Ein Reporter von MARCA (eine Madrider Sportzeitung, welche in Südamerika mehr Leser als in Spanien hat) war extra nach Basel gekommen, «um die unglaubliche Entwicklung von Marcelo Diaz zu verfolgen». Und der spanische Online-Reporter, bekennender Anhänger von Atlético Madrid, musste «mein Kommen in den Kühlschrank St. Jakob-Park» nicht bereuen.

Den letzten Einsatz über 90 Minuten hatte der Chilene am 10. November 2013 im Cupspiel beim Erstligisten FC Tuggen bestritten, wo die rotblaue Nummer 21 in der 81. Minute mit dem 3:1 das finale Skore bewerkstelligte.

«Dann folgte eine schwere Zeit für mich. Diverse hartnäckige Verletzungen hinderten mich daran, während fünf Wochen zu trainieren respektive zu spielen. Jetzt bin ich beschwerdefrei und muss mich langsam ans höchstmögliche Niveau wieder herankämpfen», so der Nationalspieler.

Keine Verständigungsprobleme in Basel

Diaz machte im Gespräch mit dem MARCA-Reporter keinen Hehl daraus, dass «der FC Basel ein grosser Klub ist, die Schweizer Liga aber in meiner Heimat nur marginal verfolgt wird. Und es ist klar, dass es mein Wunsch ist, dereinst auch in einer grossen europäischen Liga zu spielen», so Diaz, welcher im Nationalteam – im Gegensatz zum FC Basel – eine fixe Grösse ist und einen «garantierten Stammplatz» hat.

«Ein Wechsel von Südamerika nach Europa ist nicht so einfach – man muss sich an vieles gewöhnen. Aber ich bin im Klub bestens aufgenommen worden und viele Spieler sprechen Spanisch, sodass ich mich stets verständigen konnte», fährt Marcelo Diaz fort.

Gegenüber Xavi-Nachfolge nicht abgeneigt

Er macht keinen Hehl daraus, dass ich «ein Bewunderer von Xavi bin. Seine Art zu spielen, seine Ruhe und Übersicht auf dem Spielfeld – doch, ich schaue mir wenn immer möglich jede Partie des FC Barcelona an». Und weil Xavi nun doch auch in die Jahre gekommen ist und wohl maximal noch eine oder zwei Spielzeiten bei «Barça» auf höchstem Niveau absolvieren kann … wie wäre die Vorstellung, dereinst der Nachfolger des Barcelona-Spielmachers zu werden? «Ich würde nicht Nein sagen, wenn der FC Barcelona rufen würde», lacht Diaz – und der MARCA-Reporter, der einen Exklusiv-Bericht für die chilenischen Leserschaft produziert, hat mit dieser Aussage bereits den «reisserischen, boulevardesken Titel».

Aber der zweifache Familienvater wäre nicht dieser ruhige, unaufgeregte Mensch, wenn er nicht an die Gegenwart denken würde. «Wir wollen wie in den letzten vier Jahren wieder Meister werden, den Pokal nach Basel zurückholen – und auch in der Europa League aufzeigen, dass ein Schweizer Klub mit der Elite gut mithalten kann».

Alexis Sanchez als Fürsprecher

Danach folgt die WM in Brasilien, wo Chile in einer Gruppe mit Holland und Spanien ist. Sein bester Kumpel in der Landesauswahl ist übrigens Alexis Sanchez. Der schnelle, dribbelstarke und momentan beste Skorer von «Barça» könnte seinem Spezies ja schon einiges über den katalanischen FCB erzählen und eine Art Fürsprecher für einen Wechsel in die Primera Division sein.