Eishockey
Wie weiter? Die Zukunft des EHC Zunzgen-Sissach steht auf dem Spiel

An der Generalversammlung des EHC Zunzgen-Sissach herrscht Grossaufmarsch. Grund: Die Zukunft des Vereins ist nach wie vor gefährdet. Zum Spielen sollten die jungen und älteren Spieler nächste Saison – trotz Hallen-Misere – jedoch kommen.

Michael Schenk
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Heimspiele wird es für den EHC Zunzgen-Sissach voraussichtlich nächste Saison nicht geben. ZVG

Heimspiele wird es für den EHC Zunzgen-Sissach voraussichtlich nächste Saison nicht geben. ZVG

An der alten Landstrasse 8 im Restaurant Hard in Zunzgen haben sich die Mitglieder des EHC Zunzgen-Sissach zur Generalversammlung getroffen, um über harte Zeiten zu debattieren. Die Zukunft des Vereins steht auf dem Spiel. Nachdem der Betrieb auf der Kunschti in Sissach Ende Oktober eingestellt werden musste (s. Box), fehlt im wahrsten Sinn die Existenzgrundlage. Das Säli in der Dorfbeiz platzt aus allen Nähten.

«Wir haben den Aufmarsch etwas unterschätzt», entschuldigte sich Präsident Jean-Daniel Neuenschwander. Hätte man den Ansturm vorausgesehen, wäre man vielleicht in den St. Jakob Park ausgewichen. Ausweichen ist denn auch das Stichwort, dass die unmittelbare Zukunft des EHC Zunzgen-Sissach und seiner mehr als 100 Nachwuchsspieler sowie 2.-Liga-Equipe voraussichtlich prägen wird.

Sollte das Komitee indes innert nützlicher Frist den Gegenbeweis erbringen, «dann sind wir offen.» Wobei Buser zu bedenken gibt: «Allein eine einzige Bohrung kann dafür sorgen, dass wir im Beweisverfahren unterliegen.» Die Holzbaufirma also, mit der die Gemeinde im Clinch liegt, gegebenenfalls nicht geradestehen müsste. Letztlich geht es um einen Schadensumme über einer Million.

«Da können wir als Gemeinderat nicht einfach sagen, wir lassen wir den Fünfer grad sein und übernehmen die Kosten, nur damit der Eisbetrieb auf der Kunschti aufrechterhalten werden kann», sagt Buser. Das sei man der Gesamt-Bevölkerung schuldig. Ginge es ein paar hunderttausend Franken in diesem Haftungsstreit, «dann sähe das vielleicht anders aus», hält Buser fest. Aber eben – nicht alle Sissacher sind ZS-ler, Curler oder Eisläufer.

Ergo wird wohl die Lösung des Vorstandes zum Tragen kommen. TK-Chef Rudolf Müller hat zum Abschluss seiner ZS-Funktionärs-Karriere zuletzt intensiv mit Laufen, Rheinfelden, Olten und den Basel Sharks verhandelt. Und: «Wir können versprechen, dass wir alle Nachwuchsspieler nächste Saison in diesen Partnerteams unterbringen und ihnen so eine Spielmöglichkeit bieten können.» Aber: Es eilt. Ein Entscheid muss schnell getroffen werden. Vom nationalen Verband aus kommt man ZS in der Not entgegen. Anstatt, dass die Spielpläne für die Nachwuchsligen bereits in den nächsten Tagen, wie üblich, fertiggestellt werden, wartet man bis Ende Juni zu.

Wartet, ob sich im letzten Moment, befeuert durch das Promi-Komitee, doch noch eine Lösung auf der Kunschti ergibt. Wenn nicht – so beschliesst es die GV – wird die Variante des Vorstandes umgesetzt. Dann wird also nächste Saison «nur» die 2.-Liga-Equipe im Dress von ZS auflaufen. Dies freilich auf dem Eglisee in Basel. Die ZS-Junioren ihrerseits werden in den Farben der Sharks, von Rheinfelden, Laufen und Olten um Tore und Punkte kämpfen. Ob und wie viele dieser jungen Spieler dann allenfalls auf die Saison 2014/15 wieder in ihre Heimat zurückkehren würden, so denn da bis dann wieder Eis zur Verfügung stünde, das steht in den Sternen.

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