Leichtathletik
Wicki unterbot über 200 Meter völlig überraschend die U-20-WM-Limite

Die Verblüffung war gross beim 200-Meter-Lauf der Männer U-18. Als der Riehener Silvan Wicki (Old Boys Basel) bei seinem ersten 200-Meter-Lauf der Saison die Ziellinie überquerte, zeigte die Stadionuhr eine Zeit von 21,51 Sekunden an.

Rolf Spriessler-Brander
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OB-Sprinter Silvan Wicki (rechts) lief an den Kantonalmeisterschaften in Riehen allen auf und davon.

OB-Sprinter Silvan Wicki (rechts) lief an den Kantonalmeisterschaften in Riehen allen auf und davon.

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Beim Auslaufen jubelte er erstaunt, Mutter und Trainerin Sabine Wicki sprang aufgeregt auf und rief: «Das ist die Limite für Barcelona!» Nein, mit einer Qualifikation für die U-20-WM in einer Einzeldisziplin habe er nun wirklich nicht gerechnet, sagte Wicki nach der Siegerehrung.

Eigentlich sei es ihm viel zu warm gewesen, aber in der Kurve habe er gemerkt, dass er schnell unterwegs sei, und dann habe er den Lauf voll durchgezogen. Eine solche Zeit habe er sich erst für das nächste Jahr zugetraut.

Die Kantonalmeisterschaften beider Basel auf dem Sportplatz Grendelmatte in Riehen waren vor allem bei den Aktiven dünn besetzt, aber es gab einige herausragende Leistungen.

Büchler mit neuem Rekord

Die beste davon war einem Zufall zu verdanken. Weil die Bieler Stabhochspringerin Nicole Büchler am Samstag in Genf von starkem Seitenwind gestört worden war und «nur» ihre Anfangshöhe von 4,20 Metern geschafft hatte, fragte sie am Samstagabend spontan nach, ob sie am Sonntag in Riehen starten dürfe, wo ihre Vereinskollegin Anna Katharina Schmid als Gast bereits gemeldet war.

Sie durfte, überquerte als Anfangshöhe 4,30 Meter souverän, egalisierte ihren Schweizer Rekord von 4,50 Metern zum wiederholten Mal und verbesserte ihren Rekord danach im dritten Versuch auf 4,60 Meter.

Aus den Händen von Hansruedi Bärtschi, Präsident des organisierenden TV Riehen, durfte sie spontan eine Goldmedaille und eine Prämie entgegennehmen. Büchler wird nun an den Europameisterschaften in Helsinki teilnehmen und dort für ihren Olympiaauftritt in London einige Dinge im Wettkampfablauf ausprobieren. «In London will ich in den Finalwettkampf der besten Zwölf», sagte sie zu ihrem wichtigsten Saisonziel.

Müller ist in guter Form

Gut in Form ist der Riehener Speerwerfer Nicola Müller (TV Riehen). Nach einer zweiwöchigen Kraftaufbauphase, die er im Hinblick auf die Schweizer Meisterschaft von Anfang Juli in Bern eingelegt hatte, übertraf er erstmals diese Saison die 70-Meter-Marke und verbesserte die Schweizer Saisonbestleistung auf 71,08 Meter.

Gar nicht auf Touren kam der Arlesheimer Stabhochspringer Marquis Richards, nachdem er in den 100-Meter-Vorläufen noch mit 11,02 Sekunden brilliert hatte. «Ich fühle mich im Kopf blockiert, obwohl ich eigentlich gut in Form bin», sagte er achselzuckend und nahm den Wettkampf gar nicht auf, nachdem er im Einspringen mehrmals durchgelaufen war.