Europa League
«Wir reisen mit breiter Brust nach Sevilla»

0:0 gegen den FC Sevilla. 0:0 gegen den Titelverteidiger und Rekordhalter der Europa League. So gesehen haben die Akteure des FC Basel nach dem Abpfiff allen Grund, zufrieden zu sein.

Sebastian Wendel
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Der FCB weiss um die schwierige Aufgabe in Sevilla.

Der FCB weiss um die schwierige Aufgabe in Sevilla.

Keystone

Zufrieden sind sie natürlich auch – aber nicht nur. Denn wie die 22 403 Zuschauer im Stadion und jene vor dem Fernseher wussten auch sie: Da wäre mehr drin gelegen. Stellvertretend sagt Stürmer Marc Janko: «Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge nach Hause.»

Marc Janko und der FC Basel haben nach dem Hinspiel noch Chancen auf das Viertelfinale.
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Adama Traoré hatte heute starken Offensivdrang.
N'Zonzi fliegt mit Gelbrot vom Platz.
Achtelfinal-Hinspiel des FC Basel zuhause gegen den FC Sevilla
Walter Samuel war heute gegen die starke spanische Offensive gefordert.
Luca Zuffi zieht ab.
Delgado lenkt bis zu seiner Auswechslung das Basler Offensivspiel.
Sevilla kommt vermehrt zu gefährlichen Szenen vor dem Basler Tor.
N'Zonzi ist vor Safari am Ball.
Bei Michael Lang geht es nicht mehr weiter, er muss zur Pause verletzt raus.
Sevillas Sebastian Christoforo bekommt von Schiedsrichter Taylor den gelben Karton präsentiert.
Renato Steffen im Kopfballduell.
Taulant Xhaka wie gewohnt mit viel Kämpferherz.
Marc Janko vergibt die Grosschance zum frühen 1:0 für den FCB.
Michael Lang macht trotz Verletzung weiter. Hier im Laufduell mit Krohn-Dehli.
Luca Zuffi kämpft gegen Adil Rami um den Ball.

Marc Janko und der FC Basel haben nach dem Hinspiel noch Chancen auf das Viertelfinale.

Keystone

Der Österreicher vergab in der siebten Minute die grösste Chance für das Heimteam, als er aus sieben Metern freistehend am Tor der Spanier vorbei köpfelte. Die Szene steht symptomatisch für die gestrige Partie.

Und auch ein wenig für alle bisherigen Spiele des FCB in der Rückrunde: Die Basler kommen zu vielen Chancen – doch will einer der gelernten Stürmer im Kader diese verwerten, geht es meistens schief. Von den 17 Toren in sieben Spielen ging nur eines auf das Konto eines Stürmers: Janko traf in St. Etienne vom Penaltypunkt.

Bjarnason: «Wir waren besser»

Das lange Sündenregister im Torabschluss schmerzt, klar. Doch für das Rückspiel bedeutender ist die Tatsache, dass der FCB im Heimstadion ohne Gegentor blieb. Erstens – das hat die Mannschaft in der Vergangenheit zur Genüge bewiesen – ist Basel gegen jeden Gegner im Stande, ein Tor zu erzielen.

Und zudem war es gestern auch das primäre Ziel, das eigene Tor sauber zu halten. «Und darauf, dass wir dies geschafft haben, können wir stolz sein», so Birkir Bjarnason, der wie Janko eine hochkarätige Möglichkeit vergab.

Der Isländer weiter: «Ich denke, dass wir insgesamt die bessere Mannschaft waren. Sevilla muss glücklicher sein als wir mit der Tatsache, kein Gegentor bekommen zu haben. Wir haben guten Fussball gezeigt und müssen nicht viel ändern im Rückspiel. Ausser natürlich, dass wir dann die Chancen verwerten sollten.»

Ähnlich sah dies auch Renato Steffen, neben Goalie Tomas Vaclik der beste Spieler auf dem Platz. «Wir reisen nach diesem Spiel mit breiter Brust nach Sevilla. Es liegt an uns, dort noch einmal ein gutes Spiel zu zeigen. Dann liegt alles drin.»

Siegen nicht zwingend nötig

Von bisher acht Spielen in Spanien hat der FCB keines gewonnen. Eine Aufbesserung dieser Bilanz ist nach der gestrigen Partie nicht nötig, um die Überraschung und den Einzug in die Viertelfinals zu schaffen. Basel muss nicht gewinnen, darf aber auch nicht verlieren. So einfach. Oder besser gesagt: so schwierig. Janko: «Sevilla wird in einer Woche bestimmt stärker und offensiver spielen. Das wird eine brutal schwierige Aufgabe für uns.» Aber auch eine lösbare.