Judo

Wettkampferfahrung statt Medaillen für Basler Nachwuchscracks

Das Judoteam beider Basel klassierte sich am Swiss Cup in Liestal hinter den Favoriten Morges und Uster auf dem vierten Rang. Der U18/U21-Mannschaft fehlten am Vortag lediglich zwei Wertungspunkte, um sich für die Halbfinals zu qualifizieren.

«Mate» ruft der Kampfrichter. In Windeseile richtet sich Deborah Jäggi von der Matte auf, zupft ihren Kimono zurecht, zieht das Haargummi fest und nimmt die Standposition ein. Ihre Gegnerin atmet etwas länger durch.

Gerade eben war sie von der 19-jährigen Aescherin zu Boden geworfen worden. Kurze Zeit später liegt sie jedoch wieder auf dem Tatami; Jäggi gewinnt den Kampf mit der Höchstwertung Ippon. Wie die amtierende Junioren-Schweizermeisterin beendeten auch vier weitere Athleten des Teams Judo beider Basel ihre Begegnung.

Im fünften und letzten Kampf um den Swiss Cup legten die Judokas gegen Nippon Bern einen starken Endspurt hin. Mit dem Sieg belegten die Basler hinter den beiden Mannschaften aus Morges sowie Uster den vierten Schlussrang.

«Wir waren gut dabei und haben das gebracht, was wir geplant haben», erklärt Christopher Beck, Assistenztrainer von Judo beider Basel.

Von Kampf zu Kampf besser

Mit Deborah Jäggi, Melanie Keller, Céline Bannier, Mario Hammel und weiteren Junioren wurden bewusst junge Athleten in die Mannschaft integriert: Wettkampferfahrung vor Sieg lautete die Devise in Liestal.

«Sie haben grosses Potenzial. Zwar unterliefen einige Fehler in den ersten Kampfsekunden, jedoch steigerten sich alle von Kampf zu Kampf», sagt Beck. Mit insgesamt zwei Siegen und drei Niederlagen zeigte das Team eine solide Leistung.

Auch wenn es nicht zu einem Podestplatz reichte, gab es in der Kantonshauptstadt Grund zu feiern: Der organisierende Budokai Liestal blickt auf 60 Vereinsjahre zurück. Präsidentin Daniela Schmidhauser ist mit der Austragung der Wettkämpfe zufrieden.

«Einziger Wermutstropfen ist, dass die Junioren am Vortag den Halbfinal haarscharf verpasst haben. Eine Medaille wäre realistisch gewesen, aber die Westschweizer kämpften sehr stark», sagt die Kindertrainerin des Judoklubs.

U21-EM als Ziel

Dass auch die gemischte Mannschaft im Swiss Cup keinen einfachen Stand hatte, bekam Jäggi zu spüren. «Hier ist die Elite am Start. Fünf Minuten Kampfzeit sind im Vergleich zu den drei Minuten bei den Junioren ziemlich hart.

Man braucht mehr Kraft und Kondition», sagt die 19-Jährige, die am kommenden Samstag in Cremona (It) mit der Nationalmannschaft auf der Matte steht. Sie will nun verschiedene Chancen nutzen, um das Ticket für die U21-EM Ende September zu lösen.

Bereits für die U18-EM qualifiziert ist Klubkollegin Alina Lengweiler. Mit drei Siegen in ebenso vielen Kämpfen zeigte die 16-Jährige an der Junioren-Teammeisterschaft in Liestal, dass ihre Form stimmt.

Um Verletzungen zu vermeiden und Kräfte zu sparen, verzichtete sie auf einen Einsatz am Swiss Cup. Für die U20-Schweizermeisterin liegt der Fokus nun ganz auf dem internationalen Titelkampf Ende Juni in Tallin.

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