Mountainbike
WM-Hauptprobe in Muttenz ohne Ticket für die Einheimischen

Am BMC Racing Cup in Muttenz sicherte sich der Einheimische Nicolas Rohrbach Platz neun. Sein Kollege Pascal Schmutz wurde 22. Gewonnen wurde das Rennen überraschen von Ralph Näf. Bei den Frauen setzte sich Esther Süss durch.

Luca Muntwyler
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Der Einheimische Nicola Rohrbach vermochte den schwierigen Witterungsverhältnissen in Muttenz gut zu trotzen. Juri Junkov

Der Einheimische Nicola Rohrbach vermochte den schwierigen Witterungsverhältnissen in Muttenz gut zu trotzen. Juri Junkov

Juri Junkov / Fotograf

Der letzte Vergleich, die letzte Standortbestimmung – kurz die Hauptprobe. Sieben Tage vor der Mountainbike-WM im südafrikanischen Pietermaritzburg kam dem BMC Racing Cup in Muttenz eine besondere Bedeutung zu. Wer hier vorne ist, kann sich durchaus auch für die WM Medaillenhoffnungen machen.

Näf und Süss gewinnen

Der Andwiler Ralph Näf hat sich beim Finale des BMC Racing Cup in Muttenz überraschend gegen Weltmeister Nino Schurter durchgesetzt, der sich vor Julien Absalon und dem Tagesdritten Lukas Flückiger den Gesamtsieg holte. Bei den Frauen machte Esther Süss mit ihrem knappen Sieg gegen Sabine Spitz auch den Gesamterfolg perfekt. Dritte wurde Kathrin Stirnemann.

Für die einen ging es also um den letzten Feinschliff, für Nicolas Rohrbach und den Riehener Pascal Schmutz ging es dagegen allein darum, ein gutes Rennen abzuliefern. Und so startete Rohrbach auch explosiv. In der zweiten von drei Stadionrunden führte er das Feld sogar an. Dann ging es auf den Parcours, der achtmal befahren werden musste. Danach tauchte der 27-Jährige aber nicht mehr an der Spitze auf. Auch vom 26-jährigen Schmutz war zu Beginn nichts zu sehen. Das Renngeschehen bestimmten andere. Schon früh bildete sich eine Spitzengruppe um Weltmeister Nino Schurter, die den Sieg untereinander ausmachen mussten. Auch zurückgeworfen wurde Julien Absalon, der ewige Widersacher Schurters.

Im Verlauf des Rennens kämpften sich sowohl Rohrbach als auch Schmutz langsam nach vorne. Sie trotzten den schwierigen Witterungsbedingungen; denen viele Fahrer zum Opfer fielen, und klassierten sich auf Platz neun (Rohrbach) und 22 (Schmutz). Den Sieg holte sich Ralph Näf, der sich nach einem Sturz in der letzten Runde zurückkämpfte und im Sprint Schurter und Lukas Flückiger auf die weiteren Ränge verwies. Zufrieden sein können am Ende beide Lokalmatadoren. «Ich habe ein konstantes Rennen abgeliefert. Nach dem letzten war ich ein wenig verunsichert. Es war nicht überragend, aber ich bin zufrieden. Auch kam ich erstaunlich gut durch die schwierigen Bedingungen», hielt Schmutz fest. Ähnlich tönt es bei Rohrbach: «Der Start war schlecht; dann aber kam ich immer weiter nach vorne. Am Anfang fuhr man wie auf Eis. Bei so einem Feld in die Top 10 zu fahren, da kann ich eigentlich zufrieden sein.»

Bei den Frauen wollte Katrin Leumann vor der WM noch ein Zeichen setzen. Die Spitzenfahrerin tauchte auch schon früh weit vorne auf. In Führung lag Kathrin Stirnemann, gefolgt von der Riehenerin, dahinter ein Trio um Esther Süss, Sabine Spitz und Linda Indergand. In der Hälfte sah man aber eine neue Rennkonstellation. In Führung lag Süss, die Stirnemann gestellt hat. Das Trio wurde von der Deutschen Spitz komplettiert. Leumann tauchte in dem Moment nur noch auf dem fünften Platz auf, auf welchem sie das Rennen auch beendete. «In der ersten Runde war ich gut dran, bin aber ein wenig gerutscht. Danach habe ich die Gruppe verpasst. Im Hinblick auf die WM wollte ich dann nicht zu viel Energie mit Aufholen verbrauchen», erklärte die 31-Jährige. Am Ende setzte sich Süss vor Spitz und der lange in Führung liegenden Stirnemann durch. Für die Athletinnen heisst es nun nochmals gut erholen, dann gilt es Ernst. «Ich bin optimistisch, dass es gut kommt», meint Leumann im Hinblick auf die WM.

Die WM-Hauptprobe ist für die Schweizer Delegation also mehr als geglückt. Da kann man zuversichtlich in die WM-Rennen starten. Dies aber ohne Nicholas Rohrbach. Obwohl mit Mathias Flückiger ein Athlet krankheitsbedingt ausfällt, wurde kein weiterer Fahrer nachnominiert. «Ich habe auf ein Telefon gehofft, aber leider kam keines», meint der 27-Jährige.