FC Basel

Wie der FCB gegen Luzern zu den eigenen Ansprüchen zurückkehren will

Der FC Basel konnte in den letzten Wochen nicht mehr überzeugen. Keystone

Der FC Basel konnte in den letzten Wochen nicht mehr überzeugen. Keystone

Der Meister muss gegen Luzern seine Stärken wieder finden, die zuletzt zu Schwächen geworden warern. Unmittelbar vor der Nationalmannschaftspause enttäuschte der FC Basel gegen Thun - nun soll wieder eine Steigerung her.

Nationalmannschaftspausen. Sie kommen einem Klubtrainer immer ungelegen. Insbesondere dann, wenn sie die Aufarbeitung vergangener Partien verunmöglichen. So wie dies nach dem Spiel des FC Basel gegen den FC Thun der Fall war. Jenes Spiel, in dem sich der FCB von einer Seite zeigte, die «niemandem gepasst hat. Weder den Fans, noch der Mannschaft», wie Urs Fischer sagte.

Der FCB-Trainer sprach nach Spielschluss von einer mehr als ungenügenden Leistung. Eine Botschaft, die er seiner Mannschaft aber erst zehn Tage später in aller Deutlichkeit überbringen konnte. Denn erst seit Mittwoch ist der Grossteil des Kaders wieder in Basel, mit Eder Balanta ist am Donnerstagabend auch noch der letzte der 18 Ausgeflogenen zurückgekehrt. «Wir haben nicht alles mit allen anschauen können. Aber: Die Spieler haben ihr Fett wegbekommen. Ich denke aber auch, dass das Unentschieden zum richtigen Zeitpunkt gekommen ist», sagte Fischer.

Es war also ein Weckruf, der nötig war. Denn nach dem geglückten Start in die Meisterschaft hat der FCB in den letzten Wochen nicht mehr überzeugt. Darüber können auch die Resultate nicht hinwegtäuschen. Was muss besser werden im heutigen Spiel gegen den FC Luzern? Die «Nordwestschweiz» zeigt die grössten Brennpunkte auf.

Das Spiel des FCB kränkelt

Als Erstes wäre da die mangelnde Konzentration und die damit verbundenen schlechten Startphasen zu nennen. Was in den ersten beiden Spielen der Saison noch die grosse Stärke war, wurde zunehmend zu einer Schwäche. Der FCB geriet in den letzten drei Meisterschaftsspielen in der ersten Halbzeit immer in Rückstand, gleiches passierte in der Champions League gegen Ludogorets und Arsenal. Die Mannschaft schien schon fast ein Gegentor kassieren zu müssen, um wach zu werden. Ein Spiel mit dem Feuer, das auf Dauer nicht gut gehen kann. Vor allem, wenn die Bereitschaft fehlt, sich bedingungslos reinzuhängen. Und damit wären wir beim zweiten Punkt: der nicht vorhandenen Bereitschaft. Was schleichend Einzug zu nehmen schien, wurde gegen Thun sichtbar.

Der letzte Wille, einen Zweikampf anzunehmen, selber in ein Eins gegen Eins zu gehen, oder sich ohne Ball am Fuss zu bewegen, fehlte. Dass unbändiger Einsatz für Fischer von hoher Bedeutung ist, ist nicht neu. Fischer war und ist – als Spieler wie auch als Trainer – einer, der immer alles gibt und dies auch von seinen Spielern fordert. Deshalb hat er seinen Spielern in einer ausführlicheren Analyse als sonst deutlich gemacht, wie wichtig dies ist.

Sein Team konnte immer dann noch aufdrehen, wenn es nötig und möglich war, etwas zu reissen. Egal, ob gegen St. Gallen oder Lausanne, als man die Partie dank grossem Willen noch drehen konnte. Oder im Spiel gegen Ludogorets, als das Gegentor weggesteckt und doch noch ein Punkt geholt werden konnte. «Wenn man das Gefühl hat, nur Fussballspielen alleine reicht, dann ist das einfach nicht so.» Denn Fussball spielen können alle. Egal, ob dies der FC Luzern ist, der heute im Joggeli gastiert, oder Paris Saint-Germain, der nächste Champions-League-Gegner der Basler. Und um einen Gegner wie Luzern, auf den man jährlich vier Mal trifft, oder ein grosses Team wie PSG überraschen zu können, braucht es mehr. Es braucht Kreativität, gepaart mit Unberechenbarkeit und Zielstrebigkeit im Offensivspiel.

All das also, was Fischer vor Saisonstart angekündigt hatte. Was zu Beginn klappte – vor allem auch, weil Matías Delgado vor Spielfreude strotzte, wie seit seiner Rückkehr wohl noch nie – war in den letzten Spielen ebenso verloren gegangen wie der vierte Punkt, in der der FCB wieder zu alter Stärke finden muss: der Stabilität in der Defensive. Müsste man diese personifizieren, Marek Suchy oder Tomas Vaclik wären die besten Beispiele dafür.

Suchy war in der letzten Saison die Konstante, spielte immer gut, immer sicher, unabhängig davon, dass ihm aufgrund der Verletzungsmisere fast in jedem Spiel ein neuer Partner in der Innenverteidigung an die Seite gestellt worden war. Und auch Tomas Vaclik war, wenn auch selten geprüft in der Liga, eigentlich immer da, wenn es ihn brauchte. Klar, gegen Arsenal zeigte er vielleicht eine seiner besten Leistungen überhaupt. Aber nicht ohne anfängliche Unsicherheiten.

Dies alleine der Affiche zuzuschieben, wäre nicht gerecht, denn Unsicherheiten gab es auch gegen St. Gallen und Thun. Aber nicht nur die beiden Tschechen, allgemein bleibt der Defensivverbund zuletzt nicht vor Unsicherheiten verschont. Und wirkt in der Person von Balanta oder Daniel Höegh auch immer wieder etwas zögerlich.

Sollten all diese Schwächen wieder in Stärken umgewandelt werden können, wie man es sich beim FCB eigentlich gewohnt ist, dann kann man sich endlich auch spielerisch und nicht nur resultatmässig wieder von seiner meisterlichen Seite zeigen.

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