Fussball

Wieviel Eintritt soll ein Erstligaspiel kosten?

Der SV Muttenz (im Derby gegen den SC Dornach, im Vordergrund Talisson Da Costa gegen Alois Ribeiro) kann auf eine treue Anhängerschaft zählen.

Der SV Muttenz (im Derby gegen den SC Dornach, im Vordergrund Talisson Da Costa gegen Alois Ribeiro) kann auf eine treue Anhängerschaft zählen.

Die fünf regionalen Fussball-Erstligisten präsentieren drei Lösungen zum Thema Eintritt. Bei der U21 des FCB zahlt man nichts. Old Boys, Blackstars und Muttenz verlangen zwischen 10 und 12 Franken. Dornach bietet dank Sponsor Gratis-Spiele.

Bei den Cup-Spielen von Muttenz und den Black Stars standen sie lange im Vordergrund, die Kosten. Die als Hochrisiko-Spiele eingestuften Cup-Partien drohten zur Zerreissprobe für die Vereine zu werden. Wegen der detaillierten Planung wussten die Klubs genau, ab wie vielen Zuschauern sie mit einer schwarzen Null oder gar einem kleinen Gewinn rechnen konnten. Welche Rolle kommt dem Eintritt während der normalen Saison der regionalen Erstligisten zu?

In der noch jungen Promotionsliga gibt es eine grosse Schere bei den Eintrittspreisen. Vereine, die sich aus der Challenge League verabschieden mussten, versuchen an den alten Preisen festzuhalten, Aufsteiger aus der alten Erstliga haben die Preise noch nicht angepasst. Und dazwischen gibt es auch noch die Farmteams grosser Vereine, wie die U21 von Basel oder Zürich. Obwohl sich dort nicht selten die grössten Talente tummeln, sind sie nur die zweiten Mannschaften, die meist nur wenige Zuschauer anlocken.

FCB-U21 gratis

Bei der U21 des FCB sind die Spiele gratis. «Wir haben lediglich eine Kollekte, die dem FCB-Nachwuchs zugute kommt», erklärt Roland Heri, Coach der Erstliga-Mannschaft. Ziel sei es, dass möglichst viele den Nachwuchs live anschauen können. Gerne würde die U21, als aktuell zweitbeste Mannschaft der Region, mehr als die durchschnittlichen 150 bis 220 Zuschauer begrüssen.

Die Old Boys als zweites Basler Team der Promotionsliga haben ihren Eintritt trotz Aufstieg unverändert bei zwölf Franken belassen. Dieser wird aber manchmal auch angepasst. Für das erste Stadtderby der neuen Liga wurde er auf sechs Franken halbiert, um möglichst viele Zuschauer auf die Schützenmatte zu bekommen. Gedankt haben es 685 Zuschauer. Saisonrekord. OB-Sportchef Christian Schmid erklärt, dass die Einnahmen aus den Eintritten einen geringen Teil des Budgets ausmachen. In der letzten Saison hätte die gut besuchte Partie gegen die FCB U21 gerade gereicht, um die Spielkosten abzudecken.

FC Black Stars hat Preis erhöht

Den Preis an die neue Liga angepasst haben die Black Stars, die seit diesem Jahr in der Erstliga Classic spielen. «Wegen des höheren Aufwands haben wir den Betrag um zwei Franken auf zehn Franken erhöht», sagt Black-Präsident Mauro Gatti. Da die Zuschauer aus den eigenen Reihen keinen Eintritt zahlen müssen, habe Black pro Spiel zwischen 50 und 100 zahlenden Zuschauern. Damit befindet sich Black in guter Gesellschaft. Auch der SV Muttenz verlangt 10 Franken für den Besuch eines Erstliga-Spiels. Dies sei vor ungefähr zehn Jahren im Vorstand so festgesetzt worden, sagt Sportchef Peter Schüpbach. Man würde sich zwar nicht untereinander absprechen, aber logischerweise orientiere man sich an den anderen Klubs.

Die Liga selbst schreibt keinen bestimmten Eintritt vor, wie Erstliga-Präsident Kurt Zuppiger erklärt. Den Vereinen sollen hier nicht in ihren Kompetenzen eingeschränkt werden. Ganz im Gegensatz zur Cup-Qualifikation, welche die Liga organisiert. Dort sind 15 Franken festgeschrieben, aber auch dies in Absprache mit den Vereinen.

Grundsätzlich herrscht bei den Vereinen eine gewisse Ratlosigkeit, warum die Zuschauerzahlen nicht besser sind. Noch so gerne würden sie verkünden, dass die Einnahmen aus den Eintrittspreisen 20 Prozent des Budgets ausmachen.

Sonderfall Dornach

Einen anderen Weg als die Konkurrenz geht der SC Dornach. Seit zwei Jahren hat man mit der Raiffeisen-Filiale Dornach einen schon fast Super-League-verdächtigen Partner, der Gratiseintritt ermöglicht. Damit reagierten die Dornacher auf die offene Anlage Gigersloch, die jeweils Kontrollen an mehreren Standorten bedingte. Trotzdem gab es immer wieder schwarze Passagiere. Wer nun aber denkt, seit der Einführung seien die Zuschauerzahlen explodiert, täuscht sich. «Vielleicht wissen es einfach noch nicht alle», sagt SCD-Präsident Stefan Schindelholz. Spätestens jetzt zählt diese Ausrede nicht mehr.

Meistgesehen

Artboard 1