Die Vorzeichen waren eigentlich nicht gut. Die Verletztenliste bei den EHC Basel Sharks wurde um zwei Namen länger und umfasst nun acht Abwesende. Hans Pienitz (Handgelenkbruch) und die zuletzt stark aufspielende Ambrì-Leihgabe Ivan Incir (Rippenprellung) stiessen neu dazu.

Sieg trotz Verletzungspech

Der Marketing-Leiter Pascal Suter scherzte vor dem Spiel noch mit etwas Sarkasmus, dass man bei komplett ausgefüllter Abwesenheitsliste diese Saison immer gewonnen habe. Was zwar allgemein hin nicht als Mittel zum Erfolg gilt, sollte sich gestern erneut bewahrheiten. Die Rheinstädter feierten den zweiten Sieg in Serie – allen gesundheitlichen Problemen zum Trotz.

Angefangen hatte es dabei nicht gut. Trotz Feldüberlegenheit ging der SC Langenthal dank einem Treffer von Marc Kämpf mit einer 1:0-Führung in die erste Pause. Doch die Basler liessen sich nicht unterkriegen und schienen das Spiel in allen Lagen im Griff zu haben. Insbesondere das Unterzahlspiel war eindrücklich, zumal dieses wegen der einseitigen Strafenverteilung in den ersten zwei Dritteln oft geübt werden musste.

Schnellmann mit erstem Tor im dritten Spiel

Im Mitteldrittel folgte der Befreiungsschlag, nachdem die Heimmannschaft zuvor am starken SCL-Torhüter Marc Eichmann gescheitert war. Nach zwei gefährlichen Angriffen samt Nachschüssen kurz nach Anspiel brachte Jewgeni Schirjajew den Puck in der 23. Minute über die Linie.

Zu einer besonderen Premiere kam es elf Minuten später, als die vierte Linie auf dem Eis stand. Der 18-jährige, grossgewachsene Junior Joshua Schnellmann erzielte in seinem erst dritten NLB-Spiel seinen ersten Treffer – und erst noch das Siegestor. Der Mann aus Rheinfelden traf mit einem Schuss von der blauen Linie. Schnellmann war wegen des Ausfalls von Incir überhaupt erst in die Aufstellung gerückt und konnte als Eigengewächs der Eishockey-Region Basel viel Applaus ernten.

Aufsteiger Stefan Schnyder

Ein anderer Aufsteiger war Stefan Schnyder, der wegen zuletzt unmotivierten Leistungen in der vierten Linie schmoren musste. Er rückte anstelle Incirs in die dritte Linie und überzeugte mit zwei Assists. Sehenswert war insbesondere seine zweite Vorlage zu Beginn des Schlussdrittels, als der EHC Basel zu seinem ersten Powerplay des Spiels kam. Schnyder setzte mit einem Kurzpass nach vorne den zuletzt unter Ladehemmungen leidenden Jonathan Roy ein und dieser bezwang Eichmann mit einem gefühlvollen Schuss zwischen den Schonern hindurch zum alles entscheidenden 3:1.

Gegen ein schwach aufspielendes Langenthal liessen die Basler nichts mehr anbrennen und zelebrierten den zweiten Sieg in Folge. Ein doch ziemlich überraschender Erfolg.