Olympische Spiele 2012
Welche Baselbieter fliegen mit Roger Federer an die Olympischen Spiele in London?

Eine Aufstellung der Regionalen für London 2012 in drei Kategorien: Jene, die ein Ticket auf sicher haben, jene, bei denen eine Teilnahme noch auf der Kippe steht und jene, für die London wohl oder über Wunschdenken bleiben wird.

mlr, mbm, dma
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Die Baselbieter für die Olympiade in London 2012
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Max Heinzer
Alex Wilson war über 200 m der Vorlaufschnellste und strebt nun die Goldmedaille an. keystone
Daniela Ryf
Xherdan Shaqiri mit Doppeltorschütze Fabian Frei
Katrin Leumann Katrin Leumann
Roman Gisi Roman Gisi
Mathias Frank führt am Giro d’Italia das Feld an. Tim de Waele
Glanzleistung von Janika Sprunger
Nora Fiechter.
Starker Wettkampf von Benjamin Steffen in Lissabon Starker Wettkampf von Benjamin Steffen in Lissabon
Moritz Lüscher
Yannick Käser freut sich über seinen ersten 100-m-Brust-Titel. key
Sandra Brügger

Die Baselbieter für die Olympiade in London 2012

Keystone

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Roger Federer (30, Müchenstein) und Marco Chiudinelli (30, Füllinsdorf): Für Federer könnte noch so einiges in die Hose gehen und trotzdem würde er an den Olympischen Spielen 2012 in London dabei sein. Die aktuelle Nummer 3 der Welt, ist durch seine Leistungen praktisch automatisch qualifiziert. Etwas knapper sieht es hingegen für Marco Chiudinelli aus. Zurzeit wäre er jedoch der vierte und somit letzte Schweizer Kandidat, der mit nach London fahren dürfte. Wobei auch dem 30-Jährigen nicht viel Gefahr droht, denn der nächste Schweizer auf der ATP-Rangliste ist mehr als 100 Plätze hinter ihm.

Max Heinzer (24, Basel): Der EM-Dritte dieses Jahres im Fechten, der ausserdem einen Monat zuvor einen Weltcupsieg feiern konnte, nähert sich London mit riesen Schritten und ist schon halbwegs an der Themse. «Max Heinzer ist in London fast sicher mit dabei», sagt Nationaltrainer Angelo Mazzoni.

Alex Wilson (21, Basel): Der Leichtathletik-Sprinter ist ein wichtiger Kandidat für die Olympischen Spiele. Über die 200 Meter ist er in diesem Jahr schon die A-Limite gelaufen und muss im nächsten Jahr nur noch die B-Limite schaffen. Auch mit der 4-mal 100-Meter-Staffel, die am Weltklasse-Zürich-Meeting den Schweizer Rekord geknackt hat, hat Wilson berechtigte Chancen auf einen Auftritt in London. Gegen ihn spricht nur die mangelnde Erfahrung.

Daniela Ryf (24, Solothurn/Wildcats-Team): «Wir gehen davon aus, dass sie sich für London qualifiziert», sagt Triathlon-Nationaltrainer Iwan Schuwey. Nach der verkorksten Saison 2011 mit mysteriösen Magenproblemen – Ryf musste die Saison frühzeitig abbrechen – ist aber eine Ungewissheit vorhanden. Kommt sie wieder auf den Damm, ist ihr einer der drei Startplätze sicher. «Der absolute Fokus gilt nun der Gesundheit», sagt Schuwey.

Fabian Frei, Granit Xhaka, Xherdan Shaqiri und Yann Sommer (alle FC Basel): Mit dem zweiten Platz bei der U21-EM in diesem Jahr in Dänemark, hat sich die Schweiz für die Olympischen Spiele qualifiziert. Wer vom FCB-Quartett in London dabei sein wird, ist noch ungewiss. Erstens ist nicht klar, wer ein Aufgebot erhält. Und zweitens ist für die Fussballer der Klub wichtiger als Olympia. Quasi die vier Fragezeichen.

50:50-Chance

Katrin Leumann (29, Riehen): Die Mountainbikerin hat eine ganz schwierige Saison hinter sich. Eine hartnäckige Rückenverletzung verunmöglichte Spitzenresultate. «Wenn sie die gesundheitlichen Probleme in den Griff kriegt, dann ist sie Favoritin auf einen der zwei Startplätze», sagt Nationaltrainer Rolf Vollenweider.

Roman Gisi (26, Seltisberg): Der Kunstturner hat berechtigte Chancen auf einen Auftritt in London. Er stolpert öfters mal über den zu kleinen Schwierigkeitsgrad seiner Übungen, dafür ist er ein Top-Haltungsturner. Ob das dem Allrounder reichen wird?

Mathias Frank (25, Lausen): Bei den Strassenathleten der Radfahrer ist der Selektionsprozess noch nicht abgeschlossen. Kann Frank jedoch bis zum Frühling seine Leistung hoch halten, sind seine Chancen auf einen Auftritt in London intakt. Natürlich liegt der Fokus auf der Strasse auf Fabian Cancellara. Frank würde im erweiterten «Helfer-Team» mitfahren.

Wunschdenken

Janika Sprunger (23, Bubendorf): Vier Springreiter können sich für Olympia qualifizieren. Sprunger besitzt zumindest Aussenseiterchancen auf einen Startplatz. «Sie kann nicht damit rechnen. Aber ich traue ihr einen Platz in der Mannschaft zu. Aber das tue ich auch bei 10 andern Reitern», sagt der Schweizer Equipenchef Urs Grünig.

Nora Fiechter (30, Basel): Die Rudererin hat verschiedene Möglichkeiten im Hinblick auf London 2012: Sie kann es alleine oder im Team versuchen. Da sie momentan aber sechs bis acht Sekunden hintern den Athleten liegt, die den Massstab setzen, «bräuchte es von ihr eine kompromisslose Fokussierung und eine gewaltige physische Leistungssteigerung, um ihr Ziel zu erreichen», tönt es vom Schweizerischen Ruderverband.

Benjamin Steffen (29, Basel): Die WM vom 8. bis zum 16. Oktober in Catania (It) ist für den Fechter die letzte Chance, sich nochmals für einen der zwei Olympia-Startplätze ins Gespräch zu bringen. Gelingt ihm kein Exploit, kann er die Reise zum Big Ben abschreiben.

Moritz Lüscher (25, Muttenz): Der Kanute hat gemäss seinem Trainer «nicht schlechte Chancen» für das Olympia-Ticket. Zwei Weltcuprennen und die EM liegen noch vor ihm. Mit einem Platz in den Top 12 könnte er sich die Fahrkarte nach London sichern. Allerdings: Seine beste Klassierung im diesjährigen Weltcup war Platz 34.

Yannick Käser (19, Mumpf): Dem Schwimmtalent aus dem Fricktal fehlt für London noch eine sogenannte A-Zeit. Falls er das nicht schafft, ist er dann spätestens für Rio 2016 ein ganz heisser Olympia-Kandidat.

Sandra Brügger (30, Basel): Weil Frauenboxen eine Sportart ist, welche noch in den Kinderschuhen steckt, könnte es für Sandra Brügger schwierig werden, sich für Olympia 2012 zu qualifizieren: Denn sie hat genau eine Möglichkeit. An der bevorstehenden WM in China muss sie unter die Besten acht kommen, um sich für London 2012 zu qualifizieren. Trainer Gallina rechnet der Boxerin Chancen um die 30 Prozent aus. (mlr, mbm, dma)