Da bieten sich reichlich Möglichkeiten, sich hervorzutun oder eben seinen Platz zu verlieren. Die «Schweiz am Wochenende» hat das Team in der Länderspielpause unter die Lupe genommen und die Gewinner und Verlierer des Wandels ausfindig gemacht.

Für etliche Spieler hat sich nur wenig geändert, sie haben zum Teil leicht gewonnen, leicht verloren. Dazu zählen insbesondere jene Spieler, die schon unter Urs Fischer zu den Stammkräften gehören, aber auch die Nachwuchsspieler, die von der neuen Strategie profitiert haben.

Tomas Vaclik hat zwar seinen Posten als dritter Captain verloren, die Nummer 1 gehört aber ganz klar ihm. Sein Landsmann Marek Suchy ist derweil zum Captain erkoren worden und ist daher noch ein bisschen wichtiger geworden. Letztlich ist aber auch das eine minime Veränderung.

Ähnliches gilt für Manuel Akanji, Luca Zuffi oder Mohamed Elyounoussi. Michael Lang und Renato Steffen müssen sich noch an ihre neuen Rollen im von Wicky bevorzugten 3-1-4-2 gewöhnen und haben entsprechend leicht schlechtere Statistiken vorzuweisen als noch in der Vorsaison.

Dimitri Oberlin ist neu zum Team gestossen, kam zu Teileinsätzen und erzielte sein erstes Tor. Zu den Gewinnern kann man ihn trotzdem nicht zählen. Zu oft spielte er zu egoistisch, wirkte manchmal wie ein Fremdkörper im Team.

Die Nachwuchsspieler Neftali Manzambi, Afimico Pululu und Pedro Pacheco profitierten von der neuen Strategie und wurden mit Profiverträgen ausgestattet. Pacheco (Cup) und Pululu (beim 1:1 gegen Lugano) kamen zwar zu ihren Debüts im Fanionteam, regelmässig aber spielten sie nur im Nachwuchs.

Manzambie wiederum hat sein Debüt unter Fischer gemacht, diese Saison wurde er in der Vorbereitung von einer Verletzung zurückgeworfen und spielte bisher nur in der U21. Darum gehören auch diese drei nicht wirklich zu den Gewinnern. Aber jetzt lesen Sie selbst, wer von den Veränderungen profitiert hat und wer darunter leidet.

Die fünf Gewinner

Eder Balanta

In der zweiten Saisonhälfte spielte Balanta unter Fischer keine Rolle mehr. Manuel Akanji und persönliche Probleme warfen ihn zurück. Unter Wicky ist er gesetzt, wenn Basel mit Dreier-Abwehr spielt. Für kaum einen Spieler hatte Marco Streller mehr Anfragen als für den Kolumbianer. Jetzt aber scheint er beim FCB angekommen zu sein. 

Eder Balanta.

Eder Balanta.

Blas Riveros

Viel hat man sich vom wendigen Aussenverteidiger in Basel versprochen. Gekommen ist wenig. Übergewicht und Heimweh plagten den jungen Paraguayer. In der Rückrunde wurde er gar von Nachwuchsspieler Raoul Petretta verdrängt. Unter Wicky spielt er nicht immer, aber doch viel regelmässiger als unter Fischer. Ein Gewinner.

Blas Riveros.

Blas Riveros.

Kevin Bua

Er war der Unglücksrabe schlechthin. Kaum genesen, war er letzte Saison wieder verletzt. Diese Saison hat er fünf von sechs Partien bestritten, zwei Tore geschossen und seine Bilanz damit schon deutlich verbessert (Vorsaison: 3 Spiele, 0 Tore). Ist im Zweimann-Sturm neben Van Wolfswinkel gesetzt und spielt erfrischend auf.

Kevin Bua.

Kevin Bua.

Ricky van Wolfswinkel

«Königstransfer», nannte ihn Sportchef Marco Streller. Und entsprechend hoch waren die Erwartungen an den Holländer. Er hat sie nicht enttäuscht. Sechs Tore in sechs Spielen. Er hat mehr als die Hälfte aller FCB-Tore (11) erzielt. Das sind Weltklasse-Zahlen. Und somit hat er allen Grund, mit grossem Selbstvertrauen weiterzumachen.

Ricky van Wolfswinkel.

Ricky van Wolfswinkel.

Dominik Schmid

Er debütierte unter Urs Fischer, aber er soll unter Wicky eine wichtigere Rolle spielen. Bisher hat er zwar erst zwei Einsätze gehabt, aber durch den Abgang von Matias Delgado sind die Chancen des Eigengewächses noch weiter gestiegen. Noch hat er keine Bäume ausgerissen, dennoch zählt er zu den Gewinnern unter Wicky.

Dominik Schmid.

Dominik Schmid.

Die fünf Verlierer

Mirko Salvi

Letzte Saison spielte er leihweise beim FC Lugano und war dort Stammkeeper. Die Tessiner hätten Salvi gerne weiter in ihrem Tor gewusst. Das wollte der Keeper nicht. Jetzt muss er sich in Basel mit der Rolle als Nummer 2 begnügen. Kam bisher erst im Cup zum Einsatz und daran wird sich kaum was ändern, solange Vaclik ihm vor der Sonne steht.

Mirko Salvi.

Mirko Salvi.

Raoul Petretta

Urs Fischer lobte ihn in höchsten Tönen. Im Frühjahr verdrängte er Blas Riveros als Nummer 2 hinter Adama Traoré. Er profitierte als Traoré angeschlagen vom Afrikacup zurückkam, machte insgesamt fünf Spiele in der Super League. Jetzt hat Riveros das Eigengewächs wieder hinter sich gelassen. Kam bisher im Cup zum Zug.

Raoul Petretta.

Raoul Petretta.

Omar Gaber

Der Ägypter spielt immer noch beim FCB. Doch während andere vom Trainerwechsel profitierten, verschwand Gaber in der Versenkung. An Michael Lang gibt es für ihn ganz einfach kein Vorbeikommen. Er kam bisher nur im Cup zum Zug. Das könnte sich wegen der Champions League bald ändern. Bis jetzt aber ist er eindeutig ein Verlierer.

Omar Gaber.

Omar Gaber.

Taulant Xhaka

Unter Fischer war der Aggressivleader neben Zuffi gesetzt. Unter Wicky hat er von bisher nur 241 von möglichen 540 Minuten bestritten. Nur gegen YB (0:2) spielte er über die volle Distanz. Man hört, dass Wicky der Meinung sei, er brauche zu lange, um die Bälle zu verarbeiten. Seinen Status als unbestrittener Stammspieler hat er jedenfalls verloren.

Taulant Xhaka.

Taulant Xhaka.

Davide Callà

Er war einer der wichtigsten Ergänzungsspieler unter Urs Fischer, wurde oft eingewechselt, spielte gegen kleinere Teams meist von Anfang an. Insgesamt kam er auf 27 Einsätze in der Meisterschaft. Wicky dagegen wechselte Callà bloss gegen Sion ein. Der Routinier hofft darauf, dass die Mehrfachbelastung Besserung bringt.

Davide Callà.

Davide Callà.