Eishockey
«Will nicht jedes Jahr so einen Herzkasper. Zweimal ist genug»

Wieder hat sich Biel in der letzten Qualifikationsrunde für die Playoffs qualifiziert. Mit dabei auch Ex-Shark Marc Grieder. Der Verteidiger spricht über die Lockout-Zeit, die Berechtigung in den Playoffs zu stehen und den zweiten Sissacher im Team.

Patrick Pensa
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Der Sissacher Marc Grieder (links) hofft am Samstag auf einen Einsatz im ersten Playoff-Spiel gegen Fribourg. Foto: Keystone

Der Sissacher Marc Grieder (links) hofft am Samstag auf einen Einsatz im ersten Playoff-Spiel gegen Fribourg. Foto: Keystone

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Bieler Powerplay gegen Zug. Patrick Kane sieht Marc Grieder, gibt einen Pass, der Verteidiger drückt ab, Tor. «In diesem Moment hab ich erstmals realisiert, was für ein Spieler neben mir auf dem Eis steht», sagt der 28-jährige Sissacher über eine seiner ersten Erfahrungen mit dem Stanley-Cup-Sieger, der während des NHL-Lockouts zusammen mit Tyler Seguin für Biel gestürmt hat.

Starke NHL- und Schweizer Spieler

Auch dank den Toren dieser zwei Spieler hat sich Biel abermals für die Playoffs qualifiziert. Oder nur wegen den Toren dieser zwei Spieler, wenn man den einschlägigen Kommentaren der Kloten-Fans glaubt. «Natürlich haben wir von diesen zwei Ausnahmekönnern profitiert. Aber alle Teams konnten sich verstärken und wir haben in den letzten Spielen gezeigt, dass wir in die Playoffs gehören», sagt Grieder, der die Leistung der NHL-Cracks aber auch die der Schweizer Spieler im Bieler Kader nicht schmälern will.

Spannende Erfahrung

Vor allem sei es eine tolle Erfahrung gewesen, an der Seite von zwei so ausgezeichneten Spielern aufzulaufen. «Zudem waren sie beide gute Typen ohne Starallüren», schliesst der Sissacher. Auf die Last-Minute-Playoff-Qualifikation kann Grieder gerne verzichten: «Ich will nicht jedes Jahr so einen Herzkasper», sagt er, «zweimal ist genug.»

Fit zum ersten Playoffspiel?

Persönlich konnte Grieder in den letzten Partien nicht eingreifen. Er laboriert an den Folgen einer Hirnerschütterung und hofft, dass er heute im ersten Playoff-Spiel gegen Qualifikations-Sieger Fribourg wieder auf dem Eis stehen wird.

Quali-Euphorie mitnehmen

Gegen Gottéron ist zumindest eine Überraschung möglich. Auch wenn die Bilanz aus der Qualifikation mit 1:5 Siegen aus Sicht der Seeländer und das schmalere Kader gegen den EHC Biel spricht. Dafür kann der Tabellenachte ohne Druck und mit dem Schwung aus zuletzt drei Siegen aufspielen. «Die Begegnungen mit Fribourg haben Derby-Charakter und sind immer hitzig», sagt Marc Grieder.

Starker Mannschaftszusammenhalt

Die Bieler haben zuletzt mit beherzten Auftritten gezeigt, dass sie als Team zusammenstehen. Dies auch neben dem Eis. Die Mannschaft war für ihren Trainer Kevin Schläpfer, den zweiten Sissacher im Team, da, als dieser vor wenigen Tagen seine Mutter verlor.

Kein Sissach-Bonus

Grieder und Schläpfer kennen sich noch nicht lange. Erst zu Grieders NLB-Zeiten haben sie sich getroffen. Einen Sissach-Bonus geniesst der Verteidiger nicht bei seinem Trainer. «Wir wehren uns einzig gemeinsam für den FC Basel, wenn die Berner und Zürcher im Team wieder Sprüche klopfen», sagt Grieder.

Abgang zu Ambri Piotta

Für den 28-Jährigen ist nach den Playoffs Schluss bei Biel. Es zieht den Vater eines Sohnes ins Tessin zu Ambri Piotta. Dort will er sich als Spieler weiterentwickeln und mehr Eiszeit erhalten. Eiszeit will er auch heute, wenn es in Fribourg erstmals um Playoff-Punkte geht.