Wenn der FC Basel heute Abend in Lugano seinen elften Sieg der Saison anstrebt, dann muss er einen Mann überwinden, der weiterhin ein rot-blaues Herz hat – Mirko Salvi. Der 22-jährige Torhüter gehört dem FCB, ist seit Anfang 2016 aber an Lugano ausgeliehen.

Am vergangenen Mittwoch sitzt Salvi vor dem Fernseher. Er fiebert mit dem FCB in der Champions League mit. «Schade, schade», sagt er, «das war ein sehr gutes Spiel gegen Paris. Sie hätten definitiv mehr verdient als dieses 0:3. Aber leider haben sie die Tore nicht gemacht.»

Salvi gibt gerne zu, noch immer ein FCB-Fan zu sein. Mit 15 Jahren ist der Romand an den Rhein gewechselt. Zwischendurch wurde er an Biel in die Challenge League ausgeliehen. Beim FCB reichte es vor einem Jahr immerhin zu zwei Einsätzen – nachdem sich sowohl Tomas Vaclik wie auch Germano Vailati verletzten. So durfte sich Salvi zuerst kurz auf europäischer Bühne (in Posen) präsentieren. Und im Cup gegen Sion, wo er die Niederlage nach Penaltyschiessen nicht verhindern konnte. Danach kam die Winterpause. Und kurz darauf der Wechsel zu Lugano.

Selbstredend hat Salvi noch nicht abgeschlossen mit dem Kapitel FCB. «Ich denke, jeder Spieler in der Schweiz träumt davon, für den FCB zu spielen. Der Klub spielt regelmässig in der Champions League, ist von A bis Z professionell und macht fast alles richtig.» Ein guter Auftritt heute mit Lugano könnte helfen, sich beim FCB in Erinnerung zu rufen. Apropos Erinnerung: Jene an den ersten Vergleich dieser Saison Ende August sind nicht allzu gut. 1:4 verlor Lugano in Basel. «Direkt vor der Pause kassierten wir das erste Tor – und direkt nach der Pause hatten wir ein Blackout von fünfzehn Minuten.» Das reichte dem FCB, um vier Tore zu schiessen und das Spiel zu entscheiden. Beim ersten Gegentor nach einem Eckball sah auch Salvi nicht gerade gut aus. Es war einer seiner wenigen Fehler bisher. Das Tessin schwärmt von ihm.

Die Attraktion der Liga

Der FC Lugano ist gut in die Saison gestartet. Nachdem er den Abstieg in letzter Sekunde verhindern konnte auf Kosten des FCZ, vermochte er den Schwung mitzunehmen. Und überzeugte mit seinen offensiven Ideen auf dem Rasen. Einer der Hauptgründe heisst Ezgjan Alioski. Der blonde Wirbelwind ist zusammen mit Basels Seydou Doumbia, Caio (GC) und Marco Schneuwly (Luzern) Liga-Topskorer und verzückt mit seinen Sturmläufen die Super League.

Auch Alioski hat den Mittwochabend mit Fussball verbracht. «Allerdings habe ich mich für Barcelona gegen Manchester City entschieden», sagt er lachend. «Dieses Tempo, diese Spielzüge, das ist einfach ein Traum.»

Und nun, was muss geschehen, dass der FCB in Lugano die erste Saisonniederlage kassiert? «Wir sind grundsätzlich immer für eine Überraschung gut», sagt Alioski. «Wenn wir unser Potenzial abrufen, gerät jedes Team in Schwierigkeiten gegen uns. Zudem spielen wir zu Hause – und sie haben ein Champions-League-Spiel in den Beinen.» Der FCB ist gewarnt. Und trotzdem gilt: Es braucht sehr viel, um ihn ins Straucheln zu bringen.