Kanu

Wie David gegen Goliath: Jeremias Schläfli misst sich mit den Grossen

Die WM-Qualifikation im Fokus: Jeremias Schläfli. Stefan Munsch/ZVG

Die WM-Qualifikation im Fokus: Jeremias Schläfli. Stefan Munsch/ZVG

Jeremias Schläfli muss sich bei der Elite durchbeissen und beisst dabei (noch) auf hartes Brot. Von seinem Saisonziel, der WM-Qualifikation für Prag im August, lässt er sich aber nicht abbringen.

Erzählt Kanu-Ikone Mike Kurt über seinen Nati-Kollegen Jeremias Schläfli, kommt er schnell auf den teaminternen Running Gag zu sprechen: «Ich sage ihm immer, er sei ein Filigrantechniker, weil er bei Wildwasser-Rennen immer so gross auftrumpft.» Und wenn einer die Fähigkeiten einschätzen kann, dann ist es Mike Kurt, der jüngst mit EM-Silber eine weitere internationale Medaille in sein Palmarès schreiben darf. «Mit seinem Ehrgeiz traue ich ihm auch auf internationaler Ebene Spitzenresultate zu», sagt Kurt weiter.

«Eine grosse Herausforderung»

Noch wird es eine Weile dauern, bis Jeremias Schläfli ganz vorne mitmischen kann. Im letzten Jahr konnte der Basler aber erstmals Elite-Luft schnuppern, «eine eindrückliche Erfahrung, wenn auch eine grosse Herausforderung.» In dieser Saison will Schläfli den nächsten Schritt machen. Ein erstes Ausrufezeichen hat der 22-Jährige in der Team-Qualifikation mit der Nationalmannschaft bereits gesetzt und sich auf dem 2. Rang platziert. Damit löste er auch das EM-Ticket und die Teilnahme für die vier Weltcup-Rennen. Ausserdem hat Schläfli die Möglichkeit, sich mit zwei Halbfinal-Qualifikationen für die WM im August in Prag zu qualifizieren. An Zielen und Perspektiven mangelt es also nicht. «Mein Ziel ist es, die Qualifikation für die Weltmeisterschaft im Prag zu schaffen», sagt der Slalom-Kanute der Basler Rennpaddler. Was nicht heissen soll, dass Schläfli nicht grosse Erwartungen an sich selber stellt.

«Die Form stimmt»

Wie vor zwei Wochen an der EM in Krakau, bei der er wegen Hochwassers unter speziellen Bedingungen (nur ein Durchlauf) fahren musste und letztlich auf dem 39. Platz landete. Immerhin konnte sich Schläfli mit dem Team um den Bieler Lukas Werro und dem Solothurner Mike Kurt auf dem 5. Rang klassieren. Am ersten Weltcup in Cardiff verpasste der Junioren-Schweizer-Meister von 2009 trotz Grippe mit dem 46. Platz die erste Halbfinal-Qualifikation (Top 40) nur um Haaresbreite. «Die Form stimmt», sagt Schläfli, «aber bei der Elite mitzufahren, ist derzeit noch wie David gegen Goliath. Leider kann ich nicht in der U23-Kategorie starten, da der Verband nur Kanuten bis 21 Jahre berücksichtigt.»

Trotzdem. Die gestiegenen Ambitionen kommen nicht von ungefähr. Seit letztem Dezember starten Schläfli und Co. unter dem französischen Trainer Medhi Deguil im Kanu-Stützpunkt «Slalom Region Basel». «Das ermöglicht uns nun optimale Trainingsbedingungen.» Die Weichen sind gestellt, die Ausgangslage besser denn je. «Sowieso hat Jeri in den letzten Monaten enorme Fortschritte gemacht», schliesst Mike Kurt ab.

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