FC Basel Frauen

Wie die FCB-Frauen trotz noch weniger Geld sportlich wieder erfolgreicher sein wollen

FCB-Mittelfeldspielerin Tyara Buser im Zweikampf.

FCB-Mittelfeldspielerin Tyara Buser im Zweikampf.

Am Samstag eröffnen die FCB-Frauen ihre Saison mit dem Cupspiel auswärts in Bremgarten. Nach einer enttäuschenden vergangenen Saison wollen sie wieder neu angreifen. Ihre Ziele nehmen sie mit jungen Spielerinnen und einem immer kleiner werdenden Budget in Angriff.

Der Frauenfussball hat einen aufregenden Sommer hinter sich. An den Weltmeisterschaften in Frankreich standen für einmal sie und nicht ihre männlichen Berufskollegen im Fokus eines Millionenpublikums. Anschauungsmaterial zuhauf gab es dabei auch für das Frauenteam des FC Basel. Die Mannschaft von Trainer Thomas Moritz dürfte die Sommerpause zudem dazu genutzt haben, die vergangene Saison abzuhaken. Eine Saison, in der die Spielerinnen unfreiwillig mehr Schlagzeilen neben als auf dem Platz machten. Der unbefriedigende sechste Tabellenrang war die Konsequenz.

Dieses Jahr soll es wieder weiter nach oben gehen. «Unser Ziel ist es, unter die ersten drei der Meisterschaft zu kommen», erklärt Stefano Ceccaroni, Leiter der FCB-Frauen. Auch im Cup, mit dem die Mannschaft ihre Saison am Samstag in Bremgarten fünf Tage vor dem Liga-Auftakt am Donnerstag gegen Luzern eröffnet, zeigt er sich hoffnungsvoll: «Wir würden gerne wieder einmal einen Titel nach Basel holen und der Cup bietet eine gute Möglichkeit dazu». Ein bisschen Losglück sei dafür aber schon notwendig.

Die FCZ-Dominanz soll nicht mehr so gross sein

Das Wort Meistertitel wollen weder Ceccaroni als auch Moritz in den Mund nehmen. Beide sind aber der Ansicht, dass die Frauenliga NLA ausgeglichener wurde. «Wir gehen nicht davon aus, dass der FC Zürich vorne wieder dermassen davon zieht», so Moritz. Ob die Annahme eintrifft, wird sich zeigen, die Hoffnung diesbezüglich ist aber verständlich. In der vergangenen Saison distanzierten die Zürcherinnen ihre Gegnerinnen um 30 Punkte und mehr.

Beeinflussen können die Baslerinnen aber sowieso nur ihre Spiele. Diese werden sie mit einer ordentlichen Portion jugendlicher Unerschrockenheit angehen. Gerade einmal 21 Jahre beträgt das Durchschnittsalter in der Mannschaft. Was an Erfahrung fehlt, soll mit Teamgeist und Unbekümmertheit wettgemacht werden. «Unsere jungen Spielerinnen werden alle besser und können noch grosse Fortschritte erzielen», sagt Ceccaroni. Das Talent sei vorhanden, um den grossen Mannschaften Paroli zu bieten.

Auch Moritz bereitet das junge Alter seiner Mannschaft keine schlaflosen Nächte. «Unser Konzept ist es, jungen Spielerinnen eine Chance zu geben», erklärt der Trainer, der in seine zweite Saison mit den FCB Frauen geht. Die grösste Änderung im Kader der Baslerinnen ergibt sich auf der Position der Torhüterin. Es ist ein Wechsel, der das Konzept der FCB-Verantwortlichen treffend illustriert. Anstelle der erfahrenen Nadine Böni wird neu die erst 18-jährige Michèle Tschudin das Tor hüten.

Weniger Geld, aber kein schwächeres Team

Das Meisterschaftsziel muss die Frauenmannschaft mit immer kleiner werdenden finanziellen Ressourcen in Angriff nehmen. Das Budget wurde auf diese Saison hin gekürzt, genauso wie es bereits vor der vergangenen Saison der Fall war. Neu beträgt es für die gesamte Frauenabteilung 800 000 Franken. Das Budget will Ceccaroni aber nicht als Grund für allfällige Niederlagen gelten lassen. «Die Restriktion des Budgets nehmen wir nicht als Begründung für ein schwächeres Team», so der Leiter der Frauenmannschaft.

Trainer Moritz beschäftigt sich ebenfalls viel lieber mit der Stärke seines Teams als mit finanziellen Zahlen. Vor allem der Konkurrenzkampf stimmt ihn zuversichtlich. Die doppelte Besetzung der Positionen sorge für eine Leistungssteigerung der Spielerinnen, da sie Konkurrentinnen im Nacken haben. Trotz dem Gerangel um die Plätze in der Startelf, sei die Stimmung unter den Spielerinnen toll. «Die Mannschaft passt zusammen, ist aber trotzdem heterogen. Das ist vielversprechend», gibt er sich optimistisch.

Von einer weltmeisterlichen Stimmung wie in Frankreich wird am Samstag beim Cup-Auftakt in Bremgarten nichts mehr zu spüren sein. Welche Auswirkungen die Weltmeisterschaft auf die heimische Frauenliga hat, könne man laut Ceccaroni erst während der Saison beurteilen. «Der Frauenfussball befindet sich aber auf einem aufsteigenden Ast, auch in der Schweiz», sagt er. Auf diesen aufsteigenden Ast wollen auch die Frauen des FC Basel aufspringen.

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