So etwas erzählt man später seinen Enkelkindern: «Wir haben mit den Old Boys 2:1 gegen Manchester United gewonnen». Erlebt am Wochenende beim U10-Turnier des internationalen Gems-Cups in Basel.

Dort trafen sich an zwei Tagen rund 500 Nachwuchsfussballer aus 31 Teams in den beiden Kategorien U10 und U12, darunter Mannschaften mit so klingenden Namen wie Bayern München, FC Barcelona, Borussia Dortmund, Juventus Turin oder ManU.

Spielszene aus dem Spiel FC Basel U10 gegen Bayern München U10

Spielszene aus dem Spiel FC Basel U10 gegen Bayern München U10

Respekt ist spürbar

Für den Old-Boys-Nachwuchs, der wie alle regionalen Teams im Vergleich zu den Profivereinen ein Jahr ältere Spieler einsetzen durfte, bietet das Turnier Erlebnis und Anschauungsunterricht in einem. U11-Trainer Markus Krebser sagt, dass die Nervosität bei den Spielern spürbar gewesen sei. «Die grossen Namen der Gegner führen bei unseren Junioren dazu, dass sie mit zu viel Respekt aufs Feld gehen und in vielen Szenen Angst davor haben, einen Fehler zu machen. Dabei ist das Wichtigste schon in diesem Alter das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Die Spiele werden oft im Kopf entschieden.»

Kein Zufall also, setzten sich letztlich die Grossen der Szene durch. Mit dem Barça-Emblem auf der Brust gewinnt sich leichter. Bei den U12 standen sich Barcelona A und Barcelona B im Endspiel gegenüber, bei den U10 schlug Leverkusen im Final ManU. Für den Nachwuchs der organisierenden Old Boys und des FC Basel blieb es beim einen oder anderen Erfolgserlebnis. Die U10 des FCB trotzte den Bayern ebenso ein Unentschieden ab wie die U12 der Old Boys, die U12-Junioren des FC Basel deklassierten ihrerseits Manchester sogar mit 3:0. Daneben gab es vor allem viel zu lernen. «Bei den grossen Klubs stehen bereits in diesem Alter die technisch besten Spieler im Kader. Dazu führt der Profibetrieb mit täglichen Trainings dazu, dass die Junioren taktisch gut geschult sind und Situationen auf dem Spielfeld schneller erfassen und umsetzen», beschreibt Markus Krebser seine Beobachtungen aus dem Turnier.

Barcelona mit eigenem Doktor

Ebenfalls beeindruckend, mit welcher Intensität die Teams umsorgt werden. Barcelona reiste mit mehreren Trainern und Betreuern, sowie mit einem Physiotherapeuten und einem eigenen Arzt an. Und alle Mitglieder des Staff sind vom Verein als Profis angestellt. Die andere Seite der Medaille ist der Druck, der bereits auf diese jungen Buben wirkt. «Da wird während dem Spiel von der Seitenlinie her mächtig Druck gemacht», hat Krebser gespürt. «Wer seinen Job nicht macht, wird aussortiert. Es hat in den Topvereinen genügend Talente in diesem Alter, die bereitstehen. Jeder ist austauschbar.»

Die kleinen Stars zieht es zu den grossen Vereinen. Das ist in der Region nicht anders. Früher oder später landen die Talente beim FC Basel. Beim Partnerklub Old Boys wird dieser Weg aktiv gefördert. Offen bleibt einzig die Frage, wann der richtige Zeitpunkt für den Wechsel ist. Eine individuelle Angelegenheit, doch zu früh macht keinen Sinn, findet Krebser und sagt, dass der grösste Druck ab und zu von den Eltern komme. Erst recht, wenn der eigene Filius den Siegestreffer gegen Manchester United erzielt . . .