Gaby Weis, haben Sie einen so tollen Saisonstart Ihrer Mannschaft erwartet?

Gaby Weis: Erwartet habe ich es nicht wirklich. Davon geträumt allerdings schon!

Die Starwings wurden von vielen als schwächstes Team gehandelt. Ist dadurch nun auch eine gewisse Genugtuung dabei, wenn man die momentane Tabellensituation sieht?

Es ist auf jeden Fall ein sehr gutes Gefühl, wenn es so gut läuft wie im Moment. Es ist toll, wenn man sich besser präsentieren kann, als dass es die Anderen erwartet haben. Das motiviert enorm.

Wie weit nach oben oder gegebenenfalls nach unten führt der Weg der Starwings in dieser Saison noch?

Dass wir auf sehr hohem Niveau spielen können, beweisen wir seit Wochen. Wir haben Spiele gezeigt, in denen wir die Besten geschlagen haben. Wohin uns die Reise noch führt, hängt jetzt einzig und allein davon ab, ob wir bald mehr Geld in der Kasse haben werden. Vor allem wollen wir Riley Luettgerodts Vertrag verlängern, dafür benötigen wir allerdings dringend 16'000 Franken. Aus finanziellen Gründen war ein Vertrag mit ihm nur bis Ende Dezember möglich. Letzten Donnerstag haben wir dafür eine Sympathie-Sammel-Aktion gestartet.

Der erst 22-jährige US-Amerikaner A.J. Pacher spielte bisher überragend. Haben Sie diese Entwicklung kommen sehen?

Nicht ganz von Anfang an. Aber schon bald.

Ihre Top 6 kommt zu sehr langen Einsätzen, es spielten auch schon drei Spieler eine Partie durch. Hatten Sie noch nie Problem mit einem Spieler wegen zu wenigen Einsätzen?

Nicht, dass ich wüsste. Ich spüre sehr viel Harmonie im gesamten Team. Das freut mich natürlich zusätzlich.

Falls sich nun aber einer der Stammkräfte verletzen sollte, könnte die Mannschaft diesen Ausfall kompensieren?

Vor dem Heimspiel gegen Boncourt verletzte sich Stefan Petkovic und konnte dadurch nicht eingesetzt werden. Wir konnten das Spiel aber trotzdem gewinnen. Aber natürlich wissen wir ganz klar, dass es Ausfälle geben kann, die wir nicht kompensieren könnten.

Das Budget für die erste Mannschaft wurde vor der Saison um 20 Prozent gekürzt. Wie konnte man so gut damit umgehen und in der Meisterschaft so solide dastehen?

Wir «müssen» damit umgehen – gut geht anders. Tatsächlich ist es himmeltraurig, dass wir es in einer so attraktiven Sportart wie Basketball derart schwer haben, zusätzliche Sponsoren zu gewinnen.