Chronologie
Zu viele Basler Fans waren im Brügglifeld, als der FCB Meister wurde

Neue Erkenntnisse zur Schlacht auf dem Brügglifeld: Es waren rund 1000 Basler Fans mehr im Brügglifeld als ursprünglich vorgesehen war. Der FC Basel wird mit 25000 Franken gebüsst und akzeptiert diesen Entscheid.

Sebastian Wendel
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Chaotische Szenen auf dem Brügglifeld, nachdem sich der FC Basel zum Meister kürte.

Chaotische Szenen auf dem Brügglifeld, nachdem sich der FC Basel zum Meister kürte.

Keystone

Am Dienstag fällte die Disziplinarkommission der Swiss Football League (SFL) das Urteil: Der FC Aarau muss 40 000 Franken Busse zahlen, der FC Basel 25 000 Franken. Zudem wird der Gästesektor im Brügglifeld beim nächsten Aufeinandertreffen der Klubs am 19. Juli geschlossen. Der FCB akzeptiert den Entscheid.

Der FC Aarau hingegen hält die Option Rekurs offen: «Wir analysieren das Urteil mit einem Juristen und entscheiden anschliessend», erklärt Aarau-Präsident Alfred Schmid. Die Erfolgsaussichten auf eine Verminderung der Strafe sind gering. «Auch wenn die totale Kontrolle über jeden Zuschauer unrealistisch ist – der Heimklub ist nun mal für die Stadionsicherheit verantwortlich», sagt Schmid. Dabei gäbe es Gründe, das Urteil anzufechten. Die Disziplinarkommission wirft dem FCA unter anderem vor, auf eine menschliche Sicherheitslinie vor dem Basler Fanblock verzichtet und so den Platzsturm in Kauf genommen zu haben.

Recherchen der «Nordwestschweiz» haben ergeben, dass bewusst darauf verzichtet wurde, einen Platzsturm zu verhindern. Die Gefahr für Leib und Leben aller Beteiligten sei viel zu gross gewesen.

Liga liess die Fans ins Stadion

Brisant: Den Entscheid getroffen habe neben den Sicherheitsverantwortlichen der beiden Klubs und dem Einsatzleiter der Kapo Aargau auch die SFL, vertreten durch den obersten Sicherheitsverantwortlichen Dominique Huber. Wegen der besonderen Umstände der Partie am 15. Mai – der FCB kürte sich im Brügglifeld zum Meister – erhöhte der FC Aarau die Kapazität des Gästesektors. Statt der üblichen 1000 waren 1500 Basler Fans erlaubt.

Gemäss Quellen aus dem FCA-Umfeld befanden sich jedoch rund 2500 (!) FCB-Anhänger im Brügglifeld, also 1000 mehr als erlaubt. Warum? Die Kritik aus dem Umfeld des FC Aarau zielt auf Dominique Huber. Nachdem die 1500 erlaubten Fans auf die beiden Sektoren aufgeteilt waren, schloss die Securitas auf Anweisung der Sicherheitsverantwortlichen des FCA die Türen. Das Sicherheitsdispositiv im Stadion sei im Vorfeld der Partie nach Absprache mit der SFL, der Polizei und dem FCB auf 1500 Gästefans ausgerichtet gewesen.

Hier kommt Huber ins Spiel: Er habe eigenmächtig entschieden, die 1000 Basler doch ins Stadion zu lassen. Trotz aller Warnungen der Sicherheitskräfte. Ein Augenzeuge schildert, dass Huber selber das Eintrittsgeld kassiert und Fan um Fan ins Stadion gelassen habe. «Ein riesiges Gedränge» sei im Gästesektor gewesen, es habe Verletzungsgefahr geherrscht. Auch deswegen wurde kurz vor Spielschluss entschieden, einem Platzsturm nicht entgegenzutreten. «Im schlimmsten Fall hätte es wegen der von hinten drängelnden Fans zu einer Massenpanik kommen können», so der Augenzeuge. Zum Vorwurf gegen Huber, in Eigenregie grünes Licht zur Überfüllung des Stadions gegeben zu haben, will die Liga keine Stellung nehmen. Kommentar rechts