Fussball
Wenn Glücksgöttin Fortuna dem Gegner hilft

Der Liestal scheitert im Spiel um den Einzug in den Schweizer Cup an Eschenbach. Nach knapp 60 Minuten lagen die Liestaler mit 0:3 zurück. Zwar kämpfte sich das Heimteam nochmal ins Spiel zurück, unterlag aber schlussendlich mit 2:3 trotzdem.

Céline Feller
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Liestals Michael Eggenberger (links) im Zweikampf gegen Eschenbachs Pascal Odermatt.

Liestals Michael Eggenberger (links) im Zweikampf gegen Eschenbachs Pascal Odermatt.

Roman Aeschbach

Die Szene ist symptomatisch für das ganze Spiel. Florian Hengel legt sich den Ball auf den Penaltypunkt. Er nimmt Anlauf. Und verschiesst. Marco Grünig im Tor des FC Eschenbach kann den Ball parieren. Nichts wird aus dem Anschlusstor zum 1:2. Ganz im Gegenteil: Nur drei Minuten später landet der Ball im Tor, dieses Mal aber im Tor des FC Liestal. 0:3.

Es sind knapp 60 Minuten gespielt in diesem dritten Vorrunden-Spiel der Cup-Qualifikation. Für den FC Liestal scheint bereits alles vorbei zu sein. Der Traum von der Teilnahme am Schweizer Cup und damit einem möglichen Spiel gegen Teams wie den FC Basel, den FC Zürich oder andere Super-League-Grössen scheint geplatzt.

Eschenbach ist effizienter

Das ganze Spiel über sind die Gegner aus der Innerschweiz nicht besser, sondern schlicht effizienter. Liestal lässt die Chancen, die sich ihnen durchaus bieten, liegen. Aufgeben ist für das Team von Massimo Saracino aber trotzdem keine Option. Der Wille ist da. Und das dritte Tor der Gäste ist für die Liestaler offenbar der Weckruf, den sie gebraucht haben. Hengel verkürzt in kurzer Zeit mit zwei Toren auf 2:3. Sein zweites Tor – ein direkt verwandelter Freistoss – steht dem Traumtor des FC Eschenbach aus der 14. Spielminute zum 0:1 in Nichts nach.

Die Matchuhr zeigt die 75. Minute an. Noch eine Viertelstunde hat der FC Liestal Zeit. Der FCL kämpft, rennt und erzielt in der 83. Minute durch Joel Stampfli tatsächlich noch das 3:3. Der Jubel kommt aber zu früh: Das Tor wird wegen Offside aberkannt. Es passt zu diesem Spiel. Und wäre das nicht schon bitter genug, vergibt Hengel drei Minuten später die wohl grösste Chance des Spiels, schiebt den Ball am Tor vorbei. Es sollte die letzte Chance sein. Und auch diese Szene ist symptomatisch für das Spiel, und eigentlich für die ganze Saison. Oft wäre mehr dringelegen, aber Glücksgöttin Fortuna meinte es nicht immer gut mit dem FCL.

Fortuna ist Eschenbach-Fan

Es war eine Saison des Umbruchs, in der laut Präsidentin Patricia Schönenberger dennoch mehr möglich gewesen wäre. Aber an diesem Tag sollte es einfach nicht sein. Am Ende jubeln nicht die Liestaler, sondern die Gäste. Sie feiern den Sieg mit ihren mitgereisten Fans. Zu denen gehört an diesem Tag auch Fortuna.