Der Pferdesportverband Nordwest ist der kleinste der vier Regional-Verbände. Als solcher stehen ihm an den Schweizer Meisterschaften der Springreiter mit Regionallizenz nur gerade fünf Startplätze zu. Weil er in diesem Jahr aber als Organisator auftrat, erhielt er fünf zusätzliche Plätze. Nutzen konnte er diese aber nicht. Gerademal fünf regionale Reiter erfüllten die Kriterien. Da eine Reiterin zudem verletzungsbedingt ausfiel, standen sogar nur vier auf der Startliste des Qualifikationslaufs mit den 135 Zentimeter hohen Hindernissen vom Samstag.

Die Infrastruktur fehlt

Parcoursbauer Stefan Schaub aus Rothenfluh weiss diese Zahl aber einzuordnen: «Wenn man bedenkt, dass der Ostschweizer Verband viermal so gross ist, dann ist es eine Leistung, dass wir halb so viele Reiter am Start haben wie sie.» Für eine grössere Breite würde in der Region schlicht die Infrastruktur fehlen, sagte Schaub weiter.

Der Qualifikationsparcours am Samstag hat Schaub bewusst selektiv gestaltet. «Er sah zwar harmlos aus, hatte aber viele Schwierigkeiten versteckt. Es ging darum, die Spreu vom Weizen zu trennen.» Nur gerade drei Reiter schafften in der Qualifikation einen Nuller. In den zwei Finalläufen vom Sonntag war nur noch eine regionale Starterin: Yaël Nicolet, die Lebenspartnerin von Schaub. «Nein, das gibt ihr keinen Vorteil. Ihre Stute For Fun ist sehr vielseitig. Ich kann keinen Parcours für oder gegen sie bauen», sagte Schaub. Zudem hatte auch Nicolet am Samstag Mühe und leistete sich nach einem Fehler in der Dreier-Kombination noch einen Folgefehler.

Zwei fehlerfreie Läufe

Mit dieser Hypothek war es für sie am Sonntag sehr schwierig. Trotzdem arbeitete sich die 41-Jährige aus Rothenfluh mit zwei fehlerfreien Läufen noch bis auf den achten Rang vor. «Ich bin sehr stolz auf das Resultat. Meine Stute ist erst achtjährig und ich arbeite mit ihr, seitdem sie ein Fohlen ist», sagte Nicolet. Die Baselbieterin ist ausgebildete Musikerin und arbeitet neben ihrem grossen Hobby als Geigen- und Bratschenlehrerin. «Für beide Leidenschaften braucht es viel Ausdauer und Rhythmusgefühl», sagte sie zu der speziellen Kombination.

Start am CSI als Ziel

Nicolet erreichte in diesem Jahr an der R-Challenge in Galgenen den dritten Rang und gewann damit einen vergünstigten Startplatz für die Amateur-Prüfung beim CSI Basel. «Am CSI zu starten wäre natürlich super. Jetzt hat For Fun aber erst einmal Pause», sagte Nicolet. Ansonsten sei der PNW-Final das nächste grosse Ziel.

Auf dem Schänzli durchgesetzt hat sich mit Urs Hofer am Ende einer der Favoriten. Der Fribourger blieb wie der Zweite Markus Heim in allen drei Läufen fehlerfrei. Entsprechend entschied ein Stechen über den Schweizer Meistertitel. Dort setzte sich Hofer auf Opale des Rouettes diskussionslos durch. Der dritte Platz ging an Aurélie Schaller Penven. «Zwei Reiter, die fehlerfrei bleiben und dann den Titel in einem Stechen ausmachen, ist natürlich ideal. Noch besser wäre nur gewesen, wenn es auch noch ein Stechen um Bronze gegeben hätte», sagte Parcoursbauer Schaub. Dies wurde aber durch einen Zeitfehler von der Vierten Monica Schläpfer verhindert.

Insgesamt waren die Pferdesporttage auf dem Schänzli ein voller Erfolg. 430 Reiter und insgesamt 950 Starts sorgten für ein volles Programm. «Die Anlage ist einfach hervorragend und das Publikum begeistert», fasste OK-Präsident Patrick Lavanchy zufrieden zusammen. Auch er würde sich allerdings mehr regionale Teilnehmer wünschen.