Champions League
Wickys Knacknüsse: Wer darf in der Super League antreten und ist der FCB bereit für ManCity?

Es ist mit das Beste, was einem Trainer passieren kann. Kaum verletzte Spieler und ein in der Breite dermassen ausgeglichenes Kader, dass Trainer Raphael Wicky fast auf jeder Position auswählen kann, wer am jeweiligen Spieltag zum Handkuss kommen soll.

Céline Feller
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Gleich auf mehreren Positionen muss Raphael Wicky aufgrund der Breite des Kaders entscheiden, wen er favorisiert.

Gleich auf mehreren Positionen muss Raphael Wicky aufgrund der Breite des Kaders entscheiden, wen er favorisiert.

Keystone

Es lässt ihn sogar sagen: «Im Vergleich zur Hinrunde haben wir an Qualität gewonnen.» Und dies trotz der Abgänge von Manuel Akanji und Renato Steffen. Aber die Basler haben mit Léo Lacroix, Fabian Frei, Valentin Stocker sowie Samuele Campo starke Spieler gewinnen können. Spieler, die den Konkurrenzkampf ungemein anheizen. So sehr, dass sich Wicky auf einigen Positionen sehr wohl den Kopf zerbrechen muss, wen er ins Rennen schicken soll.

Vor allem auch im Hinblick darauf, dass nur zwei Ligaspiele anstehen, bevor das grosse Manchester City im Joggeli gastiert. Zumindest dahingehend hat der FCB-Coach bereits eine Entscheidung getroffen (siehe Punkt 3).

Alle anderen stehen noch an. Und werden nach der vollständigen Genesung Luca Zuffis (noch nicht ganz bei 100 Prozent nach der Entfernung eines Überbeins) nur noch schwieriger werden. Die «Schweiz am Wochenende» hat sich mit Raphael Wickys Luxusproblemen beschäftigt.

1. Der offene Kampf in der Innenverteidigung

Er sei nicht die Nummer 3, sondern die dritte Nummer 1, sagte Sportchef Marco Streller über den jüngsten Neuzuzug Léo Lacroix. Tatsächlich hat Wicky mit Marek Suchy, Eder Balanta und Lacroix drei Nationalspieler im Kader, die sich nicht mit der Bank zufriedengeben werden.

In der Champions League spielen alle. In der Liga zuerst eher Balanta an Suchys Seite, hat Lacroix doch bis am Sonntag erst drei Trainings mit den neuen Kollegen absolviert. Danach ist es ein offenes Rennen.

2. Das grosse Gedränge im defensiven Mittelfeld

Mit Alexander Fransson ist ein defensiver Mittelfeldspieler zwar leihweise weg, aber mit Fabian Frei ist ein neuer dazugekommen. Und Frei hat jetzt schon das höhere Standing als der Schwede. Somit hat sich der Konkurrenzkampf eher verschärft.

Geoffroy Serey Die kam schon in der Hinrunde nicht regelmässig zum Zug, Zuffi muss sich nach einer Verletzung erst zurückkämpfen. Gesetzt scheint aktuell einzig Taulant Xhaka. Das Duell für den Platz nebenan läuft zwischen den beiden Technikern Frei und Zuffi.

3. Das plötzliche Überangebot auf der Zehn

Nach der grossen Leere auf der Zehn nach Matías Delgados Rücktritt hat Wicky dort auf einmal drei Optionen. Zum einen Mohamed Elyounoussi, der diese Rolle in der Hinrunde gut erfüllte. Zum anderen Samuele Campo, der Basler Junior und Rückkehrer, der jedoch im Rennen um einen Platz im Champions-League-Kader den Kürzeren gezogen hat und den Cut verpasste.

Und dann noch Valentin Stocker. Diesen brachte Wicky selber noch für die Position hinter den Spitzen ins Spiel. In der Liga hat Campo die Nase vorne, in der Königsklasse braucht es im 3-4-3 keinen Zehner.

4. Die Hierarchiefrage im Sturmzentrum

Raphael Wicky betonte es wiederholt am Freitag: Ricky van Wolfswinkel ist wie ein Neuzugang nach dessen überstandener langwieriger Verletzung. Damit implizierte er auch: Er ist gesetzt. Hinter ihm stehen Albian Ajeti und Dimitri Oberlin bereit, beide mit ausgeglichenen Chancen.