Vor zwölf Jahren hatte er noch zehn Kilogramm mehr auf den Rippen und war untrainiert. Heute ist der 33-jährige Daniel Montag gut durchtrainiert, ein Modellathlet. Mit Jogging hat damals alles angefangen. Und irgendwie wurde es immer mehr, der Sport hatte ihn gepackt. Vor acht Jahren lief er den ersten Marathon. Aber der Basler wollte noch mehr. Nur Laufen wurde ihm irgendwann zu einseitig. Er erinnerte sich an seine Jugendzeit, als er regelmässig ins Schwimmtraining ging. Und so fand er seine neue Liebe: den Triathlon.

Erst bestritt er einen Volkstriathlon, es folgten Olympische Wettkämpfe, bevor es auf die Mitteldistanz ging. Dann vor zwei Jahren wagte er sich im deutschen Roth – der Klassiker in Europa – an seinen allerersten Ironman (3,8km Schwimmen, 180km Radfahren, 42km Laufen). Und der Mann, der seit sieben Jahren Mitglied von Tria Basilea ist, zündete ein wahres Feuerwerk. Er lief in 8:57:51 Stunden ins Ziel. Für einen Neuling eine Fabelzeit. «Das war eine totale Überraschung. Ich wäre mit einer Zeit um zehn Stunden mehr als zufrieden gewesen. Aber so eine starke Zeit hatte wirklich niemand erwartet», blickt Daniel Montag zurück. So erreichte er unter 2000 Startern den hervorragenden 63. Platz.

Im letzten Jahr war alles angerichtet für seinen zweiten Ironman, beim Heimspiel in Zürich. Zwei Wochen vor dem Wettkampf bremste ihn ein Bänderriss nach einem Fahrradsturz. «Deshalb habe ich mit Zürich noch eine Rechnung offen», sagt der Basler. Am Sonntag wird Daniel Montag nun seinen zweiten Ironman bestreiten. Eine Sehnenentzündung im Fuss machte ihm im Vorfeld zu schaffen. Auf lange Läufe musste er in der Vorbereitung verzichten. Dennoch ist er guten Mutes: «Eine Zeit unter neun Stunden wird in Zürich nicht möglich sein. Es wäre toll, wenn ich zwischen 9:15 und 9:30 finishen würde.» Gelingt dem Basler, wie schon in Roth, erneut ein Exploit, darf er sogar mit einer WM-Teilnahme auf Hawaii liebäugeln.

Es ist die Grenzerfahrung, die den Physiotherapeuten motiviert, solche Mega-Distanzen zu bewältigen. Als Spinner würde er sich dann aber doch nicht bezeichnen. «Ich habe mich ja langsam an diese grossen Distanzen herangetastet. Aber ein Ironman ist das Maximum, mehr will ich meinem Körper nicht zumuten.» Rund 10 bis 15 Stunden trainiert Montag pro Woche. «Es ist ein idealer Ausgleich zum Job.» Und die Glücksgefühle, die er bei seinem ersten Ironman in Roth erlebt habe, seien schlicht fantastisch. «Im Ziel ging eine unglaubliche Spannung weg. Diesen Moment kann man gar nicht beschreiben.» Und genau diesen Moment will er heute in Zürich wieder erleben.