Fussball

Zuerst der Schnee in Lausanne, dann die Kälte in der Ukraine

Der FC Basel trifft am Sonntag mit einer veränderten Startformation auswärts auf Lausanne-Sports. Einige Spieler, die noch gegen Dnjepr gross aufspielten, werden pausieren – sofern denn auf der verschneiten Pontaise überhaupt gespielt werden kann.

Noch drei Mal schlafen, dann beginnen in Basel die «drey scheenschte Dääg». Für die Fasnächtler unter den FCB-Spielern, allen voran Marco Streller, fällt das Fest in diesem Jahr etwas kürzer aus. Denn am Mittwoch um 9 Uhr hebt am Euro-Airport das Flugzeug ab und bringt die Mannschaft, den Staff und einige Fans nach Dnjepropetrowsk. Einen Tag später steigt in der Ukraine das Rückspiel im Europa-League-Sechzehntelfinal. Murat Yakin sagt zwar: «Ich respektiere die Bedeutung der Fasnacht in Basel und habe nichts dagegen, wenn der eine oder andere am Montag an die Cortège geht.» Handkehrum verlangt der Trainer eine seriöse Vorbereitung jedes Einzelnen. «Wir haben uns mit dem 2:0 im Hinspiel eine super Ausgangslage geschaffen. Natürlich wollen wir die nun vergolden.»

Pflicht vor der Kür

Bevor der FC Basel in sieben Tagen in der Ukraine zur Kür antritt, erwartet ihn am Sonntag die Pflichtübung beim Super-League-Sechsten Lausanne. Partien im altehrwürdigen Stadion Pontaise sind traditionell eine schwierige Aufgabe, im Herbst schaute - noch unter Heiko Vogel - ein erknorztes 1:1 heraus. «Es wird sich zeigen, ob wir ein Spitzenteam sind», sagt Captain Marco Streller. Der Schütze zum 2:0 gegen Dnjepr dürfte einer jener Akteure sein, der auch im dritten Spiel des Jahres zur Startformation zählen wird.

Womit wir bei den Personalplanungen von Murat Yakin sind. Gegen Dnjepr schickte er zum ersten Mal als FCB-Trainer die gleiche Elf wie im vorherigen Spiel - dem 3:0 gegen Sion - auf den Platz. Gegen die Waadtländer wird die Mannschaft wieder anders aussehen. Zum einen muss sie das; Innenverteidiger Aleksandar Dragovic ist nach seiner vierten Gelben Karte aus dem Sion-Match gesperrt.

Andererseits wird Yakin einigen Spielern eine Pause gönnen. «Das Europa-League-Spiel war sehr intensiv. Und wir haben in nächster Zukunft viele wichtige Aufgaben vor uns.» Nach dem Rückspiel in der Ukraine folgt am Sonntag der Super-League-Spitzenkampf gegen GC und am Mittwoch darauf der Cup-Viertelfinal in Thun - allesamt richtungsweisende Partien.

Viel lässt sich Yakin nicht entlocken, was die Aufstellung für das Lausanne-Spiel betrifft. Der Argentinier Gaston Sauro wird wohl Dragovic ersetzen, der andere Kandidat Arlind Ajeti musste das gestrige Training wegen Muskelbeschwerden abbrechen. Auf der linken Verteidigerposition bahnt sich der Wechsel Voser für Park an. Der Koreaner verspürte am Donnerstag nach dem Abpfiff eine Zerrung im Oberschenkel.

Eine Verschnaufpause dürfte Serey Die erhalten. Diese bietet sich insofern an, da der Ivorer bei einer allfälligen Verwarnung in Lausanne gegen GC gesperrt wäre. Genauso wie Fabian Schär und David Degen. Was bei Letzterem der Grund sein dürfte, sollte er morgen Mohamed Salah weichen müssen. Und nicht die Party in der Nacht auf Freitag, mit der David und Zwillingsbruder Philipp in ihren 30. Geburtstag hineinfeierten. Übrigens: Philipp Degen muss beim Europa-League-Rückspiel in Dnjepropetrowsk zuschauen, dies wegen seiner Gelben Karte am Donnerstag.

Anpfiff noch unsicher

Zurück zur sonntäglichen Partie: Noch ist nicht sicher, ob auf der «Pontaise» tatsächlich angepfiffen wird. Gestern lagen in Lausanne noch über 30cm Schnee. Das Heimteam hat laut eigenen Angaben etliche Helfer aufgeboten, um den Platz zu räumen und ist guter Dinge, dass das Spiel stattfindet. Schiedsrichter Sascha Amhof begutachtet am Samstag den Rasen und wird einen möglichst definitiven Entscheid fällen (auf www.fcb.ch wird schnellstmöglich informiert). So soll eine Wiederholung der Peinlichkeit verhindert werden, wie sie vor einem Jahr passiert ist: Damals befand ein Verbandsinspizient unter der Woche den vereisten Platz für okay, Schiedsrichter Alain Bieri aber entschied anderthalb Stunden vor Anpfiff auf «unbespielbar». Dumm nur, dass zu diesem Zeitpunkt Spieler und Trainer des FC Basel bereits im Stadion und die Fans der Rotblauen auf dem Weg dahin waren.

Murat Yakin hofft, dass der Rhythmus nicht unterbrochen wird. «Die Spiele sind der Lohn für die Trainingsarbeit unter der Woche.» Trotz wie schon gegen Dnjepr schwieriger Terrainverhältnisse und der Rotationsmassnahmen sagt er: «Es ist eine sehr wichtige Partie. Wenn wir den nötigen Respekt vor Lausanne zeigen und unser Können abrufen, spricht nichts gegen die Fortsetzung unserer Serie.»

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