz in die Pharma-Stadt zurückbeordert. Offiziell steht «Hatsch» zwar beim FC Basel unter Vertrag, trainiert aber mit den American Footballer der Basel Gladiators – um sich an die Position des Quarterbacks zu gewöhnen. Heisst: Überschaubares Laufpensum, aber chirurgisch präzise spielen. Und der Plan geht auf, Yakin schafft bei seinem Comeback im ersten Pflichtspiel gegen Vize-Meister GC gleich zwei Touchdown-Pässe und einen persönlichen Touchdown, oder auf Fussballdeutsch: zwei Assists und ein Tor.

Der eine schmort, der andere scort. «O wie ist das schön», singen die Fans auf dem Münchner Marienplatz. Die Schale ist nach dem Selbstverständnis des FC Bayern wieder da, wo sie hingehört. Mittendrin, weniger an der Grösse, sondern mehr an den Waden erkennbar: Zauberzwerg Xherdan Shaqiri. Nach dem er am 4. Mai in Dortmund mit zwei Toren die Weichen auf dem Weg zur «Salatschüssel» gestellt hatte, schiesst er in Gladbach in der 91. Minute das letzte Bayern-Tor der Saison. Granit Xhaka ist bei der 0:1-Niederlage ebenfalls dabei. Leicht angesäuert auf der Bank. Eine Woche später flattert ein Angebot aus der Premier League ins Haus: «Wenn das so ist, muss man sich Gedanken machen», sagt Xhaka in bekannter Manier. Auch für dessen Freund Shaqiri überbieten sich die Interessenten aus den Top-Ligen. Bruder und Berater Erdin – der mit dem FC Pratteln soeben in die 2. Liga inter aufgestiegen ist – winkt gebauchpinselt ab. Den Shaqiris schmeckt Weisswurst und Sauerkraut mittlerweile so gut, dass sie Paella, Pizza und Fish and Chips von der Menükarte streichen.