Fussball
Wieso müssen FC-Liestal-Spieler wieder bluten?

Die Liestaler haben Geldsorgen - dies behaupten zumindest einige Stimmen. Der Verein weiss davon nichts: «Wir haben weder irgendwelche offenen Rechnungen oder gar Schulden zu begleichen.»

Nicolas Lurati
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Wie lange sind die Spieler noch bereit, für den FC Liestal zu stürmen? Nars

Wie lange sind die Spieler noch bereit, für den FC Liestal zu stürmen? Nars

Nicole Nars-Zimmer

Dunkle Wolken ziehen über dem FC Liestal auf. Der Verein steht vor dem finanziellen Abgrund. Die Kosten sprengen alle Massstäbe. Steht es wirklich derart arg um die Kantonshauptstädter? Wohl eher nicht. All diese Stimmen, die in diese Richtung gehen, sind klar übertrieben. Das sagt zumindest FCL-Vizepräsident Roland Schaub: «Wir haben weder irgendwelche offenen Rechnungen oder gar Schulden zu begleichen. Auch die Gerüchte punkto Lieferstopp seitens unseres Ausstatters sind Quatsch.»

«Fehlender Wille für volontäre Arbeit»

Eines kann man seitens der Liestaler aber nicht abstreiten. Nämlich die Tatsache, dass der Mitgliederbeitrag erneut erhöht werden muss, und zwar um 50 Franken auf insgesamt stolze 450 Franken. Dies soll an der Generalversammlung nächste Woche abgesegnet werden. Schaub sagt, dass es der einzige Weg sei: «Die Nebenkosten unseres Klubrestaurants steigen ständig und Sponsoren springen wegen der schweren Wirtschaftslage ab. Zudem fehlt auch der Wille für volontäre Arbeit im Verein. Ich bin zuversichtlich, dass der Antrag zur Erhöhung durchkommt.»

Den Spieler fehlt es an Mumm

Kommen sich die Geschröpften nun ob der wiederholten Anhebung nicht ein wenig dumm vor? Deftige Unmutsbekundungen in Richtung Vereinsleitung machten auf jeden Fall schon mal die Runde. «Ich habe von dieser Missstimmung gehört, doch wenn wir weiterhin gesund dastehen wollen, ist dieser Schritt schlichtweg nötig», so Schaub. Die Spieler des Vereins wurden übrigens schon mehrfach darauf hingewiesen, dass sie Sponsoren akquirieren sollen, doch es fehlte anscheinend an Mumm.

Ist es nun neuerdings also das Kerngeschäft der Spieler, den Verein finanziell im Lot zu halten? Na ja, Ansichtssache. Natürlich kann jeder mit einem ehrenamtlichen Beitrag oder aber mit dem Versuch, Gönner zu rekrutieren, seinen Teil zum Wohlergehen des Vereins beitragen. Im Endeffekt ist die Leitung des Klubs aber dafür verantwortlich, dass solide Geldverhältnisse herrschen. Gerüchte nur warme Luft?

«Laufen finanziell nicht auf dem letzten Zacken»

Bleibt also zum Schluss die Frage: Steht es um den FC Liestal wirklich derart arg oder sind alle Gerüchte und kolportierten Erzählungen bloss warme Luft? Einige Stimmen reden von Betreibungen gegen den Verein von mehreren Seiten. Die Behauptungen dieses Lagers könnten aber auch subjektiv geprägt sein, denn einige alteingesessene Gestalten tun sich mit der Tatsache, dass ihr Klub von einer Frau geführt wird, sehr schwer.

Andere, wie Schaub hingegen, geben Statements wie «Die Lage ist nicht angespannt, der Spielbetrieb ist gesichert und wir laufen finanziell nicht auf dem letzten Zacken» von sich. Was ist also richtig? Oder liegt die Wahrheit wie so oft etwa dazwischen? Zunächst heisst es aber: im Zweifel für den Angeklagten - also die Vereinsführung.