Fussball-WM

Wie eine Gruppe Baselbieter das Debakel von Salvador erlebte

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Früher standen sie mit Stocker, Shaqiri, Xhaka und Co. auf dem Spielfeld, heute fiebern sie auf den WM-Tribünen mit und erlebten den Untergang des Schweizer Teams gegen Frankreich.

Wie fühlt sich das an, wenn man sich in Brasilien ein WM-Spiel von der Tribüne aus anschaut und unten ein paar von den Kollegen aus der Juniorenzeit einlaufen? «Das war am Anfang etwas hart, aber heute ist es cool. Ich habe früher die Schüsse von Granit Xhaka, Valentin Stocker und Xherdan Shaqiri gehalten und heute hoffe ich, dass sie rein gehen», beschrieb Marco Schmid im Pelourinho, der barocken Altstadt von Salvador, seine Gefühle vor dem Match der Schweiz gegen Frankreich.

Eigentlich sei es ihm als Nummer 2 hinter Yann Sommer schon bei der Basler U21 klar geworden, dass er die Voraussetzungen nicht erfülle, um einmal Profi zu werden. «Er ist ein paar Zentimeter zu klein für einen Goalie», ergänzt Vater Reinhard Schmid – Präsident des SC Dornach, währen sein heute 24-jähriger Sohn heute für Allschwil in der 2. Liga inter im Kasten steht.

«On va manger les Petit Suisse»

Dann machte sich die kleine Baselbieter Gruppe mit Solothurner Freunden auf den stimmungsvollen Fan-Walk Richtung Stadion Fonte Nova, und adoptierte dabei noch den Franzosen Loïc Schnebelen, der ebenfalls beim FC Allschwil in der 2. Liga inter spielt. «Le Coq est mort» sangen die Roten, der Schlachtruf der Blauen hiess: «On va manger les Petit Suisse.» Alleine der Fan-Walk war den Matchbesuch wert.

Eigentlich hätte die Gruppe deutlich grösser werden sollen. «Gleich, nachdem Brasilien als Austragungsort gewählt wurde, waren alle begeistert, wir waren etwa zehn», blickte der Basler Renato Lotti zurück, der in Pratteln aufgewachsen ist. «Aber mit der Zeit wurden es immer weniger und jetzt sind wir noch zu dritt auf die grosse Reise gegangen.» Der Optimismus vor dem Match in Salvador war nach dem 2:1-Sieg gegen Ecuador gewaltig. «Ich habe ein gutes Gefühl, die Mannschaft ist parat. Wir holen mindestens einen Punkt», wagte Reinhard Schmid eine Prognose. Und dann kam es ganz anders. Alle waren sich einig, dass das Desaster begann, als Steve van Bergen nach Olivier Girouds Fusstritt ins Gesicht verletzt ausscheiden musste.

«Goalies kritisieren sich nicht»

«Ich hätte nicht Philippe Senderos gebracht, er ist dem Tempo nicht mehr gewachsen», analysierte Marco Schmid das Debakel in der Innenverteidigung. «Fabian Schär ist viel schneller und hätte in der Innenverteidigung gegen die schnellen Franzosen vielleicht etwas ausrichten können.» Und wie beurteilt er Diego Benaglios Leistung? «Unter Goalies kritisiert man sich eigentlich nicht gerne. Aber ich sage es so: An besseren Tagen hätte er den einen oder anderen gehalten.»

Und wie geht es weiter? «Jetzt reisen wir nach Manaus und gewinnen dort gegen Honduras», ist Marco Schmid überzeugt.

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