Frauenfussball

Zürich ist weg – der Kampf um den zweiten Rang ist eröffnet

Geht voraus: Kerstin Boschert (rechts) im Training der Baslerinnen, an dem Tag, an dem sie zum Captain gewählt wurde. Foto: Pensa

Geht voraus: Kerstin Boschert (rechts) im Training der Baslerinnen, an dem Tag, an dem sie zum Captain gewählt wurde. Foto: Pensa

In der Frauen-NLA zieht der FCZ an der Tabellenspitze einsam seine Kreise. Die Baslerinnen mit Captain Kerstin Boschert peilen in der Rückrunde den Vize-Meister-Titel an. Die ehemalige Freiburg-Spielerin sagt, an was es in der Vorrunde fehlte.

Donnerstagabend, 19 Uhr. Noch schneit es nicht, aber die Kälte zieht durch die Gänge des St. Jakob-Parks. Zwei Stunden vor Anpfiff des Europa-League-Spiels haben sich noch praktisch keine Zuschauer in die Kühltruhe verirrt. Einzig Stewards und die Frauenmannschaft des FC Basel stehen bereits auf ihren Posten. Das NLA-Team ist heute an der Reihe, Matchprogramme zu verteilen. «Eine Pflichtaufgabe, die aber nicht wehtut», wie Kerstin Boschert meint. Meist hätten sie Spass dabei. Die Frauen sind zum dritten Mal in dieser Saison an der Reihe, meist verteilen oder verkaufen Junioren die Hefte.

Wiederbeginn am Samstag gegen Staad

Heute Samstag gilt es auch in der Frauenmeisterschaft wieder ernst. Das Wiederholungsspiel vor einer Woche wurde noch abgesagt, die Partie heute gegen Staad wird auf jeden Fall stattfinden, da man auf dem Kunstrasenfeld des FCB-Campus spielt. «Das kommt uns entgegen», sagt Trainer Beat Naldi, «wir spielen technischer als die Ostschweizerinnen, die für ihre Härte bekannt sind.»

Vor der Halbierung acht Punkte hinter YB

In der Tabelle thront der FC Zürich über dem Rest der Liga. 13 Punkte Vorsprung haben die Zürcherinnen auf YB, bereits 21 auf Basel. Die Meisterschaft ist also entschieden. Dahinter ist aber noch alles möglich, gerade wenn vor der Finalrunde die Punkte halbiert werden. Der zweite Rang ist das Ziel des FCB. «In der Hinrunde haben wir unter unseren Möglichkeiten gespielt, zu oft konnten wir das Potenzial, das im Training sichtbar ist, nicht abrufen», sagt die 29-jährige Boschert, die selbst elf Jahre beim SC Freiburg gespielt hat.

Neue Herausforderung in Basel

Auf diesen Sommer suchte sie eine neue Herausforderung und nahm dafür den Abstieg von der Bundesliga in die Schweizer NLA in Kauf. 14 Tage nach Ankunft in Basel wurde sie bereits zum Captain gewählt. «Ich war überrascht, aber natürlich auch geehrt», sagt die Teilzeit-Gymnasiallehrerin rückblickend. Nach Naldi ist sie das perfekte Vorbild für die junge Mannschaft: «Sie bringt deutsche Tugenden wie Fleiss und Laufbereitschaft ins Team.» Auf dem Feld sei sie der klare Leader.

Vertragsverlängerung wahrscheinlich

Im Sommer läuft Boscherts Vertrag aus. Noch wartet sie auf das Gespräch, in dem über die Verlängerung verhandelt wird. Und verteilt Matchprogramme.

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