Super League
Wie Naser Aliji im Ländle seine Karriere lanciert

Im Winter wechselte der 21-Jährige Naser Aliji vom FCB leihweise zu Vaduz. Im Ländle hat er sich gut entwickelt und ist unumstrittener Stammspieler. Die Niederlage gegen seinen Ex-Klub konnte aber auch er nicht verhindern.

Etienne Wuillemin, Vaduz
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Naser Aliji (vorne) ist in Vaduz unbestritten.

Naser Aliji (vorne) ist in Vaduz unbestritten.

Keystone

Naser Aliji ist kein Lautsprecher. Seine Worte wählt er mit Bedacht. Aber manchmal sind sie trotzdem ziemlich deutlich. «Die erste Halbzeit war schlecht, sehr schlecht», beginnt er, «wer kaum Zweikämpfe gewinnt, kann gegen Basel eben nicht gewinnen.» Als Vaduz nach der Pause auf eine Dreierabwehr umstellte und immer besser ins Spiel kam, lag plötzlich ein Punktgewinn in der Luft.

«Es sollte nicht sein. Schlimm ist das nicht. Gegen Basel ist jeder Punkt Bonus», sagt Aliji. Als im vergangenen Winter der FCB mit Adama Traore einen weiteren Linksverteidiger verpflichtete, war für den 21-jährigen Aliji klar: So geht es nicht weiter. Die Einsatzminuten müssen steigen. Das Angebot des FC Vaduz kam gelegen. Es hat sich gelohnt. Aliji spielt immer von Anfang an.

«Super integriert»

«Und ich kann bereits Verantwortung übernehmen. Das tut mir gut.» Auch gegen seinen Ex-Klub fällt Aliji einige Male positiv auf, vor allem mit schönen Steilzuspielen. Wenn es etwas zu bemängeln gibt, dann vielleicht, dass sein Gegenspieler Philipp Degen etwas gar viele Flanken schlagen konnte.

Ruth Ospelt, die charismatische Präsidentin des FC Vaduz lobt Aliji in den höchsten Tönen. «Ich bin sehr beeindruckt von ihm – sportlich wie menschlich. Er hat sich super integriert, ist ein grosser Gewinn für uns. Vor allem habe ich das Gefühl, die Ruhe rund um den Verein bekommt ihm sehr gut.» Natürlich, in Vaduz ist alles beschaulicher als in Basel. «Der Druck ist kleiner – beim FCB muss man gewinnen, in Vaduz darf man», sagt Aliji.

Wie weiter nächste Saison?

Als sich im Winter sein Transfer konkretisierte, fand FCB-Trainer Paulo Sousa warme Worte für Aliji. «Es tut mir weh, ihn gehen zu lassen. Er ist ein guter Junge, sehr fleissig, ihm steht eine schöne Karriere bevor.» Sportdirektor Georg Heitz ist zufrieden mit der Entwicklung von Aliji. «Wir beobachten ihn stetig, er macht seine Sache sehr gut.»

Und wie geht es weiter in der nächsten Saison? Logisch, dass Vaduz alles daran setzen wird, Aliji weiter ausleihen zu dürfen. Die entscheidende Frage ist, was Aliji für seine weitere Karriere mehr bringt. Beantworten muss das aber vor allem einer: der Spieler selbst.